TETTNANG – Zur überraschenden Ankündigung der Schließung der geburtshilflichen Abteilung der Klinik Tettnang äußern sich die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und Betreuungsabgeordnete für den Bodenseekreis Dr. Dorothea Kliche-Behnke sowie der SPD-Landtagskandidat Paul Frank mit deutlicher Kritik an der Landesregierung. „Genau so sollte es nicht laufen“, erklären Kliche-Behnke und Frank zur bevorstehenden Schließung der Geburtshilfe in Tettnang.
„Nach der Geburtshilfe in Überlingen schließt binnen weniger Monate mit der Geburtshilfe in Tettnang die zweite Klinik im Bodenseekreis ihre Kreißsäle. Ob die Geburtshilfe in Überlingen ihre Pforten je wieder öffnet, ist ungewiss. Und inwieweit die Geburtshilfe im Klinikum Friedrichshafen personell und von den Räumlichkeiten aus dem Stand in der Lage ist, sehr viele Geburten zusätzlich durchzuführen, hat noch nie jemand ernsthaft geprüft. Die Probleme mit der zukünftigen Trägerstruktur in Friedrichshafen und aktuell mit dem umstrittenen Hebammenhilfevertrag verschärfen die Unsicherheit für die Schwangeren und ihre Familien.“
Die SPD-Politiker sehen die Verantwortung klar bei der Landesregierung und Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Kliche-Behnke unterstreicht: „Eine unzureichende Krankenhausplanung, für die die baden-württembergische Landesregierung und zuallererst Gesundheitsminister Lucha zuständig wären, hätte längst festlegen müssen, wo in Baden-Württemberg zukünftig verlässlich Kreißsäle mit welcher Qualität vorgehalten und gesichert werden müssen. Stattdessen werden die Planungen in den Landesgremien ausgesetzt und die Träger vor Ort im Regen stehen gelassen. Das Ganze passiert am Ende auf dem Rücken der Familien – und auch der Beschäftigten in den Kliniken.
Wir brauchen endlich eine Landesregierung, die den Wandel in der Krankenhauslandschaft kontrolliert steuert, genügend Investitionsmittel für die Krankenhäuser bereitstellt und nicht nur an den Vorgaben aus Berlin herummäkelt.“ Paul Frank ergänzt, dass die kurzfristige Entscheidung vor allem in ländlichen Regionen gravierende Folgen habe: „Wenn Geburtsstationen verschwinden, verschlechtern sich die Versorgungswege für Familien massiv. Das kann niemand verantworten, dem eine gute Geburtshilfe und Versorgung junger Familien ein Anliegen ist.“ Die SPD fordert die Landesregierung auf, gemeinsam mit den betroffenen Trägern schnell tragfähige Lösungen zu entwickeln, um die Geburtshilfeversorgung im Bodenseekreis langfristig sicherzustellen.


