rv-news.de
Wirtschaft und Business

IHK sieht Innenstädte in Gefahr

Bild: Kim Enderle

Obwohl die Einzelhandelsbetriebe trotz Teil-Lockdown bisher geöffnet bleiben dürfen, sind die Umsätze insbesondere im innerstädtischen Einzelhandel seit Anfang November oftmals um 40 bis 60 Prozent gesunken. Die Kundenströme sind in den Innenstädten deutlich zurückgegangen. Durch die Corona-bedingten aktuellen Schließungen der gastronomischen Betriebe fehlt ein wesentliches Angebot, das zum klassischen „Einkaufsbummel“ dazugehört. Fällt dieses Erlebnis weg, zieht es nachweislich auch weniger Menschen in die Stadt. Mit der aktuellen Ausweitung und Verlängerung der Beschränkungen und den damit verbundenen Absagen der Weihnachtsmärkte, wird in diesem Jahr hier keine Erholung mehr möglich sein.

„Wir appellieren an alle, die Innenstädte in der Region zu unterstützen und bei den Weihnachtseinkäufen – sei es nun online oder auch in den Geschäften vor Ort – die heimischen Angebote, die persönlichen ‚Lieblingsläden‘ mit zu bedenken. Denn das Weihnachtsgeschäft steuert für die meisten innerstädtischen Betriebe einen wesentlichen Teil des Jahresumsatzes bei“, so Professor Dr.-Ing. Peter Jany, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK).

So ergab zum Beispiel eine aktuelle, bundesweite Kundenumfrage, dass auch in diesem Jahr Gutscheine besonders nachgefragt sein werden. Diese werden sowohl von einzelnen Unternehmen als auch von den Stadt- beziehungsweise Citymarketing-Organisationen in allen Städten in der Region Bodensee-Oberschwaben angeboten. „Mit solchen regional gebundenen Gutscheinen unterstützen Sie die Geschäfte vor Ihrer Haustüre“, so Jany.

Darüber hinaus sieht die IHK gemeinsame Aktionen aller Innenstadtakteure in diesem Jahr als besonders wichtig an. „Es ist eine gemeinsame Kraftanstrengung notwendig, um den Innenstädten den Rücken zu stärken“, so Jany. Die Ansätze sind vielfältig: Von gezielten Gewinnspiel-Aktionen, bei denen Gutscheine von lokalen Anbietern gewonnen werden können, über die kommunale Unterstützung bei einer besonders ansprechenden und atmosphärischen Weihnachtsbeleuchtung in den Innenstädten bis hin zur Reduzierung von Parkgebühren sind viele Maßnahmen denkbar. Ziel muss es sein, die Innenstädte mit ihren Angeboten trotz der Corona-Einschränkungen zu attraktiven Einkaufszielen zu machen. Damit all diese Maßnahmen erfolgreich sind, ist der enge Schulterschluss der Gewerbetreibenden untereinander sowie mit den Kommunen unerlässlich, so die IHK. „Die kommenden Wochen werden über das künftige Bild der Innenstädte wesentlich mitentscheiden – und schon jetzt werden die Auswirkungen gravierend sein“, ist sich der IHK-Hauptgeschäftsführer sicher.