Im Rahmen des Tags des offenen Denkmals veranstaltete das Stadtarchiv am 13. September eine Schreibwerkstatt zur Schulgeschichte der Stadt. Rund 40 Interessierte erinnerten sich an ihre Schulzeit in der Kuppelnaustraße 7, tauschten sich mit anderen Ehemaligen aus und ließen sich von ausgestellten Erinnerungsstücken inspirieren. Die dabei entstandenen Texte werden nun in den Bestand des Stadtarchivs aufgenommen. Sie stehen künftigen Generationen als historische Quellen zur Alltagsgeschichte zur Verfügung.
Die in der Schreibwerkstatt verfassten Texte lassen den Alltag an Ravensburger Schulen vergangener Jahrzehnte lebendig werden. Die Teilnehmenden berichteten von beschwerlichen Schulwegen, die zu Fuß zurückgelegt werden mussten, vom Heizen der Schulräume mit Eisenöfen oder vom Rodeln auf dem Schulranzen an Wintertagen. Auch Erinnerungen an die Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurden festgehalten. Damals fand der Unterricht in der Kuppelnaustraße 7 im oberen Stockwerk unter beengten Verhältnissen und mit improvisiertem Schulmaterial statt. Der restliche Teil des Gebäudes war als französische Schule von der Delegation der französischen Militärregierung beschlagnahmt.
Das Gebäude in der Kuppelnaustraße 7 wurde 1889 als höhere Töchterschule erbaut. Bis Mitte der 1970er-Jahre beherbergte es wechselnde Klassen verschiedener Ravensburger Schulen. 1989 bezog das Stadtarchiv die Räumlichkeiten.
Das Stadtarchiv freut sich über weitere Erinnerungen. Interessierte können es donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr besuchen oder telefonisch unter 0751 82-2776 beziehungsweise per E-Mail an stadtarchiv@ravensburg.de Kontakt aufnehmen.

