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Towerstars Siegesserie reißt in Heilbronn

Auch nach den beiden Treffern zum 0:2 hatten die Towerstars ausreichend Chancen auf den Ausbau der Führung. Bild: F.Enderle

Nach acht Siegen in Folge musste das Team von Coach Peter Russell dem Gegner den Sieg überlassen. Die Oberschwaben unterlagen in Heilbronn mit 2:3 nach Verlängerung, Chancen für mehr Punkte gab es aber durchaus.

Da wie schon am Freitag Pawel Dronia und Tim Sezemsky nicht zur Verfügung standen und der Ingolstädter Förderlizenzverteidiger Simon Gnyp bei seinem angestammten Club gebraucht wurde, wurde Kapitän Vincenz Mayer zur fünften Defensivkraft umfunktioniert.

Die Oberschwaben hatten im Heilbronner Eisstadion am Europaplatz einen druckvollen Start. Da die gastgebenden Falken vor dem Tor aggressiv und effektiv arbeiteten, resultierten zunächst wenig Tormöglichkeiten. Das galt auch für die Gegenseite. Erst nach rund zwei Minuten musste Towerstars Keeper Jonas Langmann erstmals nennenswert eingreifen. Prinzipiell hatten die Ravensburger Cracks in der ersten Phase des Spiels etwas mehr Spielanteile. Konnte sich Heilbronn allerdings im Drittel der Towerstars festsetzen, wurde es gefährlich. Nach fünfeinhalb Minuten musste Jonas Langmann gleich zweimal innerhalb weniger Sekunden die Falken-Nachschüsse entschärfen.

Für das stets schnell aufgebaute Angriffsspiel wurde das Team von Coach Peter Russell in der 11. Minute belohnt. Die erste Sturmreihe hatte sich im gegnerischen Drittel gut behauptet, David Zucker spielte dann den Puck aus der Rundung zu Sam Herr und der ließ bei seinem platzierten Handgelenkschuss in den linken Torwinkel Falken Keeper Arno Tiefensee keine Chance. Auch danach waren die Oberschwaben in den meisten Phasen tonangebend, Robbie Czarnik hätte diesen Umstand in der 16. Minute auch veredeln können. Von der eigenen blauen Linie gestartet, tankte er sich durch die komplette Heilbronner Defensive. Arno Tiefensee blieb im 1 gegen 1 Duell dann jedoch Sieger.

Im direkten Gegenzug gab es dann hinter dem Ravensburger Tor Aufregung. Denis Pfaffengut wurde von Justin Kirsch von hinten in die Bande gecheckt, dafür setzte es eine 5 Minuten Strafe. Bei den nachfolgenden „Meinungsverschiedenheiten“ folgten weitere Strafzeiten, weshalb sich die numerische Überzahl auf drei Minuten reduzierte. Das Powerplay war durchaus druckvoll, Ertrag bracht es allerdings keinen.

Der zweite Spielabschnitt bot einen zunächst ausgeglichenen und attraktiven Schlagabtausch, in dem die Oberschwaben allerdings ab der 25. Minute unter stärkeren Druck gerieten. Julian Eichinger musste für zwei Minuten auf die Strafbank, die Unterzahl-Specialteams wehrten sich allerdings vehement und erfolgreich gegen das Falken-Powerplay. Towerstars Keeper Jonas Langmann überzeugte auch in der 29. Minute, als gleich zwei Heilbronner auf seinen Kasten zogen, er gegen den frei stehenden Julian Lautenschlager aber Sieger blieb.

Angesichts des Drucks der Falken durchaus willkommen kam da natürlich die Szene knapp zwei Minuten später. Sam Herr lauerte im Slot, konnte nach der Puckannahme noch zwei Schritte laufen und tanzte den Heilbronner Torhüter dann beim 0:2 eiskalt aus. Die Towerstars hatten danach die Partie wieder klar im Griff, zum Manko wurde allerdings die Chancenverwertung. Zunächst scheiterte Josh MacDonald bei 2 gegen 1 Gegenstößen, dann brachte Robbie Czarnik die Scheibe nicht im gegnerischen Tor unter. Auch eine Strafzeit der Gastgeber in der 34. Minute konnte nicht in einen Treffer umgemünzt werden.

Heilbronn blieb damit im Spiel und nutzte diesen Umstand in der 37. Minute gleich doppelt aus. Die Ravensburger Abwehr ließ beim 1:2 einen Puck einen Sekundenbruchteil frei liegen, Simon Thiel traf mit der Rückhand unter die Latte. Nur 35 Sekunden später mussten die Towerstars gar den Ausgleich schlucken. Bei einem Heilbronner Angriff formierte sich in der Rückwärtsbewegung die Abstimmung zu wenig konsequent und Judd Blackwater glich den Spielstand auf 2:2 aus. Die Ravensburger Cracks hatten Glück, dass es nicht noch dicker kam, als Stefan Della Rover im Nachschuss nur den linken Pfosten traf.

Im Schussabschnitt boten beide Mannschaften ein hochklassiges Eishockeyspiel. Die Towerstars hatten die Pause offensichtlich effektiv genutzt sich neu einzustellen, das war bei den weiter selbstbewusst auftretenden Gastgebern auch enorm wichtig. Die Partie wog hin und her, beide Mannschaften hatten beste Möglichkeiten auf den nächsten und vermeintlich vorentscheidenden Treffer. Bei den Towerstars war es beispielsweise Fabian Dietz, der sowohl in der 44. als auch 50. Minute an Arno Tiefensee scheiterte.

Je näher die Spielzeit dem Ende entgegen tickte, desto dramatischer wurden die Torszenen. Im Brennpunkt stand in der Schlussminute vor allem Jonas Langmann, der mehrfach in höchster Not parierte und sich bei einem Lattentreffer auf das viel zitierte „Glück des Tüchtigen“ zurückgreifen musste. Es blieb beim Unentschieden nach 60 gespielten Minuten, die Verlängerung musste über den Zusatzpunkt entscheiden. Nach exakt 90 Sekunden war der Spuk dann vorbei. Direkt vor der eigenen Spielerbank kam es zum Puckverlust, Simon Thiel spielte sofort weiter in den Lauf von Julian Lauterschläger und der überwand Jonas Langmann dann zum 3:2.

„Ich kann den Jungs absolut keinen Vorwurf machen. Heilbronn war ein starker Gegner“, sagte Towerstars Trainer Peter Russell und ergänzte: „Immerhin konnten wir noch einen Punkt mitnehmen“

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