Am Ende machten die Ravensburg Towerstars das Spiel wieder einmal zu spannend, die Freude über den hart erkämpften 5:3-Auswärtssieg beim Erzrivalen Landshut konnte das aber nicht trüben. Ausschlaggebend war vor allem die Effizienz der Special Teams, die zwei Überzahl- sowie einen Unterzahltreffer markierten. Die Towerstars sind dank des fünften Siegs in Folge nun punktgleich mit Platz vier.
Vor 4.275 Zuschauern, darunter rund 200 Towerstars-Anhängern, sahen sich die Towerstars gleich zu Beginn enormem Druck der Hausherren gegenüber. Nach 75 Sekunden wäre Landshuts Topscorer bei einem pfeilschnellen Drei-gegen-zwei-Konter frei einschussbereit gewesen, doch die Scheibe versprang beim scharfen Querpass. Es dauerte ein paar Minuten, dann kamen auch die Towerstars besser ins Spiel und hatten die eine oder andere gute Einschusschance. Ex-Towerstars-Torhüter Jonas Langmann war allerdings auf dem Posten. Insgesamt wirkten die Aktionen der Niederbayern nach vorne etwas zwingender und nach zehn Minuten machte sich das im Spielstand bemerkbar. David Elsner konnte am Torraum nicht energisch genug am Abschluss gehindert werden und die Towerstars lagen mit 0:1 zurück. Beflügelt von der Führung und der Stimmung auf den Rängen drückte Landshut weiter, allerdings konnten die Oberschwaben dank solider Defensive und eines starken Ilya Sharipov zwischen den Pfosten erfolgreich dagegenhalten. Mehr noch: Als sich die Gastgeber in der 14. Minute eine Strafzeit leisteten, schlug das Ravensburger Powerplay prompt zu. Nick Latta wurde nach 35 Sekunden am linken Bullypunkt bedient und dessen Onetimer schlug zum 1:1-Ausgleich ein. Das verlieh weiteren Schwung für gute Angriffe, es blieb aber beim 1:1 bis zur ersten Pause.
Der zweite Spielabschnitt startete mit einer Strafzeit gegen Erik Karlsson, erneut war das Ravensburger Penaltykilling gefragt. Zwar hatte Landshut einige Großchancen, doch wieder überstanden die Oberschwaben die zwei Minuten schadlos. Dass das erneut mit nur fünf Verteidigern angetretene Towerstars-Team eine große Portion Selbstbewusstsein aufs Eis brachte, zeigte sich in der 27. Minute. Fast von der eigenen Grundlinie gestartet, vernaschte Louis Latta die komplette Landshuter Defensive und schob den Puck mit der Rückhand auch noch an Jonas Langmann zum 1:2 vorbei.Die Partie war danach vollkommen ausgeglichen und hart umkämpft. Das spiegelte sich auch in einer Reihe von Strafzeiten wider, die den Towerstars in der 38. Minute gar eine Fünf-gegen-drei-Überzahl bescherte. Bei Fünf gegen drei trafen die Towerstars zwar nicht, dafür aber dann bei Fünf gegen vier. Die letzten Sekunden des zweiten Spielabschnitts tickten bereits herunter, als die Ravensburger Cracks nochmals einen schnellen Angriff fuhren und Thomas Reichel die Hartgummischeibe platziert aus der Halbdistanz ins rechte Eck zum 1:3 setzte.
Es war klar, dass die Towerstars im Schlussabschnitt einen Gegner zu erwarten hatten, der mit noch mehr Tempo und Druck auf den Anschlusstreffer drängen würde. Noch brenzliger wurde die Lage, als Florin Ketterer eine Strafzeit wegen Beinstellens kassierte. Doch Landshut wirkte im Powerplay ungeduldig und das wussten die Towerstars prompt zu nutzen. Mark Rassell und Robbie Czarnik rochen beim Forechecking in der neutralen Zone die Unsicherheit im Landshuter Spielaufbau, nutzten einen fatalen Fehlpass zum Zwei-gegen-null-Konter, Mark Rassell drückte zum 1:4 ein. Entschieden war das Spiel aber noch lange nicht, denn den Unmut des Landshuter Publikums nahmen sich die Gastgeber zu Herzen und drückten energisch. Als die Towerstars in der 51. Minute ihren fliegenden Wechsel zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt durchführten, kam Landshut durch ein Tor von Immo prompt zum 2:4. Noch waren zehn Minuten auf der Uhr, lange Zeit schien es, als könnten die Towerstars den Vorsprung erfolgreich verwalten. Doch dann kam es zwei Minuten vor dem Ende zu einer weiteren Strafzeit, die der EVL zum 3:4 nutzte.
Sollte den Towerstars der Sieg wie schon im Hinspiel in Ravensburg erneut durch die Finger gleiten? Die Antwort präsentierte Mark Rassell 17 Sekunden vor dem Ende. Nachdem sich die Kollegen mit beherztem Kampf gegen die Sechs-gegen-fünf-Unterzahl gewehrt hatten, brachte der Ravensburger Goldhelm den Puck zum alles entscheidenden 3:5 ins inzwischen leere Landshuter Tor unter.
„Ich bin sehr stolz auf mein Team, das heute erneut auf wichtige Stammspieler verzichten musste. Wir haben zur rechten Zeit auf unsere Chancen gelauert und diese dann auch effektiv verwertet. Am Ende war es noch einmal spannend, aber alle haben hart füreinander gekämpft, um den Sieg über die Zeit zu bringen“, resümierte Towerstars-Coach Bo Subr nach dem Spiel.
Dank der starken Bilanz von 22 Punkten im Weihnachts- und Jahreswechselprogramm seit dem 19. Dezember haben sich die Towerstars auf Platz fünf vorgeschoben und sind nun mit dem Viertplatzierten Landshut punktgleich. Die Ravensburger Cracks haben bis Freitag Zeit, die Akkus wieder aufzuladen. Dann kommt mit dem EC Kassel Huskies der Topfavorit und Tabellenzweite in die CHG Arena.


