Die Stadt Ravensburg will mit einer „Taskforce Ukraine“ schnelle Hilfe und die Vorbereitung zur Aufnahme von ukrainischen Kriegsflüchtlingen organisieren. Oberbürgermeister Daniel Rapp hat in einem offenen Brief um Mithilfe der gesamten Bevölkerung, Institutionen und Unternehmen gebeten.
„Mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist eine Zeitenwende eingetreten. Was bislang als unmöglich gegolten hat, ist leider Realität geworden. Wir haben Krieg in Europa. Das ist durch nichts zu rechtfertigen! Auf das Schärfste verurteile ich die russische Aggression und erkläre die Solidarität der Stadt Ravensburg mit den Menschen in der Ukraine“, schreibt Oberbürgermeister Daniel Rapp. Er versichert, dass die Stadt Ravensburg nach allen Kräften Hilfe und Unterstützung für die notleidenden Menschen der Ukraine geben wolle.
Das Ravensburger Stadtoberhaupt geht davon aus, dass es große Fluchtbewegungen geben wird und es daher eine menschliche Verantwortung sei, den Kriegsflüchtlingen Schutz zu gewähren. „Wir sind grundsätzlich bereit, Menschen aus der Ukraine aufzunehmen. Für mich steht fest: alle Geflüchteten aus der Ukraine, die bei uns ankommen, sind vom ersten Tag an Ravensburger. Sie sind hier willkommen“, heißt es in dem offenen Schreiben des Oberbürgermeisters.
Die Stadt Ravensburg hat innerhalb der Stadtverwaltung eine „Taskforce Ukraine“ eingerichtet. Ihr gehören Oberbürgermeister, Erster Bürgermeister, Bürgermeister und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes für Bildung, Soziales, und Sport, Ordnungsamt und Amt für Kommunikation, Politik und Gesellschaft an. Ziel als Stadt sei es, nötige Strukturen zu schaffen, damit möglichst schnell und unbürokratisch geholfen werden kann. Dabei gilt es möglichst bald die sich ergebenden Fragestellungen zu klären. Diese reichen von, wie werden ankommende Geflüchtete registriert, wo werden sie untergebracht und versorgt, bis hin zu, welche Unterstützung durch Sach- und Geldspenden können geleistet werden.
„Die Menschen in der Ukraine brauchen unsere Unterstützung! Wir leben in besonderen Zeiten. Es ist nichts wichtiger, als nun zusammenzurücken. Die Coronapandemie hat viele Risse entstehen lassen. Nun müssen wir gemeinsam aufstehen, für den Frieden in Europa und der Welt. Es liegt an uns.“
„Natürlich arbeiten wir eng mit dem Landkreis zusammen. Er ist für die Aufnahme Geflüchteter in erster Linie zuständig. Des Weiteren werden wir Kontakt zu Hilfsorganisationen in Ravensburg und im Landkreis aufnehmen und besprechen, wie ein Hilfsnetzwerk aufgebaut werden kann“, teilt OB Rapp mit und betont: „Mir ist es sehr wichtig, dass nun ein Ruck der Solidarität durch unsere Gesellschaft geht. Unser Ziel sollte es sein, dass sich eine möglichst breite Initiative von vielen Institutionen, Verbänden, Vereinen, Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, Wirtschaft, Verwaltungen und Privatpersonen bildet. Diese Initiative muss aus meiner Sicht nur eine Aufgabe haben: sie muss alle Hilfen bündeln und Solidarität bekunden.“
UPDATE: Das Bündnis „Vielfalt im Schussental“ hat inzwischen die Organisation einer Ravensburger Friedensdemo bestätigt. Beginn ist um 18 Uhr auf dem Marienplatz. Es wird darauf hingewiesen, Masken zu tragen und Abstände einzuhalten.“
Ein erster Schritt könnte, so Rapp, eine Friedenskundgebung in Ravensburg sein, die von dieser Initiative getragen wird. Seine Vorstellung wäre, dass bereits am Dienstag, 1. März, um 18 Uhr auf dem Marienplatz in Ravensburg eine solche Kundgebung stattfinden könnte. Dazu ist die Stadt bereits in Gesprächen mit möglichen Organisatoren. Oberbürgermeister Rapp hofft hierzu auf Unterstützung und ruft die Bevölkerung auf, sich den Aktionen anzuschließen.


