Die Stadtverwaltung Weingarten arbeitet weiter intensiv an der Konsolidierung ihres Haushalts. Hintergrund sind die Vorgaben des Regierungspräsidiums Tübingen zum Doppelhaushalt 2026/2027: Bis zum Sommer muss ein Konzept vorliegen, das den Haushalt ab 2027 dauerhaft um rund 1,1 Millionen Euro verbessert.
Nach der Sondersitzung im März stand auch die Gemeinderatssitzung am 27. April im Zeichen dieses Ziels – und erste Maßnahmen greifen bereits: Durch den gezielten Einsatz von Fördermitteln aus dem Bundesprogramm „Sondervermögen Infrastruktur“ können rund 400.000 Euro an Zins- und Tilgungskosten eingespart werden, sodass sich das ursprüngliche Konsolidierungsziel auf rund 700.000 Euro reduziert. Weitere Beschlüsse – etwa zur Anpassung der Vergnügungs- und Zweitwohnungssteuer – wurden bereits im März gefasst.
Im aktuellen Zwischenstand fehlen noch rund 600.000 Euro. Um diese Lücke weiter zu schließen, hat der Gemeinderat nun zusätzliche Maßnahmen beschlossen.
Einstimmig votierte der Rat für die Einführung einer Übernachtungssteuer zum 1. Januar 2027: Künftig sollen zwei Euro pro Übernachtung erhoben werden. Der Gedanke dahinter ist naheliegend – auch Gäste und Besucher nutzen die städtische Infrastruktur, ohne bislang direkt zu deren Finanzierung beizutragen. Die Stadt rechnet mit jährlichen Einnahmen von rund 110.000 Euro; nach Abzug von Kosten und gezielten Investitionen in Tourismus und Gästeangebote verbleiben voraussichtlich rund 85.000 Euro zur Haushaltsverbesserung.
Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde die Anpassung der Verwaltungsgebührensatzung, die Gebühren für städtische Dienstleistungen wie die Ausstellung von Genehmigungen, Bescheinigungen oder Beglaubigungen regelt. Nach der letzten Überarbeitung im Jahr 2017 wird sie jetzt an gestiegene Personal- und Sachkosten moderat angepasst. Die Änderungen sollen zum 1. Juli 2026 in Kraft treten.
Vertagt wurde hingegen ein Antrag der CDU-Fraktion zur Verkleinerung des Rats von derzeit 26 auf künftig 22 Mitglieder. Mit den gefassten Beschlüssen kommt die Stadt ihrem Ziel einer nachhaltigen Haushaltskonsolidierung ein weiteres Stück näher. Die abschließende Beratung zum Gesamtpaket ist für die Sitzung am 29. Juni geplant.


