Am Montag, 9. November, um 18 Uhr lädt das Museum Humpis-Quartier zur Stadtführung „Auf Spurensuche nach jüdischem Leben“ ein. Der Rundgang mit Stadt- und Museumsführer Christophe Freund beleuchtet die Geschichte jüdischen Lebens in Ravensburg vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert und nimmt dabei sowohl historische Orte in der Altstadt als auch neue Ausstellungsbereiche des Museums in den Blick.
Die 90-minütige Führung führt zu bedeutenden Stationen jüdischer Geschichte in Ravensburg. Dazu gehören die ehemalige Judengasse am Grünen Turm sowie die Handwerkerhäuser der Unterstadt, die Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt der jüdischen Bevölkerung geben. Anhand der enteigneten Kaufhäuser auf dem Marienplatz und der in Ravensburg verlegten Stolpersteine werden zudem die schrittweisen Mechanismen der Ausgrenzung und Verfolgung während der Zeit des Nationalsozialismus erläutert.
Neu in die Führung integriert ist ein Besuch der neuen Dauerausstellungsbereiche des Museum Humpis-Quartier. Dort wird auch die Geschichte des Kaufmanns Gustav Adler vorgestellt. Gustav Adler war in den 1920er-Jahren Mitglied des Turnvereins Ravensburg. Als Schwimmwart leitete er die Schwimmabteilung und rettete als Rettungsschwimmer im Flappachbad zwei Kinder vor dem Ertrinken. Noch 1932 trug er bei einer Gedenkfeier die Fahne des Vereins.
Mit dem zunehmenden Antisemitismus änderte sich seine Situation grundlegend. 1933 wurde Gustav Adler aus dem Verein ausgeschlossen. Während der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde er verhaftet und mehrere Tage inhaftiert. Ein Jahr später emigrierte die Familie Adler in die USA.
Karten zur Teilnahme können vorab online gekauft werden.
Termin: Montag, 9. November, 18 Uhr
Dauer: ca. 90 Minuten
Vorverkauf: Im Online-Shop des Museum Humpis-Quartier


