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Ravensburg

TWS erziehlt gutes Ergebnis

Helmut Hertle, Geschäftsführer TWS Netz GmbH und Dr. Andreas Thiel-Böhm, Geschäftsführer Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG. Das Foto entstand bereits im Dezember 2019. Bild: TWS

Es sind mehr als bloße Geschäftszahlen, die die Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG (TWS) am Dienstag (28. April) vorgelegt hat: Mit 4,82 Millionen Euro steigerte das regionale Unternehmen mit Sitz in Ravensburg 2019 seinen Gewinn, nach mehreren schwierigen Jahren, um 1,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. „Dieses Ergebnis macht uns stolz. Und es belegt, dass unsere Strategie aufgeht, die TWS zu einem Energie- und Dienstleistungsunternehmen weiterzuentwickeln“, erklärt Geschäftsführer Dr. Andreas Thiel-Böhm. Sein Dank gilt allen Mitarbeitenden, die den Erfolg durch ihren Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr möglich gemacht haben – und die auch in der aktuellen Situation zusammenstehen. Denn das Pandemiegeschehen wird bei allen Unternehmen wirtschaftliche Auswirkungen haben, für Prognosen ist es allerdings noch zu früh. Bei der TWS arbeitet man indes unentwegt weiter an den Zukunftsprojekten, die eine sichere, bezahlbare und umweltfreundliche Energieversorgung der Menschen in der Region Oberschwaben ermöglichen. Dazu gehören der Ausbau der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Ressourcen, der schrittweise Umbau der Stromnetze für die dezentrale Einspeisung und die Entwicklung nützlicher Energiedienstleistungen und Mobilitätsangebote in der Region.

Ausschüttung stärkt Anteilseigner

Vom Jahresüberschuss gehen 3,6 Millionen Euro (Vorjahr: 2,5 Mio. Euro) an die Anteilseigner der TWS, die Städte Ravensburg und Weingarten sowie die EnBW. „Das freut uns besonders, denn wir haben in den vergangenen, schwächeren Jahren viel Rückhalt unserer Anteilseigner erfahren. Jetzt können wir etwas zurückgeben“, unterstreicht Andreas Thiel-Böhm. Rund 1,2 Millionen Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro) gehen in die eigenen Rücklagen. Der Umsatz des TWS-Konzerns lag 2019 mit 152,2 Millionen Euro gut 17 Prozent über dem Vorjahr mit 129,9 Millionen Euro. Auch die Genussrechte in Höhe von 31 Millionen Euro tragen zu einer soliden Unternehmensfinanzierung bei; die Eigenkapitalquote lag im abgeschlossenen Geschäftsjahr bei rund 44 Prozent. Diese finanzielle Ausstattung bildet die Grundlage für Investitionen in die Zukunft, die sich aus dem Zielkatalog der TWS ergeben. Der Zielkatalog bildet die Unternehmensstrategie in mehrjährigen Zeiträumen ab und wird gemeinsam mit den Gremien erarbeitet. Aktuell laufen die Abstimmungen für die Dekade bis 2030.

Energieverkauf und Dienstleistungen

Rund 1.372.177 Megawattstunden Energie hat die TWS 2019 in Form von Ökostrom, Gasprodukten und Wärmelieferungen verkauft (Vorjahr: 1.088.136 MWh). Die Steigerung ist vor allem auf gewonnene Ausschreibungen für Gaslieferungen zurückzuführen. In geringem Umfang trug auch die Übernahme der Wärmeanlagen der Stadtwerke Ravensburg im Jahr 2019 zum Wachstum bei. Die Wärmeanlagen der Stadt Weingarten folgen in diesem Jahr. Dies resultiert aus dem engen Schulterschluss der beiden Anteilseigner-Kommunen Ravensburg und Weingarten mit ihrem Energie- und Dienstleistungsunternehmen. So hat die TWS inzwischen auch die vormals städtischen Photovoltaikanlagen übernommen und kümmert sich um die Straßenbeleuchtung. „Wir sind uns darin einig, dass die Dinge dort erledigt und weiterentwickelt werden, wo die Kompetenzen vorhanden sind“, erörtert Andreas Thiel-Böhm die Grundlage der Zusammenarbeit mit den Kommunen.

8Eigene Stromerzeugung und Infrastruktur

Rund 82 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugte die TWS im Berichtsjahr in eigenen Anlagen und in solchen, an denen sie beteiligt ist. Das Geschäftsfeld Energieerzeugung überschritt wie erwartet die Gewinnschwelle. „Die Aufbauarbeit trägt Früchte: Die eigene Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen trägt jetzt positiv zum Geschäftsergebnis bei“, berichtet Helmut Hertle, Technischer Geschäftsführer der TWS. Parallel zur Erzeugung investiert das Tochterunternehmen TWS Netz GmbH in den Ausbau des Stromnetzes in Ravensburg und Weingarten: Denn die Umstellung von der zentralen Stromerzeugung in großen Kern- und Kohlekraftwerken auf eine zunehmend dezentrale Stromerzeugung über Windkraft-, Solar- und Biomasseanlagen erfordert neue technische Lösungen zur Steuerung von Angebot und Nachfrage. Alleine in das örtliche Stromnetz investierte die TWS Netz 2019 fünf Millionen Euro. Diese Investitionen tragen sich inzwischen auch wirtschaftlich, da die staatlich regulierten Netznutzungsentgelte 2019 angepasst wurden. „Die Anhebung der Netzentgelte war wichtig für den dringend erforderlichen Ausbau unseres Stromnetzes“, konstatiert Helmut Hertle. Zusätzlich baut auch die TWS Netz ihr Dienstleistungsangebot aus: So schätzen inzwischen acht Kommunen im Umland die Unterstützung der Ravensburger Experten bei der Trinkwasserversorgung. Dabei übernimmt die TWS Netz entweder die komplette Betriebsführung oder unterstützt mit Teilleistungen. Diese Leistungen ermöglichen den Kommunen eine hohe Versorgungsqualität und -sicherheit ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Ausblick

Durch die positive Entwicklung der Wärme- und der Stromerzeugungssparte sieht sich die TWS in ihrer Strategie bestätigt und setzt den Kurs konsequent fort: Im Fokus der Portfolio-Erweiterung stehen Dienstleistungen wie das

Energiedach, Mieterstrom, Heizkostenabrechnungen und der Aufbau ergänzender Mobilitätsleistungen. Zum Beispiel werden das betriebliche Fuhrparkmanagement und der Elektrofahrrad-Verleih behutsam weiter ausgebaut. „Triebfeder für unser Tun ist und bleibt der Klimaschutz. Dieser ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit, auch wenn dies aktuell etwas aus dem allgemeinen Fokus geraten ist“, halten die TWS-Geschäftsführer abschließend fest.