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Kreissparkasse Ravensburg zieht zufriedene Bilanz für 2019

Der Vorstand der Kreissparkasse Ravensburg, v.l.n.r.: Norbert Martin, Vorsitzender Heinz Pumpmeier und Dr. Manfred Schöner. Bild: F.Enderle

Mit einigen neuen Rekordmarkern bei der Unternehmensentwicklung wartete die Kreissparkasse Ravensburg im vergangenen Jahr 2019 auf. Vor allem das Kundengeschäftsvolumen erreichte mit 9,23 Mrd. Euro einen deutlichen Zuwachs. Der Bilanzgewinn fiel mit 6,4 Mio. Euro identisch zum Vorjahr aus.

Vorstände von Bankhäusern und Kreditinstituten ziehen bei der Vorstellung der Jahreszahlen in Zeiten der Nullzins-Politik meist eine wenig glücklich anmutende Mimik auf. Wie schon in den Vorjahren ist dies bei der Kreissparkasse Ravensburg anders. Mit der aktuellen Lage hat man sich arrangiert und hat dank soliden Kerngeschäften weiterhin die Möglichkeit, sich zukunftsträchtigen Themen wie der Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu widmen. „Es war ein gutes Geschäftsjahr“, sagte Heinz Pumpmeier, Vorsitzender des Vorstands am Montagmittag.

Besonders auffallend gut lief das vergangene Jahr beim Darlehensgeschäft. So hat die KSK 611 Mio. Euro an Darlehenszusagen gewährt, im Vergleich zu 2018 waren das 8,1 Prozent mehr. Wenig überraschend entfällt ein hoher Anteil hiervon auf das Neugeschäft von Wohnbaudarlehen, hier beträgt die Steigerung 9,6 Prozent. 262,9 Millionen Euro entfielen auf das Neugeschäft für Unternehmenskredite, hier waren es 2,4 Prozent mehr.

Trotz fehlender Zinsen haben die Kunden der Kreissparkasse auch im vergangenen Jahr beträchtlich gespart. Zwar gingen die Spareinlagen um 1,4 Prozent leicht zurück und wurden mit 1,73 Mrd. Euro beziffert, dafür legen immer mehr Kunden ihr Erspartes in Wertpapiere an – vielfach auch für die Altersvorsorge. Mit rund 20 Prozent ist der Anteil bei den Anlagemöglichkeiten trotz vermeintlich schlechtem Ruf von Aktien immer noch hoch, Rentenfonds folgen mit 10 Prozent. „Die Rahmenbedingungen für Aktien haben sich nicht verschlechtert, denn wir haben weltweites Wachstum und niedrige Inflation“, betonte Vorstandsmitglied Dr. Manfred Schöner.

Immobilien als Geldanlage waren und sind weiterhin beliebt, jedoch mit gewissen Faktoren belastet. Der Markt ist trotz rasanter Bautätigkeit in der Region äußerst eng, zudem haben die vor einigen Jahren neu definierten gesetzlichen Regelungen bei der Vergabe von Wohnbaukrediten den Erwerb oder Bau von Immobilien für die Eigennutzung oder als Geldanlage erschwert. „Trotz niedriger Zinsen hat es ein Normalverdiener aufgrund des hohen Preisniveaus sehr schwer“, sagte Dr. Schöner. Beim stets aktuellen Thema „Strafzinsen“ bei Einlagen hat die Kreissparkasse Ravensburg wie schon im Vorjahr die gleiche Antwort. Im gewerblichen Bereich sind Strafzinsen schon seit eineinhalb Jahren in der Branche gängige Praxis, für Privatkunden sind weiterhin keine Strafzinsen geplant.

Online-Banking und Digitalisierung weiter im Trend
Der Trend, die täglichen Bankgeschäfte am eigenen PC oder Smartphone zu tätigen, ist auch bei der Kreissparkasse Ravensburg ungebrochen. Rund 71 Prozent der Kunden arbeiten mit und auf ihrem Girokonto inzwischen digital, mit 5,9 Prozent fiel der Zuwachs deutlich aus. Seit Jahren sieht sich auch die Sparkassen-App stetiger Beliebtheit im Fokus. Einen mit 157,2 Prozent besonders rasanten Anstieg verzeichnete die Kreissparkasse Ravensburg beim kontaktlosen Bezahlen im Einzelhandel. 76,4 Mio. Euro wurden hier umgesetzt, im Vorjahr wahren es noch knapp unter 30 Mio. Euro. Trotz anfänglicher Skepsis und den Horrormeldungen, Betrüger könnten quasi im Vorbeigehen Geld vom Konto abschöpfen, hat sich die Bezahlweise bei den Kunden durchgesetzt. Dass die Ängste unbegründet sind, verdeutlichte auch KSK-Vorstandsmitglied Norbert Martin: „Wir hatten bislang keinen Betrugsfall, nicht einen einzigen.“

Auch wenn die digitalen Bankgeschäfte im Vormarsch sind, sieht die Kreissparkasse Ravensburg ihre Stärken auch weiterhin in der Beratungsqualität und engen Kundenbeziehung. „Unsere Kunden schätzen die Zuverlässigkeit“, sagte Heinz Pumpmeier. Dass die Kreissparkasse bei der Beratung auch im vergangenen Jahr einige Testsieger-Auszeichnungen und landesweit ein Bronze-Prädikat, sei laut Pumpmeier die klare Bestätigung für die Mitarbeiter.

Vom Erfolg der Kreissparkasse Ravensburg bekommt die Region auch wieder einiges zurück, schließlich sieht sich das Kreditinstitut auch im 198. Geschäftsjahr seit der Gründung im Jahr 1822 vor allem kommunal verwurzelt. 2,5 Mio. Euro des 6,4 Mio. Euro schweren Bilanzgewinns gibt die Kreisparkasse Ravensburg für Spenden und Sponsoring regionaler Vereine und Institutionen wieder zurück.

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