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Schwaches Schlussdrittel kostet Towerstars die Punkte

Bild: Kim Enderle

Einen am Ende enttäuschenden Abend erlebten die Towerstars samt 1610 Zuschauer im Heimspiel gegen Bad Tölz. Trotz deutlicher spielerischer Überlegenheit in den ersten beiden Spieldritteln blieb das Team von Coach Peter Russell beim 3:4 am Ende ohne Punkte.

Die Oberschwaben wollten den Schwung des Auswärtssiegs in Kassel auch in diese Begegnung mitnehmen und legten vom Anspielbully an ein gutes Tempo vor. Die erste Möglichkeit für die Gastgeber verbuchte der Ingolstädter Förderlizenzstürmer Enrico Henriquez-Morales nach 74 Sekunden. Eineinhalb Minuten später war der Schwung allerdings raus. David Zucker musste wegen Hakens auf die Strafbank, im nachfolgenden Powerplay zeigte sich der Tölzer Stürmer Ian Brady aus der Halbdistanz zielsicher und die Scheibe schlug in der 4. Minute flach zum 0:1 im rechten Eck ein.

Hatten die Gäste aus Oberbayern beim ersten Überzahlspiel nur 36 Sekunden zur Verwertung benötigt, reichten beim 0:2 gar nur 12 Sekunden. Diesmal zeigte sich Grant Besse für den Treffer verantwortlich, der am rechten Pfosten angespielt wurde und direkt abzog. Die Oberschwaben zeigten nach diesem herben Rückschlag nach sechseinhalb Minuten aber eine gute Reaktion. Charlie Sarault tankte sich eine halbe Minute nach dem Anspielbully selbstbewusst durch die Gäste-Zone und brachte die Scheibe aufs Tor, im Nachschuss brauchte Sam Herr den Puck dann nur ins leere Tor zu drücken.

Jetzt hatten die Oberschwaben zur Freude der Zuschauer auf den Rängen definitiv den Reset-Knopf der Partie gedrückt. Das Spielgerät lief schnell durch die neutrale Zone und nur 39 Sekunden nach dem Anschlusstreffer glich Fabian Dietz mit einem verdeckten Schlenzer aus der zweiten Reihe den Spielstand prompt wieder aus. Fortan spielten nur noch die Towerstars, die sich eine Vielzahl an Chancen erarbeiten konnten und den Gegner tief in die eigene Zone drängten. Der sicherlich nicht unverdiente Führungstreffer wollte allerdings nicht gelingen, Löwen-Torhüter Marco Wölfl zeigte gute Paraden.

Im zweiten Spielabschnitt brachten die Oberschwaben einen druckvollen Start aufs Eis. Nach 42 gespielten Sekunden musste Ian Brady wegen Stockschlags auf die Strafbank, deren Tür sollte sich aber bereits nach acht Sekunden wieder öffnen. Nach gewonnenem Anspielbully kam der Puck quer zu Julian Eichinger, der kurz nach der blauen Linie selbstbewusst abzog und die Ränge mit dem 3:2 Führungstreffer jubeln ließ. Auch danach sollte sich das Bild nicht ändern. Die Towerstars waren drückend überlegen, Marco Wölfl war jedoch nicht zu überwinden. Beispielsweise blockierte der Ex-Ravensburger Keeper den Puck mit dem Stock auf der Linie, als Sam Herr eine lehrbuchmäßige Kombination zum 4:2 abschließen wollte. Pech hatte auch Vincenz Mayer, der kurz zuvor den Pfosten traf. Aufpassen mussten die Hausherren aber immer wieder auf die Konter der Tölzer Löwen und es war klar, dass diese Partie trotz des deutlichen Übergewichts der Towerstars noch nicht im Ansatz entschieden war.

Das bestätigte sich im Schlussabschnitt prompt, denn hier wirkten die Gäste physisch frischer, konzentrierter und nicht zuletzt effektiver in der Verwertung der Torchancen. Erneut hatten die Bad Tölzer aufgrund einer Ravensburger Strafzeit einen Mann mehr auf dem Eis und Dominik Bohac gelang in der 45. Minute der 3:3 Ausgleich. Dieser Gegentreffer war offensichtlich Gift für die Oberschwaben. Die Angriffe wirkten verkrampft und phasenweise wurden die Ravensburger Cracks von den immer selbstbewusster werdenden Gästen tief im eigenen Drittel eingeschnürt. Bis zur 59. Minute blieb dieser Umstand ohne Folgen, doch dann kam erneut Bohac frei zum Schuss und setzte die Scheibe zum 3:4 in die Maschen. Die Oberschwaben warfen in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, doch auch die Herausnahme des Torhüters für einen 6. Feldspieler brachte nichts mehr ein – den Sieg nahmen die Tölzer Löwen mit.

„Eigentlich kann ich mit der spielerischen Leistung am Wochenende nicht ganz unzufrieden sein, aber es waren die vier Schüsse zu viel auf unser Tor und selbst ließen wir zu viel liegen. Auch war Bad Tölz im Schlussdrittel deutlich frischer und agiler als wir“, resümierte Towerstars Trainer Peter Russell nach dem Spiel.

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