Am 7. und 8. November 2026 ist etwas zu sehen, was schon lange nicht mehr üblich ist; eine Hausschlachtung in Oberschwaben auf dem Bauernhof. Zum einen zeigt und erklärt ein Metzgermeister, wie Schweine zerlegt wurden und wie die Fleischverarbeitung stattfand. Zum anderen kann in der gemütlichen Zehntscheuer bei Metzelsuppe, Schlachtplatte und musikalischer Untermalung gemeinsam das Schlachtfest gefeiert werden.
Vom Ursprung des Schlachtens
Zweimal im Jahr – traditionellerweise an Lichtmess im Februar und Martini im November – gab es mit den Schlachtfesten auf den Höfen vielfachen Grund zur Freude: Der vermögende Bauer schlachtete seine Sau. Familie, Knechte und Mägde hatten zu essen und die Obrigkeit wurde mit dem Filetstückchen gut gestimmt. Wo früher die pure (Über-)Lebensfreude überwog, ist das Schlachten heute oft negativ besetzt oder ganz aus dem Alltag verbannt. Das Schweinekotelett wird nicht mehr selbst vorbereitet, sondern liegt abgepackt im Kühlregal und hochtechnisierte Anlagen übernehmen oftmals die Arbeit des ehemals sehr handwerklichen Metzgerberufs. Doch es findet ein Umdenken statt: man erinnert sich zunehmend der „Guten alten Zeit“, kauft in Gemeinschaft ein Schwein und feiert dies mit einem schönen Schlachtfest.
Programm im Museum
Wer die Arbeit, aber auch das Feiern beim Schlachtfest erleben möchte, sollte im Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben Wolfegg mit dabei sein: Am Samstag, den 7. November um 13 Uhr und am Sonntag, den 8. November um 11 Uhr und um 13 Uhr wird gezeigt, wie auf traditionelle Weise eine Schlachtung auf einem Bauernhof abläuft. Verborgen vor den Besuchenden schlachtet der Metzgermeister die Schweine unter Aufsicht eines Tierarztes. Anschließend brüht der Metzger die Schweine und nimmt sie aus. Dann erfolgen die Fleischbeschau und die Zerlegung des Tieres. Gleich vor Ort wird das Fleisch zu deftigen Wurstspezialitäten verarbeitet. Und auch das gehört dazu: War ein Schwein getötet, ausgeblutet und abgebrüht, verdienten sich die Metzger einen Schnaps dafür. Brennmeisterin Annette Schierhorn zeigt am Sonntag in der Museumsbrennerei ihr Handwerk. Drechsler produzieren unter anderem schöne Vesperbretter. An beiden Veranstaltungstagen werden regionale Wild-Wurstwaren, Allgäuer Käse und Senfvariationen angeboten.
Abgerundet wird die Hausschlachtung durch ein Mitmachprogramm für Kinder, u.a. dürfen die Kinder Holzschweinchen in der Holzwerkstatt herstellen.
Feiern bei der Metzelsuppe
So wie es auch früher nach einem Schlachttag üblich war, wird in der Zehntscheuer bei Metzelsuppe, Schlachtplatte und Musik gemeinsam gefeiert (Samstag 12 – 20 Uhr, Sonntag 11 – 18 Uhr). Es gibt Kesselfleisch, Blut-, Leberwürste und Sauerkraut. Der Eintritt in die Zehntscheuer ist frei.

