Die Ravensburg Towerstars haben das Wochenende doch noch versöhnlich abgeschlossen. Die Mannschaft von Trainer Bo Subr brachte vom Derby in Kaufbeuren zwei Punkte mit, Nick Latta war in der zweiten Minute der Verlängerung der gefeierte Held.
Bei den Towerstars standen neben Matej Mrazek, Nikita Kessler und Simon Sezemsky auch Torhüter Ilya Sharipov verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Zwischen den Pfosten stand daher erneut Nico Wiens, auf der Bank unterstützt von Mathias Nemec. Vor 2.442 Zuschauern starteten die Gastgeber wie erwartet druckvoll ins Spiel, die Towerstars taten sich aufgrund des aggressiven Vorcheckings des ESVK bereits beim Spielaufbau schwer. Immerhin konnte die Ravensburger Defensive hochkarätige Chancen des Gegners verhindern. So auch zwischen der 6. und 8. Spielminute, als Nick Latta den Torhüter in dessen Torraum touchierte und dafür zwei Strafminuten wegen Behinderung aufgebrummt bekam. Das Penaltykilling sollte an diesem Abend jedoch definitiv zu den Stärken der Towerstars gehören. Das Powerplay zählte hingegen nicht dazu: Bei einer Überzahl in der 10. Minute gelang den Oberschwaben kein Schuss auf das gegnerische Tor. Da auch Kaufbeuren seine wenigen Chancen nicht konsequent abschloss, endete das Startdrittel folgerichtig torlos.
Im zweiten Abschnitt mussten die Towerstars zunächst eine weitere Unterzahl überstehen. Das gelang schadlos, danach wurden Tempo und Druck deutlich angezogen. Dies eröffnete den Hausherren jedoch mehrere Konterchancen. In der 25. Minute verbuchte das Spiel gleich zwei hochkarätige Möglichkeiten innerhalb weniger Sekunden. Zunächst verpassten die Towerstars bei einem Zwei-gegen-eins-Break die mögliche Führung, im direkten Gegenzug hatte Torhüter Nico Wiens bei einem Zwei-gegen-null-Break gleich zwei gegnerische Stürmer vor sich – da der Puck jedoch weit über das Tor segelte, brauchte der 20-jährige Förderlizenzkeeper der Selber Wölfe nicht einzugreifen. Knapp drei Minuten später fiel dann aber doch der erste Treffer des Spiels: Luca Hauf brachte von der linken Seite einen scharfen Pass zu Erik Karlsson auf der rechten Seite, dessen harte Direktabnahme aus spitzem Winkel ESVK-Keeper Cody Porter unglücklich selbst ins Tor ablenkte – 0:1, knapp 27 Minuten waren gespielt.
Allerdings durften sich die Towerstars und die rund 250 mitgereisten Fans nur vier Minuten über die Führung freuen. Einen schnellen Zwei-gegen-eins-Konter schlossen die Gastgeber diesmal cleverer ab, Brent Raedeke lupfte den Puck mit der Rückhand zum 1:1 in den linken Torwinkel. Danach entwickelte sich ein weitgehend offener Schlagabtausch, wobei Kaufbeuren bei den wirklich hochkarätigen Chancen die Nase vorn hatte. Pavels Nikitins hatte aus zwei Metern das linke Eck weit offen, doch der Puck landete glücklicherweise nur am Außennetz. Mehr Abschlussglück bewies zwei Minuten vor der Pause dann Mark Rassell. Er fuhr gemeinsam mit Odeen Tufto einen Zwei-gegen-eins-Konter und der Towerstars-Goldhelm setzte die Scheibe aus der Halbdistanz platziert ins linke Kreuzeck. Die 1:2-Führung nahmen die Oberschwaben mit in die zweite Pause.
Es war klar, dass die aufgrund ihres abgeschlagenen Tabellenplatzes ohnehin unter Druck stehenden Buron Joker im Schlussabschnitt alles daransetzen würden, sich gegen die nächste Niederlage zu wehren. In der 44. Minute war es dann so weit: Die Zuordnung vor dem eigenen Tor passte nicht und Max Oswald konnte beim Abschluss nicht entscheidend gestört werden. Nick Latta hatte fünf Minuten später die Chance, den Rückstand wieder geradezubiegen, scheiterte jedoch bei einem Gegenstoß aus halblinker Position am Kaufbeurer Torhüter. In der Schlussphase wurde Nico Wiens mehrfach geprüft, doch der 20-Jährige im Ravensburger Tor zeigte weiterhin eine fehlerfreie Leistung. Beim 2:2 blieb es auch nach regulärer Spielzeit, sodass die Overtime über den Zusatzpunkt entscheiden musste. Dort hatte Robbie Czarnik bereits in der Startminute zweimal die Entscheidung auf dem Schläger, letztlich sorgte jedoch Nick Latta für den „Lucky Punch“: Bei einem Konter traf er aus halblinker Position platziert ins rechte Lattenkreuz zum 2:3.
„Wir sind froh über die zwei Punkte heute, aber das war definitiv nicht unser bestes Spiel“, sagte Towerstars-Coach Bo Subr nach der Partie. „Die mentale Einstellung passte in vielen Phasen nicht, wir waren gedanklich oftmals zu langsam und haben die Beine nicht genug bewegt. Sicherlich hat Kaufbeuren gut dagegengehalten und gekämpft, dennoch haben wir nicht das abgeliefert, was wir uns im Vorfeld selbst abverlangt haben“, ergänzte der Trainer.
Da Landshut und Regensburg ihre Sonntagsspiele jeweils nach regulärer Spielzeit für sich entschieden, verloren die Towerstars einen Tabellenplatz und sind nun Sechster. Der Punkteabstand zu Platz vier ist mit einem Zähler jedoch weiterhin überschaubar.


