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OSK-Oberarzt Dr. Marc-Michael Ventzke hat Bundesverdienstkreuz

Dr. Marc-Michael Ventzke (links) erhält das Bundesverdienstkreuz von Bayerns Europaminister Eric Beißwenger (rechts). Bild: OSK

Dr. Marc-Michael Ventzke, Oberarzt am Westallgäu-Klinikum Wangen, hat in München das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. Der 47-jährige gebürtige Ravensburger, der in Wangen aufgewachsen ist, sein Abitur machte und dort seit 2023 an der Klinik für Anästhesie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin arbeitet, erhielt die Auszeichnung für seine herausragende Arbeit im Katastrophenschutz und in der Notfallversorgung. Auch während der Corona-Pandemie brachte er sich unermüdlich für die Sicherheit erkrankter Menschen ein. Im Auftrag des Bundespräsidenten überreichte Bayerns Europaminister Eric Beißwenger Dr. Ventzke für seine besonderen Verdienste um das Gemeinwohl den Orden.

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„Dr. Ventzke ist im wahrsten Sinne des Wortes zu jeder Tages- und Nachtzeit im Einsatz und steht für jeden, der nach einem medizinischen Rat sucht, zur Verfügung“, sagte Beißwenger in seiner Laudatio im Prinz-Carl-Palais der Bayerischen Staatskanzlei. Beißwenger rühmte den Oberarzt, der in Wangen auch den Notarzt-Standort leitet, für seine große Empathie: „Mit Ihrem enormen Engagement für das Rettungswesen und Menschen in Not haben Sie viel Leid lindern können. Für viele Menschen, die auf Ihre Hilfe angewiesen waren, waren sie ein echter „Engel auf Erden“.“

Am Ordensverfahren hatte das Bundesverteidigungsministerium großen Anteil. Grund: Dr. Ventzke absolvierte sein Medizinstudium in Ulm als Zeitsoldat, er verpflichtete sich für insgesamt 23 Jahre. Lange arbeitete er im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm, später im Krankenhaus Günzburg (im Austausch mit einem zivilen Kollegen, der dafür nach Ulm ging). 2021 wurde Dr. Ventzke wieder Zivilist und wechselte an die Uniklinik Augsburg, ehe er zur Oberschwabenklinik kam.

Im Jahre 2008 erwarb Dr. Ventzke die Zusatzbezeichnung Notarzt, seither absolvierte er rund 3200 Einsätze – darunter auch einige mit Rettungshubschraubern. Statistisch absolvierte er achteinhalb Jahre lang jeden Tag einen Einsatz. Dr. Ventzke deckt als Leitender Notarzt einen Großteil der Einsätze in seinem Dienstbereich Günzburg ab. Dort etablierte er zudem eine Hintergrund-Notarztgruppe für die Stadt.

„Dr. Ventzke ist ein absoluter Experte“, sagte Beißwenger, „sein enormes Fachwissen behält er aber nicht für sich, sondern teilt es: Er entwickelt den Rettungsdienst weiter, publiziert seine Ideen und setzt sie als Pilotprojekte um. Er arbeitet in der Aus- und Weiterbildung für Studenten, Klinik-, Rettungs- und Notarztpersonal sowie der Feuerwehr.“ Der Oberarzt publiziert regelmäßig Artikel in Fachzeitschriften und tritt auch als Referent auf Kongressen, Lehrgängen und im studentischen Unterricht auf.

Während der Corona-Zeit profilierte sich Dr. Ventzke zudem als ärztlicher Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz. Für die 27 Kliniken der Region Donau-Iller erstellte er Versorgungskonzepte und medizinische Leitlinien für die Unterbringung von Corona-Kranken.

Auch seine Freizeit widmet der Vater zweier Kinder Menschen in Notlagen: Voller Leidenschaft engagiert er sich für die Weiterentwicklung des Rettungswesens und nimmt dabei auch private Einschränkungen in Kauf. 60-Stunden-Wochen seien für ihn keine Seltenheit, räumt Dr. Ventzke ein. Deshalb danke er vor allem seiner Frau und seinen Kindern, „die viel und oft auf mich verzichten und oftmals unsere Tagespläne komplett über den Haufen werfen mussten“.

Von der Ordensverleihung habe er im Dezember in einem Brief erfahren, erzählt der Anästhesist. „Für mich war das ein wenig unwirklich und irreal, weil ich im Grunde nur das gerne und viel mache, was ich eben kann und mir Freude bereitet, als Arzt im Dienst an der Gemeinschaft. Aber natürlich war ich dann schon stolz, als ich das Bundesverdienstkreuz in der Hand hatte.“

Bei seiner Arbeit habe ihn immer schon fasziniert, wie man trotz eines schwierigen Umfelds mit begrenzten Ressourcen noch besser werden könne – etwa unter erschwerten Bedingungen wie bei der Feuerwehr oder im Rettungsdienst, sagt Dr. Ventzke. „Ich mache mir viele Gedanken über den Katastrophenschutz, insbesondere, wie man bei zerstörter Infrastruktur eine möglichst individualmedizinische Versorgung gewährleisten kann. Mein Anspruch ist immer, die bestmögliche Hilfe auch unter widrigsten Bedingungen anzubieten und sicherzustellen.“

Alleine komme man diesen Bereichen allerdings nicht weit, das gelinge nur im Team. „Den Orden habe zwar ich bekommen“, sagt Dr. Ventzke. „Die Dinge, die wir vorangebracht haben, wären allerdings alleine nie möglich gewesen, sondern nur mit vielen Mitstreitern. Ich habe in meinen Bereichen unglaublich viele Menschen getroffen, die motiviert waren und motiviert sind, mitzumachen, die sich von Ideen und Vorhaben begeistern lassen. Das ist nicht überall selbstverständlich.“

Der Zeitaufwand zahle sich für ihn aus. „Die Arbeit macht mir einfach Spaß. Vor allem, wenn man durch langfristige, auch kräftezehrende Arbeit am Ende dauerhafte Erfolge sieht. Wenn man begeisterte Mitgestalter hat, dann laufen Dinge, die man anstößt und entwickelt nach einer gewissen Zeit selbstständig und nachhaltig weiter“, sagt Dr. Ventzke. Interessant für ihn sei vor allem, Prozesse langfristig zu beobachten und immer wieder kritisch zu überprüfen. „Nichts ist schlimmer, als etwas zu etablieren und nie wieder zu hinterfragen, ob es so sinnvoll ist, oder noch den aktuellen Anforderungen genügt. Immer auf der Höhe der Zeit und der aktuellen Medizin zu sein ist kein geringer Anspruch.“

Vor allem der ländliche Raum liegt Dr. Ventzke am Herzen. „Versorgungsforschung und -Entwicklung spielt sich in Deutschland an den Hochschulen und Universitäten ab. Die Realität in den ländlichen Bereichen ist allerdings oftmals eine ganz andere – egal ob man personelle, materielle oder finanzielle Ressourcen betrachtet. Doch auch hier hat man das Recht auf aktuelle medizinische Standards in allen Bereichen.“

Die Kollegen der Oberschwabenklinik freuen sich mit ihrem prominenten Mitstreiter: „Dr. Marc-Michael Ventzke zeichnet sich durch ein enormes notfallmedizinisches Fachwissen aus, das er immer wieder zum Wohle unserer Patienten einsetzt. Ich bin sehr dankbar, einen solch wertvollen und hoch motivierten Mitarbeiter im Team zu haben. Das Bundesverdienstkreuz ist hoch verdient!“, sagt Prof. Dr. Andreas Straub, Chefarzt der anästhesiologischen Abteilung der OSK.

„Dr. Ventzke ist ein Vorbild für alle Menschen, die diesen Beruf ergreifen. Ein Arzt, der medizinische Kompetenz, unermüdliches Engagement, große Empathie und nachhaltiges Denken auf großartige Weise vereint. Dass ein Notarzt und Anästhesist von uns das Bundesverdienstkreuz erhalten hat, macht uns alle an der OSK stolz“, kommentiert Prof. Dr. Oliver Rentzsch, der Ärztliche Direktor der OSK.

Auch Geschäftsführer Franz Huber gratuliert Dr. Ventzke. „Er ist ein Arzt, der unglaublich viel für die Gemeinschaft investiert, mit Herz und großem Verstand. Dass dies politisch und gesellschaftlich nicht ignoriert, sondern gesehen, wertgeschätzt und auch belohnt wird mit der größten Auszeichnung, die unser Land zu vergeben hat, ist auch ein Zeichen an alle unsere Mitarbeitenden. Wir können stolz darauf sein, was wir an der Oberschwabenklinik und im Gesundheitsbereich insgesamt für unsere Gesellschaft leisten.