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Towerstars können in Weißwasser ihre Chancen nicht nutzen

Vincent Hessler steuerte zwar zwischenzeitlich den ersten Anschlusstreffer bei, dennoch gingen die Towerstars in Weißwasser leer aus. Archivbild: Kim Enderle

Die starke Serie von sechs Siegen in Folge ist für die Ravensburg Towerstars am Sonntagabend in Weißwasser zu Ende gegangen. Zwar hatten die Oberschwaben phasenweise deutlich mehr vom Spiel, die Gastgeber nutzten ihre Chancen aber vor allem im zweiten Spielabschnitt deutlich effektiver aus.

Die Towerstars traten die weite Reise in die Lausitz ohne den angeschlagenen Torhüter Jonas Langmann an. Damit war wie schon am Freitag im Schlussdrittel gegen Kaufbeuren Enrico Salvarani zwischen den Pfosten gesetzt, als Backup stieg Nico Wiens in den Teambus. Nach fast neun Stunden Anreise galt es für die Oberschwaben zunächst einmal einen guten Rhythmus zu finden. Die Vorgabe wurde in den Anfangsminuten auch weitgehend umgesetzt. Zwar hatten die Hausherren nach 10 Sekunden durch Roope Mäkitalo die erste vielversprechende Szene vor dem gegnerischen Tor, doch nur 52 Sekunden später setzte Josh MacDonald mit einem satten Schuss vom linken Bullykreis das erste Ausrufezeichen. Leon Hungerecker im Tor der Lausitzer Füchse hatte allerdings freie Sicht und keine Mühe.

Die Oberschwaben machten weiter Druck und setzten sich immer wieder im gegnerischen Drittel fest und als nach zweieinhalb Minuten Roope Mäkitalo wegen Behinderung auf die Strafbank musste, bot sich die gute Möglichkeit auf eine frühe Führung. Weißwasser stand in der eigenen Zone allerdings sehr effektiv und das Ravensburger Powerplay tat sich schwer. Das galt auch für die Abstimmung, als die Füchse wieder komplett waren. Ein Pass von der rechten Bande aus rutschte an zwei Ravensburger Verteidigern vorbei und der freistehende Top-Stürmer Richard Mueller schob trocken zum 1:0 ein. Das verlieh Weißwasser natürlich Schwung und als in der 7. Minute Vincent Hessler für zwei Minuten auf die Strafbank musste, wurde dieser Effekt noch weiter verstärkt. Das Powerplay der Füchse lief gut und alsbald erfolgreich. Hunter Garlent nahm in der Halbdistanz den Querpass an und traf platziert zum 2:0 ins kurze Eck.

Die Antwort der Towerstars folgte aber auf dem Fuß. Vincenz Mayer bediente den heranstürmenden Vincent Hessler und der setzte das Spielgerät präzise zum 2:1 Anschlusstreffer in den rechten Torwinkel. Für die Towerstars war dies ausgesprochen wichtig und prompt konnten sie in den Minuten danach das Spiel an sich reißen. In den letzten fünf Minuten des Startabschnitts drehten die Gäste den Spieß aber um, da waren die Füchse durchaus näher am nächsten Treffer.

Der zweite Abschnitt zeigte dann ein äußerst selbstbewusst auftretendes Ravensburger Team. Die Angriffe wurden schnell durch die neutrale Zone gespielt und im Drittel der Gastgeber liefen die Kombinationen vielversprechend. Zwar kamen die Lausitzer Füchse immer wieder zu Entlastungsangriffen, dennoch gehörte das Spiel nun deutlich den Towerstars. Der 2:2 Ausgleichstreffer, für den sich James Bettauer in der 30. Minute verantwortlich zeigte, war da sicherlich überfällig. Nach einem schlampigen Wechsel der Gastgeber eröffnete sich die Chance zu einem 3 gegen 2 Break, das wurde letztlich eiskalt zu Ende gespielt.

Auch danach hatten die Oberschwaben mehr vom Spiel, vor dem Tor fehlte jedoch die letzte Konsequenz im Abschluss. Nicht gerade förderlich war, dass den Lausitzer Füchsen mit einer der wenigen Möglichkeiten in dieser Phase die erneute Führung gelang. Hunter Garlent konnte sich mit kurzem Antritt den entscheidenden Raum verschaffen und setzte die Scheibe präzise ins rechte Kreuzeck. Das 3:2 hatte den befürchteten Effekt: Weißwasser riss das Spiel an sich und konnte den Spielstand bis zur zweiten Pause sogar noch erhöhen. Richard Mueller zog in der 38. Minute am linken Bullykreis ansatzlos ab und überraschte Enrico Salvarani im langen Eck.

Coach Peter Russell schwor seine Schützlinge in der zweiten Pause auf noch mehr Druck auf das gegnerische Tor ein und die Startphase gehörte klar den Towerstars. Doch wo immer die Ravensburger Akteure auch hinschossen, Füchse-Keeper Leon Hungerecker war zur Stelle. Der Druck konnte aber nicht über eine längere Phase aufrechterhalten werden und das Spiel wurde offener. Die Sekunden tickten da natürlich auch immer mehr zugunsten der Gastgeber von der Uhr.

Exakt drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit kam es dann zur entscheidenden Szene des Spiels. Clark Breitkreuz holte Vincenz Mayer kurz nach der blauen Linie von den Beinen und die Towerstars konnten in numerischer Überzahl die Möglichkeit auf den Anschlusstreffer angehen. Coach Peter Russell ging für noch mehr Druck auch volles Risiko und schickte für den Torhüter einen sechsten Feldspieler aufs Eis. Beim Anspielbully vor dem Lausitzer Tor wurde Josh MacDonald aber dann zur tragischen Figur. Sein scharfer Rückpass ging durch die Blueliner hindurch und nahm den direkten Weg zum 5:2 ins verwaiste Tor. Damit war die Partie gelaufen und die Oberschwaben mussten mit dem Trost die weite Heimreise antreten, dass mit etwas mehr Konsequenz im Abschluss sicherlich mehr drin gewesen wäre.

„Jeder gute Lauf geht irgendwann einmal zu Ende, ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Sie haben in einem schnellen Spiel hart gekämpft und sich auch nach dem 2:2 Ausgleich gute Chancen erarbeitet, am Ende hat das aber nicht gereicht“, lautete das Fazit von Coach Peter Russell nach dem Spiel.

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