Wohn- und Gewerbegebiete wachsen, Flächen werden für Energieanlagen benötigt, landwirtschaftliche
Betriebe stehen unter Druck und gleichzeitig sollen Natur- und Erholungsräume erhalten bleiben: Die
Ansprüche an die Fläche in der Region Bodensee-Oberschwaben sind vielfältig. Doch wie nehmen die
Menschen ihre Region wahr? Welche Veränderungen in Landschaft, Dörfern und Städten beobachten sie in
ihrem Lebensumfeld? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, stellt der Regionalverband Bodensee-
Oberschwaben im Rahmen des Projekts RegioStrat (Strategische Regionalentwicklung) derzeit drei
zufallsausgewählte Bürgerräte zusammen.
Mit dem Projekt RegioStrat möchte der Regionalverband gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern,
Kommunen, Fachleuten und weiteren Akteuren Wege aufzeigen, wie die vielfältigen Ansprüche an die
begrenzte Fläche in der Region künftig möglichst gut miteinander vereinbart werden können. Diese Fragen
stehen im Mittelpunkt: Was zeichnet Bodensee-Oberschwaben heute aus? Welche Entwicklungen prägen
die Region? Wo sehen die Menschen Chancen und Herausforderungen?
Die Teilnehmenden der drei Bürgerräte – je einer für die Landkreise Sigmaringen, Ravensburg und den
Bodenseekreis – wurden zuvor über ein mehrstufiges Zufallsverfahren aus den Einwohnermelderegistern
ausgewählt und angeschrieben. Ziel ist eine möglichst vielfältige Zusammensetzung hinsichtlich Alter,
Geschlecht, Wohnort und beruflichem Hintergrund, damit unterschiedliche Perspektiven aus der Region
vertreten sind. Jeder Bürgerrat umfasst 15 Bürgerinnen und Bürger.
„Karten, Statistiken und Fachanalysen können vieles zeigen. Sie können aber nicht erzählen, wie Menschen
ihre Region erleben. Genau deshalb sind die Bürgerräte für uns so wertvoll. Sie bringen die Erfahrungen und
Beobachtungen der Menschen vor Ort in das Projekt ein und erweitern unseren Blick auf die Region“, sagt
Wolfgang Heine, Verbandsdirektor des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben.
Die Erkenntnisse aus den Bürgerräten fließen in die weiteren Arbeiten des Projekts „Zukunft Flächennutzung
Bodensee-Oberschwaben 2045“ ein und bilden eine wichtige Grundlage für die nächsten Schritte. Im
weiteren Projektverlauf soll ein gemeinsames Zukunftsbild für Bodensee-Oberschwaben entwickelt werden:
Wie könnte eine lebenswerte Region im Jahr 2045 aussehen und was ist notwendig, um dieses Ziel zu
erreichen? Daraus sollen konkrete Projekte und Maßnahmen entstehen, die dazu beitragen, die vielfältigen
Anforderungen an die Flächennutzung in der Region zukunftsfähig zu gestalten.
Das Projekt wird aus dem Förderprogramm „RegioStrat – Strategische Regionalentwicklung“ des
Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gefördert. Der Regionalverband führt das
Projekt gemeinsam mit der Technischen Universität Dortmund durch. Die Prozessbegleitung und Moderation im Projekt übernimmt Barbara Malburg-Graf (Plan_N – Prozessbegleitung in Planung und nachhaltiger Raumentwicklung).
Der Regionalverband informiert über den weiteren Projektverlauf auf der Website:
www.rvbo.de/Projekte/regiostrat


