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Dr. Kerstin Kunz zur Chefärztin der Notaufnahme im EK berufen 

Die Notaufnahme des St. Elisabethen-Klinikums in Ravensburg wird künftig von einer eigenen Chefärztin geleitet. Der Aufsichtsrat der Oberschwabenklinik hat die Internistin Dr. Kerstin Kunz auf die neu geschaffene Position berufen. Die 43-Jährige ist seit über zwölf Jahren am EK tätig und arbeitet bereits seit 2013 in verantwortlicher Position in der Notaufnahme.

38 863 Besuche sind in der Notaufnahme des EK für das Jahr 2018 verzeichnet. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl sogar verdoppelt, allein in den letzten fünf Jahren sind es 5000 mehr geworden. „Ein Drittel der Patienten gehört eigentlich gar nicht ins Krankenhaus, sondern könnte genauso gut in einer niedergelassenen Praxis behandelt werden“, weiß  Dr. Kunz um die Probleme im System. Die gebürtige Pfullendorferin sieht darin eine der großen Herausforderungen auch für die Zukunft.

„Ich bin von Kopf bis Fuß Notfallmedizinerin“, sagt sie. Dem entsprechen auch ihre beruflichen Stationen. Die Entwicklung der Notfallversorgung am EK hat sie die letzten Jahre hautnah miterlebt.      Das Manchester Triage System zur ersten Einschätzung medizinischer Notfälle, den einheitlichen Notaufnahmebefund und das Patientenmanagementsystem hat sie mit eingeführt. Vor eineinhalb Jahren war sie ärztlicherseits mitverantwortlich für den Umzug der Notaufnahme in das neue Notfallgebäude.

Immer ist in der Notfallversorgung etwas in Bewegung, ständig gibt es Neues. Das fasziniert sie in ihrem Arbeitsfeld. Dem verdankt sie auch, dass sie nach der Leitenden Oberärztin und der Leitenden Ärztin der Notaufnahme nun den Titel „Chefärztin“ trägt. Hintergrund ist das neue bundesweite Notfallstufenkonzept. Das EK bereitet sich darauf vor, die höchste Stufe der „Umfassenden Notfallversorgung“ zu erfüllen. Dies setzt eine eigenständige Leitung der Notaufnahme voraus. Bislang unterstand die Notaufnahme Prof. Dr. Franz Maurer, dem Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. Eine solche Doppelfunktion ist im Notfallstufenkonzept nicht mehr möglich. Prof. Maurer ist aber unverändert Leiter des Überregionalen Traumazentrums zur Versorgung Schwerverletzter am EK.

Auf Dr. Kerstin Kunz kommt derweil schon wieder Konzeptionsarbeit zu. Das Bundesgesundheitsministerium will die „Integrierten Notfallzentren“ als erste Anlaufstelle für alle gehfähigen Notfallpatienten einführen. Auch der Rettungsdienst soll sie ansteuern können. Betreiben sollen die Notfallzentren gemeinsam die Kassenärztliche Vereinigung und die Notaufnahmen der Kliniken. Es soll nur noch einen gemeinsamen Tresen geben. „Deutliche Vorteile für die Patienten“, lautet das erste Urteil von Dr. Kunz. Aber auch noch sehr viel Arbeit im Detail. „Notfallversorgung ist noch stärker als ein Netzwerk zwischen verschiedenen Sektoren zu begreifen“, hält sie den Ansatz aber grundsätzlich für den richtigen.

Als stellvertretende Vorsitzende der Kreisärzteschaft, die sie seit kurzem ist, bringt sie für diese Vernetzungsarbeit die nötigen Kontakte mit. Die Praxis im Rettungsdienst hat sie während der Ausbildung zur Rettungssanitäterin, die sie vor dem Medizinstudium in Ulm und in Tübingen absolviert hat, an der Basis kennen gelernt. Sie ist Mitglied im Netzwerk der Ärztlichen Leiter der Notaufnahmen in Baden-Württemberg. Darüber hinaus bringt sie zahlreiche weitere Qualifikationen mit, unter anderem Kenntnisse der Gebärdensprache „Schau doch meine Hände an“.

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