rv-news.de
RavensburgTop-Thema

Gemeinderat stimmt für Maßnahmen bei Marienplatz-Tiefgerage und Stadtbus

Archivbild: F.Enderle

Parken in der Marienplatz-Tiefgarage wird billiger: Ab Anfang Januar ist dort die erste Stunde Parken kostenlos. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 11. Dezember beschlossen und ist damit dem Vorschlag des Oberbürgermeisters und der Verwaltung gefolgt, um den Handel in der Innenstadt zu stärken und die lebendige Altstadt weiterhin auch für Besucher aus dem Umland attraktiv zu halten. Zudem soll voraussichtlich im Lauf des Frühjahrs samstags der Bus im Stadtbusgebiet kostenlos werden.

- ANZEIGE-



Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp: „Wir wollen die Transformation und die Beeinträchtigungen durch die Großbaustellen in unserer Innenstadt abmildern und hoffen, dass damit mehr Besucher kommen. Wir fördern nicht nur den Einzelhandel und die Gastronomie, sondern wir entlasten damit auch den Geldbeutel der Menschen, die in unsere Innenstadt kommen. Ravensburg ist für alle erreichbar.“

Beide Maßnahmen sind aus Sicht der Stadtverwaltung wichtige Impulse, um den Strukturwandel der Innenstadt abzumildern. Wie in anderen Städten spürt der Handel auch in Ravensburg das veränderte Einkaufsverhalten der Kundinnen und Kunden. Neben der Zunahme des Online-Handels ist ein zurückhaltendes Konsumverhalten auch infolge der Inflation spürbar. Zudem beeinträchtigen seit einigen Jahren die Baustellen für den Fernwärmeausbau, der für die Energiewende dringend benötigt wird, die Einkaufsatmosphäre. Diese Baustellen wird es auch stellenweise die nächsten Jahre in der Innenstadt geben. Um diese doppelte Belastung abzumildern, geht die Stadt nun in die Offensive.

Angesichts der anstehenden Veränderungen sind der Einzelhandel, die Gastronomie, Dienstleister oder Kultur- und Bildungseinrichtungen auf Unterstützung angewiesen. Deshalb bemüht sich die Stadt schon seit Jahren durch verschiedene Maßnahmen, die Innenstadt zu stärken:  das „12 Punkte-Programm“ und das Programm „Zukunft Altstadt“ gehören  ebenso dazu wie zahlreiche Veranstaltungen oder die Erhöhung der Aufenthaltsqualität, u. a. mit der Umgestaltung des Gespinstmarktes, dem künftigen Standort der Musikschule in der Bauhütte, der Umgestaltung des Holzmarktes, der Etablierung des Museumsviertels und der Einführung und Beibehaltung des 1-Euro-Tickets im Stadtbus an Samstagen.

Mit dem jüngsten Beschluss teilt der Großteil der Stadträte die Sicht der Stadtverwaltung, dass dringend weitergehende Maßnahmen benötigt werden, um die Einkaufsstadt Ravensburg in ihrer Bedeutung für Kundinnen und Kunden aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern zu erhalten und zu stärken. Denn aus der Studie „Vitale Innenstadt“ geht hervor, dass Kundinnen und Kunden zu 44,6 Prozent mit dem Auto, zu 18,8 Prozent mit dem ÖPNV, zu 15,7 Prozent mit dem Rad und zu 20,9 Prozent zu Fuß in die Einkaufs- und Erlebnisstadt Ravensburg kommen. Insbesondere die Kunden aus dem weiteren Umland wie Vorarlberg, der Schweiz, Biberach, Wangen, dem Bodenseekreis und Bad Saulgau/Sigmaringen nutzen den PKW für einen Tagesausflug zum Shoppen, Kultur genießen und in der Gastronomie zu verweilen. Einzelhändler aus dem Textilbereich geben an, dass zwischen 60 und 70 Prozent ihrer Kunden aus dem Umland nach Ravensburg kommen.

Neben der Vergünstigung des Parkens in der zentralen Marienplatz-Tiefgarage, hat sich der Gemeinderat auch dafür ausgesprochen, dass der Bus im Stadtbusgebiet an Samstagen kostenlos werden soll. Auch mit dieser Maßnahme setzt die Stadt ein Zeichen und macht es für ÖPNV-Nutzer noch attraktiver in die Innenstadt zu kommen. Das will die Stadt im Laufe des 1. Quartals 2024 umsetzen.

Marienplatz Tiefgarage. Archivbild: F.Enderle

Zudem will die Stadt weitere Möglichkeiten prüfen, wo zentral überdachte Fahrradabstellplätze errichtet werden können. Mit dem Sondertarif in der Marienplatz-Tiefgarage und dem 0-Euro-Stadtbustarif samstags will die Stadt für Ravensburger ebenso wie für Besucher aus dem Umland gut erreichbar bleiben. Um die Kosten für die Ravensburger Verkehrs- und Versorgungsbetriebe auszugleichen, investiert die Stadt jährlich rund 650.000 Euro für diese beiden Maßnahmen.

Der Sondertarif in der Marienplatz-Tiefgarage soll erst mit dem Abschluss der Sanierungsarbeiten am Deckel der Marienplatztiefgarage in ein paar Jahren enden.