Am 10. Februar haben 13 Vertreterinnen und Vertreter von Kliniken, Krankenhäusern und Arztpraxen den Kooperationsvertrag des Weiterbildungsverbunds Allgemeinmedizin im Landkreis Ravensburg unterzeichnet, um dem Hausärztemangel entgegenzuwirken. Die Kooperationspartnerschaften ermöglichen jungen Medizinerinnen und Medizinern ab sofort eine strukturierte, verlässliche und qualitativ hochwertige fachärztliche Weiterbildung zur Allgemeinmedizinerin bzw. zum Allgemeinmediziner, die alle Stationen auf dem Weg zur eigenen Hausarztpraxis abdeckt. Durch abgestimmte Weiterbildungsabschnitte und feste Kooperationen soll die hausärztliche Versorgung im Landkreis Ravensburg so langfristig gestärkt werden.
„Diese Initiative ist ein entscheidender Beitrag zur langfristigen Sicherung der medizinischen Versorgung in unserem Landkreis“, betonte Gesundheitsdezernentin Tina Schädler bei der Gründungsveranstaltung im Landratsamt. „Wir können mehr verändern, als uns manchmal bewusst ist“, ergänzte Frau Dr. Segelbacher, Amtsleiterin des Amtes für Gesundheitsamt und stationärem Wohnen im Landkreis Ravensburg. Auch hochrangige Vertreter aus Ärzteschaft und Gesundheitswesen betonten die Bedeutung des Projekts. Dr. Sophia Blankenhorn, Präsidentin der Bezirksärztekammer Südwürttemberg, Julia Hoffmann von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) sowie Prof. Anne Barzel vom Kompetenzzentrum Weiterbildung der Universität Ulm sprachen von einer Weiterbildung „aus einem Guss“. Die enge Verzahnung von Klinik und Praxis schaffe ideale Voraussetzungen für eine moderne und praxisnahe Ausbildung.
Dass Weiterbildungsverbünde wirken, belegen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung: Rund 84 Prozent der Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung in einem Verbund absolvieren, bleiben ihrer Region treu und lassen sich im Umkreis von 25 Kilometern nieder. „Für mich ist die Planungssicherheit absolut entscheidend. Die festen Strukturen und klar abgestimmten Ausbildungsabschnitte ermöglichen mir, mich ganz auf die fachliche Weiterbildung zu konzentrieren. Man muss Strukturen wie diese aufbauen, um für Fachkräfte attraktiv zu sein,“ so Laura Geray, selbst Ärztin in Weiterbildung im Landkreis Ravensburg.
„Das hilft auch uns niedergelassenen Ärzten“ so der Kreisärztevorsitzende Dr. Wolfgang von Hänisch. „Mit der Unterstützung der Koordinierungsstelle Hausärztliche Versorgung, die beim Amt für Gesundheit und stationärem Wohnen angesiedelt ist, können auch wir Praxen besser planen und es entsteht ein wertvolles Netzwerk.“ Bei Interesse an einem Beitritt zum Verbund können sich ärztliche Praxen jederzeit an Frau Larissa Karl (Weiterbildungsverbund@rv.de, Telefon 0751-855364) von der Koordinierungsstelle hausärztliche Versorgung wenden.


