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Schwacher Start ins Schlussdrittel kostet Towerstars die Punkte

Bild: Kim Enderle

Dass die Partie gegen die im Aufwind befindlichen Kassel Huskies alles andere als einfach werden würde, war schon im Vorfeld klar. Dennoch war die 3:4 Heimniederlage mit gewisser Enttäuschung verbunden, hatten die Oberschwaben doch eine zweimalige Führung und teils mehr Spielanteile auf Ihrer Seite.

Der erste Spielabschnitt der Begegnung war geprägt von der taktischen Disziplin beider Mannschaften. Wie Towerstars Coach Peter Russell schon im Vorfeld erwartet hatte, checkten die Gäste aggressiv und früh vor und da dies auch ein prägender Aspekt des Ravensburger Systems ist, waren hochkarätige und herausgespielte Tormöglichkeiten zunächst eher Mangelware. Die für lange Zeit beste Möglichkeit auf Ravensburger Seite hatte Pawel Dronia, der schön im Slot freigespielt wurde. Im 1 gegen 1 Duell gegen Gerald Kuhn hatte er allerdings das Nachsehen. Im weiteren Verlauf des Startdrittels erkämpften sich die Towerstars mehr und mehr Spielanteile. Trotz des Spielstands von 0:0 nach 20 gespielten Minuten spiegelt sich dies im Schussverhältnis von 12:4 auch durchaus wider.

Der zweite Abschnitt brachte dann alsbald den ersten Treffer. Knapp zweieinhalb Minuten waren gespielt, als David Zucker Richtung rechter Pfosten zog und die Scheibe von den Schonern des Huskies Torhüters zum 1:0 über die Linie rutschte. Die Freude der 1553 Zuschauer in der CHG Arena währte aber nur zwei Minuten. Kassel hatte viel Platz bei einem Konter, letztlich war der kurzzeitig eingewechselte Towerstars Torhüter Enrico Salvarani dann im zweiten Nachschuss geschlagen.

Es folgte danach eine Phase, die an den ersten Spielabschnitt erinnerte. Beide Teams hatten aus den zu einfach gefallenen Gegentore gelernt, schon in der neutralen Zone mehr Fokus auf die Defensive zu richten. Nach ein paar weiteren Minuten konnten die Oberschwaben aber doch wieder verstärkt in der gegnerischen Zone Präsenz verbuchen und Sam Herr setzte in der 30. Minute das Ausrufezeichen. Er umkurvte das Huskies Tor, verzögerte kurz und schlenzte die Scheibe aus spitzem Winkel dann trocken unter die Latte. Danach begeisterten die Towerstars mit druckvollen Angriffen und hohem Tempo, das steigerte freilich auch die Stimmung auf den Rängen. Mehrfach waren die Oberschwaben dem dritten Treffer ganz nahe, doch es blieb bei der knappen Führung bis zur zweiten Pause.

Im Schlussabschnitt wurden die Towerstars dann sprichwörtlich eiskalt erwischt. Huskies Stürmer Lukas Laub war in der linken Rundung in Puckbesitz und schlenzte die Scheibe fast von der Grundlinie aus ins Ravensburger Tor, Jonas Langmann hatte das kurze Eck nicht effektiv genug zugemacht. Und es kam noch dicker. Exakt eine Minute später hatten die Gäste erneut schnell umgeschaltet und Huskies Neuzugang Mitch Wahl brachte die Hartgummischeibe gefühlvoll zum 2:3 im rechten Kreuzeck unter. Es dauerte ein paar Minuten, dann agierten die Towerstars in der eigenen Zone wieder gefestigter und das sorgte auch nach vorne für Selbstvertrauen. Als Kassels Brett Cameron wegen unkorrektem Körperangriff auf die Strafbank verbannt wurde, schlug das beste Powerplay der Liga zu. Ein zunächst vor dem Tor abgeprallter Puck bekam Robbie Czarnik auf den Schläger und der hatte das linke Eck sperrangelweit offen – 3:3 und alles war wieder offen.

Dieser Status bekam eine Minute später aber schon wieder den nächsten Dämpfer. Erneut fehlte in den Zweikämpfen die letzte Konsequenz und einen hinter dem Tor gesetzten Pass von Mitch Wahl schob Jamie MacQueen zum 3:4 über die Linie. Zwar warfen die Oberschwaben in der verbleibenden Spielzeit noch einmal alles nach vorne, doch Kassel war zu konsequent und clever, sich diesen Erfolg noch einmal nehmen zu lassen. Auch die Herausnahme des Torhüters zugunsten eines sechsten Feldspielers brachte in den letzten zwei Minuten nichts mehr ein.

„Es war ein attraktives und enges Spiel, das hätte auch in die andere Richtung kippen können. Wir dürfen nach so einer Niederlage den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern müssen nach vorne schauen“, sagte Towerstars Coach Peter Russell. Von Kassels Trainer Tim Kehler gab es zuvor Lob an das Ravensburger Publikum. „Es ist bemerkenswert, dass die Fans die ganzen Einschränkungen und Auflagen auf sich nehmen und dennoch ins Stadion kommen, das unterstreicht auch den Stellenwert des DEL2 Eishockeys“, betonte Kehler.

Am Sonntag reisen die Towerstars zu den Tölzer Löwen, hier werden sie definitiv auf einen selbstbewussten Gegner treffen. Das Team von Coach Kevin Gaudet gewann das Duell der Kurstädte bei Tabellenführer Bad Nauheim mit 1:2 nach Verlängerung. Spielbeginn ist um 18.30 Uhr, die Partie wird live auf SpradeTV zu sehen sein.

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