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Towerstars stehen vorzeitig im Viertelfinale

Harter Kampf, der am Ende belohnt wird. Hier lauert der spätere Siegtorschütze Alec Ahlroth vor dem Tor. Bild: F.Enderle

Die Ravensburg Towerstars haben mit einem hart umkämpften 3:1-Auswärtssieg in Freiburg die Playoff-Teilnahme unter Dach und Fach gebracht. Spielentscheidend waren neben dem 2:1-Kontertor von Alec Ahlroth knapp zwei Minuten vor Schluss auch eine erfolgreich überstandene Unterzahl kurz zuvor. Zurücklehnen können sich die Towerstars und ihre Fans aber noch nicht. Die Entscheidung um das Heimrecht steht noch aus. 

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Vor 2.487 Zuschauern in der gewohnt stimmungsvollen „Echte Helden Arena“ erwischten die Oberschwaben einen kniffligen Start. Gerade einmal 67 Sekunden waren gespielt, da kassierte Kapitän Robbie Czarnik eine Strafzeit wegen Beinstellens. Das Penaltykilling war jedoch gut eingestellt und ließ nur wenige gegnerische Chancen zu. In den folgenden Minuten wog die Partie hin und her, beim Zug zum Tor sowie bei der Anzahl der hochkarätigen Möglichkeiten hatte Freiburg jedoch leichte Vorteile. Ab der 11. Minute holte das Team von Coach Bo Subr deutlich auf. Insbesondere in den fünf Minuten vor der Pause erarbeiteten sich die Towerstars in einer starken Druckphase mehrere gute Einschussmöglichkeiten. Das erste Drittel blieb jedoch torlos.

21 Sekunden vor Ende des ersten Abschnitts erhielt Erik Karlsson eine Strafzeit, nachdem die Ravensburger Bank auf dem Weg in die Pause wegen eines zuvor ungeahndeten Checks gegen den Kopf zu vehement reklamiert hatte. Während der anschließenden doppelten Unterzahl kämpften die Towerstars um jeden Puck, konnten den 1:0-Führungstreffer der Wölfe jedoch nicht verhindern. Lynden McCallum traf per Direktabnahme vom linken Bullykreis. Der Freiburger Topstürmer kam auch danach zu mehreren guten Möglichkeiten und die Towerstars mussten den Gegentreffer zunächst verdauen. Mit zunehmender Spieldauer wurde die Partie wieder ausgeglichener, ehe es in der 30. Minute zu einer Schlüsselszene kam: Freiburgs Lynden McCallum rammte Towerstars-Verteidiger Ryan Odude um. Nach Sichtung des Videobeweises schickten die Unparteiischen den Wölfe-Stürmer mit einer Fünf-plus-Spieldauerstrafe vorzeitig unter die Dusche. Das Powerplay lief flüssig und nach knapp zwei Minuten war der personelle Vorteil genutzt. Thomas Reichel traf aus der Halbdistanz zum 1:1. Trotz weiterer Großchancen blieb es beim Ausgleich, sodass die Towerstars die Gelegenheit verpassten, das Spiel frühzeitig zu drehen.

Im Schlussdrittel knisterte die Atmosphäre spürbar. Beide Mannschaften und auch die Fans kannten die teils bereits vorliegenden Ergebnisse der Konkurrenzklubs. Für beide Teams waren die Punkte in dieser Partie enorm wichtig – das war auf dem Eis deutlich zu spüren. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem klar war, dass jeder noch so kleine Fehler über Sieg und Niederlage entscheiden konnte. Den zahlreich mitgereisten Ravensburger Fans schwante sechs Minuten vor dem Ende nichts Gutes, als ein Freiburger Stürmer nach dem Abpfiff vehement im Torraum nachsetzte und von Denis Pfaffengut rustikal abgeräumt wurde. Während der Freiburger Spieler mit einer Ermahnung davonkam, erhielt Denis Pfaffengut eine Strafzeit. Den Towerstars drohte ein möglicherweise entscheidender Rückschlag, doch die Unterzahlformationen – und nicht zuletzt Ilya Sharipov – arbeiteten aufopferungsvoll und überstanden die zwei Minuten schadlos.

Viele Zuschauer hatten sich bereits auf eine nervenaufreibende Verlängerung eingestellt, doch dazu kam es nicht mehr. Knapp zwei Minuten vor dem Ende leisteten sich die Wölfe einen Puckverlust. Die Towerstars schalteten blitzschnell um und Alec Ahlroth traf frei vor dem Freiburger Torhüter zum 1:2. Dass zehn Minuten zuvor ein Tor wegen einer vermeintlich aktiven Schlittschuh-Bewegung keine Anerkennung fand, war in diesem Moment vergessen. Wenig später nahmen die Wölfe vor einem Bully in der Ravensburger Zone eine Auszeit und ersetzten ihren Torhüter durch einen sechsten Feldspieler. Die Towerstars ließen sich den Sieg jedoch nicht mehr nehmen. Freiburg brachte den Puck nicht mehr entscheidend unter Kontrolle und 18 Sekunden vor dem Ende schob Odeen Tufto zum 1:3 ins leere Wölfe-Tor ein.

„Das war natürlich ein ganz wichtiger Sieg für uns, der insgesamt auch nicht unverdient war“, freute sich Towerstars-Coach Bo Subr nach dem Spiel. „Unsere starke Unterzahl und die starke Torhüterleistung haben den Weg dafür geebnet“, ergänzte er. Die Towerstars gehen damit auf Platz vier rangierend und mit vier Punkten Vorsprung auf Bietigheim in das letzte Hauptrundenwochenende. Dort warten am Freitag auswärts die Blue Devils Weiden sowie am Sonntag auf eigenem Eis die derzeit sechstplatzierten Eisbären Regensburg.