Nach zuletzt sechs Siegen in Folge gab es für die Towerstars beim Gastspiel in Kassel am Sonntagabend nichts zu ernten. Das Team von Coach Bo Subr unterlag dem nordhessischen Tabellenzweiten klar mit 1:6.
Die Towerstars, die wieder mit Philipp Mass und Florin Ketterer in der Defensive aufliefen, hatten einen kompletten Fehlstart. Mit dem ersten Angriff hatte Odeen Tufto zunächst eine vielversprechende Einschussmöglichkeit, doch dann schaltete Kassels Darren Mieszkowski blitzschnell, schickte seinen Kollegen Tristan Keck auf die Reise, der Ilya Sharipov nach nur 54 Sekunden zum 1:0 überwand.
Dies war freilich nicht der Start, den sich die Towerstars bei den heimstarken Huskies vorgenommen hatten. Nach ein paar Wechseln schienen die Oberschwaben endlich in den Rhythmus zu kommen, da folgte bereits der nächste Nackenschlag. Kurz nachdem Odeen Tufto den Puck erneut knapp am Tor vorbei gesetzt hatte, traf Tristan Keck diesmal mit einem satten Schlagschuss vom linken Bullypunkt in den rechten Torwinkel. Nun verloren die Oberschwaben komplett den Zugriff auf das Spiel. Kassel kombinierte im Ravensburger Drittel nach Belieben, Tristan Keck zog erneut entschlossen zum Tor und erzielte nach neuneinhalb Minuten das 3:0. Für die Towerstars war es ein weiterer ärgerlicher Gegentreffer, für den Kasseler Topstürmer der schnellste Hattrick in der DEL2-Geschichte. Danach kam deutlich mehr Ruhe ins Ravensburger Spiel und in der 13. Minute bot sich die gute Möglichkeit, sich wieder heranzutasten. Kassel hatte einen Spieler auf der Strafbank, und über die kompletten zwei Minuten zogen die Towerstars ein Powerplay auf. Außer einem Pfostenschuss aus der Halbdistanz sprang dabei jedoch nichts heraus.
Den zweiten Spielabschnitt starteten die Oberschwaben aufgrund einer Strafzeit gegen Denis Pfaffengut in Unterzahl, diese überstanden sie schadlos. Das sorgte für eine gewisse Portion Selbstvertrauen, denn das Spiel war jetzt deutlich ausgeglichener und die Towerstars brachten mehr Schüsse auf das gegnerische Tor – beispielsweise zwischen der 29. und 33. Spielminute. Zunächst scheiterte Robbie Czarnik aus halblinker Schussposition an Huskies-Keeper Oleg Shilin, wenig später sprang die Scheibe über die bereits im Torraum wartende Schlägerkelle von Mark Rassell. Deutlich effektiver präsentierten sich die Hausherren in der 33. Minute: Die Defensive passte in der Abstimmung nicht schnell genug, Hunter Garlent drückte entschlossen zum 4:0 ein. Fünf Minuten vor der Pause waren die Towerstars in numerischer Überzahl erneut dem Anschlusstreffer ganz nahe. Thomas Reichel schloss aus kurzer Distanz ab, doch wieder war Oleg Shilin mit der Fanghand zur Stelle. Die Situation war jedoch so knapp an der Torlinie, dass die Unparteiischen den Videobeweis konsultierten.
Es war klar, dass im Schlussabschnitt ein schneller Treffer benötigt wurde, doch dieser gelang leider nicht. Kassel unterband viele Ravensburger Angriffsbemühungen bereits in der neutralen Zone. Spätestens in der 50. Minute war das Spiel entschieden. Bei angezeigter Strafzeit gegen die Towerstars erhöhte Kassel auf 5:0, Tyler Benson legte drei Minuten später im Nachschuss sogar auf 6:0 nach. Dass Simon Sezemsky den Puck 40 Sekunden vor dem Ende zum 6:1-Ehrentreffer unterbrachte, war letztlich das einzige Erfolgserlebnis an diesem Abend. „Es war heute nicht alles schlecht, aber wir waren von Anfang an nicht bereit und fokussiert genug. Wenn ein Top-Team wie Kassel in Führung liegt, wird es ganz schwer“, sagte Towerstars-Coach Bo Subr nach dem Spiel.


