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Enorm hoher Wertschöpfungsverlust durch Fachkräftemangel 

In den nächsten zehn Jahren fehlen der Region Bodensee-Oberschwaben im Schnitt jährlich 17.500 Fachkräfte. Davon rund 2.000 Akademiker und circa 15.500 Menschen mit beruflicher Qualifikation. Von diesen wiederum fehlen gut ein Drittel als Meister, Techniker, Fachkaufleute oder -wirte, also beruflich höher Qualifizierte. Das sind Fachkräfte, die eine duale Ausbildung und anschließend eine Weiterbildung absolviert haben. „Immer mehr Betriebe können neue Aufträge nicht annehmen, weil sie schlicht keine qualifizierten Bewerber für freie oder neu geschaffene Stellen bekommen“, so Martin Buck, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bodensee-Oberschwaben. Allein in 2019 fehlen der Region 19.000 Fachkräfte. Daraus ergibt sich laut Hochrechnung des IHK-Fachkräftemonitors für das Jahr 2019 ein Wertschöpfungsverlust für die Region Bodensee-Oberschwaben von 1,3 Milliarden Euro. Das sind 4,8 Prozent der für 2019 erwarteten Bruttowertschöpfung für die Region Bodensee-Oberschwaben. „Derzeit stufen sechs von zehn regionalen Unternehmen den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko Nummer eins für sich ein“, verweist Buck auf die IHK-Konjunkturumfrage. „Der Wertschöpfungsverlust, der durch mangelndes Personal entsteht, kann sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzten. In 2030 könnten der Region schon 31.000 Fachleute fehlen“, warnt Buck weiter.

Hauptursache für die zunehmende Fachkräfteknappheit ist der demografische Wandel. Während immer mehr Babyboomer in Rente gehen, rücken immer weniger Fachkräfte aus Berufsausbildung oder Hochschulen nach. In der Folge wird das Fachkräfteangebot innerhalb der elf Jahre bis 2030 um ein Fünftel schrumpfen. Sind es heute noch 226.000 Personen, werden 2030 nur noch 183.000 Qualifizierte für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Die Belegschaften der Unternehmen werden jedoch nicht nur kleiner, sie werden zudem immer älter: Das Durchschnittsalter der Beschäftigten wird zwischen 2019 und 2030 von 44 Jahren auf 47 Jahre ansteigen.

Die IHK unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe mit einem vielfältigen Angebot, um möglichst viele Potenziale auf dem Arbeitsmarkt zu nutzen. Zentrale Säulen sind dabei duale Ausbildung und berufliche Weiterbildung. Auch die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie birgt Potenziale bei der Beschäftigung vor allem von gut qualifizierten Frauen. Zudem setzt sich die IHK für ein modernes Zuwanderungsgesetz ein, um die Anwerbung von Qualifizierten im Ausland zu erleichtern. Einen Überblick über die Angebote zur Fachkräftesicherung in Baden-Württemberg gibt es online unter
www.fachkraeftesicherung-bw.de.

Hintergrundinfo zum IHK-Fachkräftemonitor:
Der IHK-Fachkräftemonitor ist ein Prognoseinstrument, das das Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR GmbH für die IHKs in Baden-Württemberg entwickelt hat und jährlich aktualisiert. Das Onlinetool unter www.fachkraeftemonitoring-bw.de liefert ab sofort eine aktualisierte Prognose für Fachkräfteangebot und -nachfrage in Baden-Württemberg, seinen einzelnen Regionen sowie für einzelne Branchen, Berufe und Qualifikationsniveaus. Mögliche Abweichungen der Summen sind rundungsbedingt. Die IHK arbeitet schon lange mit dem IHK-Fachkräftetool und ihren Prognosen zu den fehlenden Fachkräften. Neu ist nun die Berechnung der Wertschöpfung in Euro, die der Region aufgrund der Fachkräftelücke verloren geht.

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