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Ravensburg

„Aktion Wunschbaum“ im Haus St. Meinrad gestartet

Diese beiden Bewohnerinnen des Hauses der Pflege St. Meinrad sind ganz begeistert von der Wunschzettel-Aktion. Die Idee dazu hatten (von rechts:) Paulina Fratczak, Lena Löffler und Myriam Kenzler. Bild: Stiftung Liebenau

Eine gerade gewachsene, prächtige Nordmanntanne schmückt den Eingangsbereich des Hauses der Pflege St. Meinrad in der Ravensburger Galgenhalde. Soweit nichts Ungewöhnliches zur Weihnachtszeit. Doch diese Tanne hat neben einer Lichterkette einen ganz besonderen Baumschmuck vorzuweisen: Statt Strohsternen und Lametta hängen viele kleine Zettel, in Form von Christbaumkugeln, an den grünen Ästen. Zettel, auf die die Bewohner des Hauses ihre Wünsche an das Christkind geschrieben haben.

„Wir haben in der Zeitung von einer Wunschzettel-Aktion gelesen und spontan beschlossen, dass wir das in unserem Haus auch einmal machen möchten“, erzählt Hausleiterin Paulina Fratczak. Gemeinsam mit Pflegedienstleiterin Lena Löffler und Myriam Kenzler vom Sozialdienst, wurde die Vorgehensweise besprochen und die kleinen Zettelchen an die Bewohner verteilt. Die Resonanz war überwältigend: 78 der 80 Heimbewohner beteiligten sich an der Aktion. Dabei nehmen sich die meisten der ganz individuellen Wünsche äußerst bescheiden aus. Über Kosmetikartikel wie Handcreme, Ringelblumensalbe oder ein „Shampoo für normales Haar“ würden sich die Bewohner freuen, aber auch über „eine große Schachtel Pralinen“, „einen trockenen Piccolo“ oder „eine gelbe Orchidee im cremefarbenen Topf“.

„Wir wollen unseren Bewohnern die Weihnachtszeit so schön wie möglich machen. Viele haben keine Angehörigen mehr. Wir wollen ihnen ein Lächeln schenken“, sagt Fratczak. Darüber hinaus möchte sie mit der Wunschzettel-Aktion Aufmerksamkeit für das Haus St. Meinrad und dessen Bewohner bekommen. „Vielleicht finden sich ja auch Ehrenamtliche, die gerne einen Besuchsdienst übernehmen möchten“, äußert sie ihren ganz persönlichen Weihnachtswunsch. Wer ein Lächeln verschenken möchte, hat noch bis zum 20. Dezember Gelegenheit, sich einen der anonymisierten, mit einem Zahlencode versehenen Wunschzettel auszusuchen, das Geschenk zu besorgen und wieder im Heim abzugeben. Auch eine persönliche Übergabe ist nach Rücksprache mit der Hausleitung und den Angehörigen möglich.