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Towerstars vergeben Testspielsieg in der Schlussminute

Bild: Kim Enderle

Zwei Tage nach dem überzeugenden Auswärtssieg in Heilbronn zogen die Ravensburg Towerstars in eigener Arena diesmal den Kürzeren. Vor 515 Zuschauern unterlag das Team von Coach Peter Russell mit 5:6 nach Penaltyschießen.

Neben Andreas Driendl mussten die Towerstars erneut auf Verteidiger Kilian Keller verzichten, damit stand dieselbe Aufstellung wie in Heilbronn zwei Tage zuvor auf dem Eis. Anders war an diesem Nachmittag jedoch die taktische Einstellung der Gäste. Die Falken agierten in der neutralen Zone deutlich gefestigter und die Oberschwaben taten sich schwer. Das wirkte sich nicht nur auf die Bemühungen in der Offensive aus, sondern auch auf die Abstimmung in der eigenen Zone. So sahen sich die Gastgeber nach fünfeinhalb Minuten einem 0:2 Rückstand gegenüber, an dem sich im weiteren Verlauf des Startabschnitts auch bei einer doppelten Überzahl über eine Minute nichts drehen ließ. Hochkarätige Chancen gab es einige, der Abschluss war jedoch ohne Ertrag.

Deutlich besser lief es für die Ravensburger Cracks dann im zweiten Spielabschnitt. Nicht einmal zwei Minuten waren gespielt, da hämmerte Florin Ketterer die Scheibe von der blauen Linie zum 1:2 in die Maschen, das gab freilich Auftrieb. Die Angriffe liefen jetzt wieder schneller und effektiver durch die neutrale Zone und vor dem Tor von Falken-Keeper Arno Tiefensee herrschte zusehends Gefahr. Der immer stärker werdende Druck wurde dann in der 30. Minute auch belohnt. Josh MacDonald klaute nach einer vermeintlich geklärten Situation einem Heilbronner Verteidiger die Scheibe vom Schläger und nach pfeilschnellem Querpass musste Robbie Czarnik nur zum umjubelten 2:2 Ausgleich einzudrücken.

Jetzt spielten nur noch die Gastgeber, die wie schon am Freitag die Scheibe schnell und präzise laufen ließen. Wenn es doch einmal mit dem Passspiel zu eng wurde, versuchte man es mit selbstbewussten Einzelaktionen. So wie Sam Herr in der 34. Minute, der sich sehenswert durch die Heilbronner Abwehr tankte und zur erstmaligen Führung traf. Eine halbe Minute später gab es dann Aufregung auf dem Eis. Nach einem Check in der rechten Rundung blieb Florin Ketterer verletzt liegen, nach Sichtung des Videobeweises setzte es für Stefan Della Rovere eine 5 Minuten Strafe. Die lange Überzahl konnten die Oberschwaben allerdings nicht nutzen und es ging mit dieser knappen, zu diesem Zeitpunkt aber durchaus verdienten Führung in die zweite Pause.

Das Schlussdrittel war dann geprägt von einem Wechselbad der Gefühle und die Trainer beider Mannschaften dürften hier so einiges Video-Anschauungsmaterial für die kommende Trainingswoche gesammelt haben. Zunächst mussten die Towerstars in der 46. Minute den 3:3 Ausgleich schlucken. Zu diesem Zeitpunkt saß Robbie Czarnik nach einem Beinstellen auf der Strafbank, Justin Kirsch nutzte das Heilbronner Powerplay. Das Spiel schien wieder auf der Kippe, aber eine gute Chance von Alexander Dosch in der 52. Minute läutete eine starke Ravensburger Phase ein. Eine Minute später bestrafte Robbie Czarnik einen Patzer der Falken in der eigenen Zone eiskalt zum 4:3 Führungstreffer, in Überzahl ließ Vincenz Mayer per Nachschuss dann das vermeintlich vorentscheidende 5:3 folgen.

Noch war das Spiel aber nicht durch, denn Heilbronn versuchte in der Schlussphase mit der Herausnahme des Torhüters zugunsten eines 6. Feldspielers noch einmal heranzukommen. Nach einem ganz knapp am linken Pfosten vorbei rutschenden Weitschuss gab es Bully vor dem Ravensburger Tor, wenig später drückte Judd Blackwater den Puck zum 5:4 Anschlusstreffer über die Linie. Heilbronn war wieder in Reichweite und hatte 8,5 Sekunden vor Ende das nötige Quäntchen Glück. Ein Distanzschuss wurde vor dem Tor von Jonas Langmann abgefälscht und senkte sich hinter dem Keeper zum 5:5 Ausgleich ins Tor.

In der anschließenden Verlängerung ergab sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die Towerstars sicherlich die klareren Möglichkeiten aufweisen konnten. Ein Treffer gelang allerdings nicht und so musste das Penaltyschießen entscheiden. Hier traf der Heilbronner Stefan Della Rovere als einziger von sechs Schützen ins Tor. Trotz der etwas unglücklichen Niederlage verweilten noch mehrere Hundert Zuschauer auf den Rängen und verfolgten die Team-Vorstellung mit Kurzinterview von Spielern, Trainern und der Geschäftsführung.

Nach einer weiteren Trainingswoche stehen kommenden Freitag in Kaufbeuren sowie am Sonntag in Memmingen die letzten beiden Testspiele auf dem Programm, ehe es am 1. Oktober erstmals um DEL2 Punkte gehen wird.

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