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Solide Geschäfte auch in der Corona-Krise

Der Vorstand der Kreissparkasse Ravensburg. Norbert Martin, der Vorsitzende Heinz Pumpmeier und Dr. Manfred Schöner. Bild: F.Enderle

Die Kreissparkasse Ravensburg hat im ersten Halbjahr 2020 eine gute Geschäftsentwicklung verbucht. Quer durch alle Geschäftsbereiche wurden deutliche Zuwächse registriert, trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie. Im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres gab es beim Kundengeschäftsvolumen mit 9,43 Mrd. Euro ein Plus von 4,9 Prozent, der Bilanzgewinn liegt bei 6,3 Millionen Euro.

„Wir sind insgesamt gut durch die Krise gekommen und sind nicht unzufrieden“, lautete das Fazit von Heinz Pumpmeier, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ravensburg. Zwar wurde auch sein regionales Kreditinstitut vor große Herausforderungen gestellt, die Geschäftsentwicklung und die schon in den Vorjahren trotz Nullzinsen sichtbaren Trends warf das nicht aus der Bahn. „Wir haben das ganz gut gemeistert und da muss ich vor allem ein großes Lob an meine Mitarbeiter aussprechen“, betonte Pumpmeier. Dass die Kreissparkasse auch in Krisenzeiten vor und hinter den Filial Kulissen solide arbeiten konnte, kommt nicht von ungefähr. Wie Pumpmeier im Rahmen eines Pressegesprächs erklärte, müssen Kreditinstitute schon seit 2012 Krisenstabs-Strukturen aufrechterhalten. „Das hilft natürlich auch in Zeiten einer Pandemie“, so Heinz Pumpmeier. Dass die Kreissparkasse Ravensburg erneut mit renommierten Auszeichnungen wie „Focus Money“ oder „Der Welt“ bedacht wurde, bestätigte insbesondere die guten Beratungs- und Servicequalitäten der KSK Ravensburg.

Privat- und Firmenkredite mit enormer Steigerung

Dass das Kreditgeschäft aufgrund der Corona-Pandemie aufleben würde, ist sicherlich keine Überraschung. Alleine die Förderkredite der KfW belaufen sich auf 43 Millionen Euro. Wobei Vorstandsmitglied Norbert Martin anmerkte, dass nicht alle Kredite mit der Krisenzeit zusammenhingen. Viele Unternehmen in der Region nutzten auch die Gelegenheit, die günstigen Zinsen der Kredite für Investitionen zu beantragen.  „Einige Firmen beantragten die KfW Kredite auch prophylaktisch, um für alle Umstände gerüstet zu sein. Auch wenn es für fast alle Branchen in der Region alles andere als einfach war, sieht Norbert Martin dennoch einen insgesamt erfreulichen Umstand. „Die ganz großen Befürchtungen sind nicht eingetreten“, so Martin. Dies lag sicherlich auch an der Änderung im Insolvenzrecht, hier sieht das KSK Vorstandsmitglied auch das große „Aber“ der derzeitigen Entwicklung:  „Wir werden die wahren Probleme wohl erst in 2021 oder sogar 2022 sehen“. Einen Stau bei den Anträgen für Corona-Hilfen oder KfW Sonderkrediten gab es bei der Kreissparkasse Ravensburg übrigens nicht, die allermeisten KfW Kreditanträge konnten auch positiv beschieden werden – unter der Voraussetzung freilich, dass das Unternehmen nicht schon vor der Krise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckte.

Online-Banking und Mobiles Bezahlen

Die Alltagsherausforderungen der Corona-Krise sorgten auch bei digitalen Themen für Zuwächse. Aus hygienischen Gründen stand in fast allen Geschäften das bargeldlose Bezahlen im Blickpunkt – sowohl bei den Kunden, als auch Geschäften und der Gastronomie. Mit 3,5 Millionen Transaktionen gab es im ersten Halbjahr 2020 einen Zuwachs von rund 25 Prozent. Großen Anteil hat hier auch die „Sparkassen App“. 26.380 Kunden nutzen mittlerweile die App, mit der kontaktlos mit dem Smartphone bezahlt und die Geldgeschäfte abgewickelt werden kann. Beim bargeldlosen Bezahlen hinkt Deutschland aber weiterhin meilenweit anderen Nationen hinterher. „Wir sind das auf dem Level von Rumänien und Ungarn“, sagte Heinz Pumpmeier hierzu.

Wertpapiere erleben Boom

Dass in Krisenzeiten gespart wird, ist freilich nichts Neues. In Zeiten von Null- und sogar Minuszinsen sind Geldanlagen allerdings mit neuen Herausforderungen behaftet. Lässt der Sparer sein Geld auf dem Spar- oder Girokonto liegen, erleidet er aufgrund der Inflationsrate eine Reduzierung seines Vermögens. So sind Wertpapiere und Aktien wieder stärker im Trend. Durch breite Streuungen bei Fonds wurden die Verluste beim Beginn der Corona-Krise abgefedert, viele Anleger nutzten den kurzen Einbruch beim DAX für Zukäufe. Die Kreissparkasse Ravensburg registrierte im ersten Halbjahr 1,23 Milliarden Euro an Kundenwertpapieren, der damit verbundene Umsatz steigerte sich um 82 Prozent auf 382 Millionen Euro. Vorstandsmitglied Dr. Manfred Schöner sieht im Bereich der Wertpapiere und Aktionen einen eindeutigen Trend. „Die Anleger sind deutlich souveräner im Umgang geworden und sind immer besser informiert“, so Dr. Schöner.

Wertschöpfung für die Region

Von den guten Geschäften der Kreissparkasse Ravensburg profitieren nicht nur die Kunden und Anleger, sondern die gesamte Region. 325.000 Euro des Gewinns fließen an Institutionen und Vereine aus fast allen Gesellschaftsbereichen wieder zurück. Sehen Sie hierzu unsere gesonderte Meldung.

INFO

Die Kreissparkasse Ravensburg hat derzeit 725 Mitarbeiter, darunter 63 Auszubildende. Sie betreibt 35 Filialen und 80 Geldautomaten. Das Kundengeschäftsvolumen belief sich im ersten Halbjahr 2020 auf rund 9,43 Milliarden Euro.