In Deutschland gibt es 160 000 ausgebildete Katastrophenhelfende sowie funktionierende Hilfsketten getragen von diversen Hilfsorganisationen, die in Krisensituationen greifen. Dennoch ist auch die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger in schwierigen Situationen gefragt. Das Thema heißt daher: Notvorsorge. Wie sie geht, zeigt das zweistündige Seminar, das der DRK-Kreisverband Ravensburg kostenlos anbietet.
Eigenverantwortung gefragt
„Am Anfang ist man als Bürgerin und Bürger immer auf sich selber gestellt bis Hilfe kommt. Immer!“, untermauert DRK-Kreisgeschäftsführer Gerhard Krayss die Notwendigkeit, privat auf Krisensituationen vorbereitet zu sein. Bis im Krisenfall die Hilfe durch den Katastrophenschutz anspringt und flächendeckend wirkt, braucht es seine Zeit. Er empfiehlt den Kursteilnehmenden nicht nur eindringlich, regelmäßig die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen, sondern auch in den eigenen vier Wänden vorbereitet zu sein.
Notgepäck und Vorsorge
Notfälle und Katastrophen haben viele Gesichter: Es kann der Sturz beim Joggen im einsamen Waldgebiet genauso sein wie ein Verkehrsunfall, Gefahrenlagen wie Unwetter und Hochwasser sind keine Ausnahmen, ebenso ist die starke Rauchentwicklung wegen eines Großbrandes oder eine Gaswolke aus einer Produktionsstätte nicht unrealistisch. Muss ein Wohnviertel in diesen Fällen evakuiert werden, bleibt nur wenig Zeit, Notgepäck zusammenzustellen. Daher lautet die Empfehlung, einen Notfall-Rucksack griffbereit zu haben.
Vorsorgen zu Hause
Ein Stromausfall kann auch die Region Bodensee-Oberschwaben treffen. Sind beispielsweise die hier ansässigen Rüstungsunternehmen Ziel eines Angriffs auf das Stromnetz, geht flächendeckend „das Licht aus“, wie Krayss verdeutlicht. Zu Hause geht dann kein Kühlschrank, keine Heizung, keine Toilettenspülung, kein PC mehr. Auch die Tür am Supermarkt bleibt verschlossen. Dann braucht es einen „intelligenten“ Vorrat zu Hause. Krayss hebt noch einen anderen wichtigen Punkt hervor: die Solidarität. „Schließen Sie sich zusammen, machen Sie einen Treffpunkt aus“, empfiehlt er. Eine Struktur hilft im Notfall nicht nur, informiert zu bleiben und sich gegenseitig zu unterstützen, sondern setzt einem möglichen Durcheinander etwas entgegen.
Umfangreiche Seminarinhalte
Krayss erläutert unter anderem, wie die Alarmierung im Krisenfall funktioniert, thematisiert das Notfallregister für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, erklärt die Dokumentenmappe, verrät welche Apps neben der NINA-Warn-App nützlich sind
Weitere Infos
Umfangreiche und detaillierte Informationen zu den Themen Notfall-Rucksack, Stromausfall, Dokumentenmappe, Alarmierung und vielen mehr, Erklärvideos sowie Seminartermine finden Interessierte auf der Homepage des DRK-Kreisverbandes Ravensburg: https://www.drk-rv.de/angebote-kurse/krisensituationen/krisenvorsorge.html
Das nächste Seminar „Notvorsorge, Selbsthilfe und Blackout“ findet am 25. März 2026 von 18 bis 20.15 Uhr, in der Ulmer Straße 95, Ravensburg statt. Um Anmeldung unter 0751 56061 70 wird gebeten.
Weitere nützliche Infos, Broschüren und Checklisten gibt es beim Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz (kurz BBK): www.bbk.bund.de


