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Weingarten

„Macht Mathe!“an der PH Weingarten

v.l.n.r. Prof. Dr. Andreas Kittel, Prof. Dr. Christina Drüke-Noe, Prof. Dr. Tobias Huhmann (alle PH Weingarten), Prof. Dr. Andreas Eichler (Universität Kassel). Bild: PH

WEINGARTEN
Am 23. November 2019 nahmen an der Pädagogischen Hochschule Weingarten gut 40 engagierte angehende sowie praktizierende Lehrkräfte an der fachdidaktischen Jahrestagung „Macht Mathe! – Daten – das kann doch (k)ein Zufall sein“ teil. Zu dieser Tagung lud im nunmehr vierten Jahr in Folge der Kontaktkreis der PH Weingarten zusammen mit den Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung Albstadt, Laupheim, Weingarten, Reutlingen, Rottweil und Stuttgart ein.

In diesem Jahr bildeten Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung den thematischen Schwerpunkt. Aus forschungsbezogener und aus schulpraktischer Perspektive ging es um die Frage, wie diese Inhaltsbereiche im Mathematikunterricht der Primarstufe sowie der Sekundarstufe unterrichtet werden können. Zwei Hauptvorträge rahmten die Tagung aus wissenschaftlicher Perspektive und deren Inhalte wurden am Vormittag sowie am Nachmittag in verschiedenen unterrichtspraktischen Workshops vertieft.

Für die beiden Hauptvorträge konnten Professor Dr. Andreas Eichler von der Universität Kassel sowie Dr. Daniel Frischemeier von der Universität Paderborn gewonnen werden. Beide gaben lebhafte Einblicke in die aktuelle wissenschaftliche Diskussion zu Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung und zeigten an zahlreichen Beispielen auf, wie dieses Thema in verschiedenen Schulstufen facettenreich und kognitiv anregend unterrichtet werden kann. Eichler zeigte eindrücklich, dass es nahezu täglich nötig ist, sich kritisch mit Daten auseinanderzusetzen zu können und sehr häufig nicht nur Schülerinnen und Schüler eine fundierte Kenntnis der Wahrscheinlichkeitsrechnung benötigen, um in Situationen des täglichen Lebens fundierte Entscheidungen treffen zu können. Frischemeier gelang es ebenso eindrücklich deutlich zu machen, dass zahlreiche reale Daten schon im Unterricht der Primarstufe umfassend untersucht werden können und Lernsoftware hierbei einen gewinnbringenden Beitrag zur verständnisorientierten Förderung von Lernprozessen leisten kann.

Die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer konnten die Inhalte der Hauptvorträge in vielfältigen themenorientierten Workshops verschiedener Schulstufen vertiefen und die Ausführungen mit Blick auf eine unterrichtliche Umsetzung anwenden und reflektieren. Im Stufenschwerpunkt Grundschule wurden Workshops angeboten, in denen verschiedene Spiele wahrscheinlichkeitstheoretisch betrachtet und kombinatorische Sachsituationen erkundet wurden. In weiteren Workshops konnten Gewinnchancen als Lerngelegenheit in der Grundschule erfahren werden und es wurde der bekannten Fehlvorstellung nachgegangen, ob es denn tatsächlich „schwierig“ ist eine Sechs zu würfeln. Weitere Workshops thematisierten mit Bezug zur Sekundarstufe die Aussagekraft verschiedener Mittelwerte, führten an Beispielen in die computerbasierte Simulation stochastischer Situationen ein oder nutzten das Galtonbrett sowie eine Tabellenkalkulation, um Zufallszahlen zu generieren und deren Häufigkeiten auszuwerten.

Insgesamt gelang es im Rahmen dieser mathematikdidaktischen Jahrestagung auch im Jahr 2019, in beispielgebender Weise Theorie und Praxis miteinander zu verzahnen und vielfältige Gelegenheiten zu schaffen, angehende sowie praktizierende Lehrkräfte miteinander ins Gespräch zu bringen und den wechselseitigen Austausch zwischen Wissenschaft und Schulpraxis anzuregen und weiter zu intensivieren.