Mit einem Poetry Slam in der Zehntscheuer wird die Botschaft dieses Tages aufgegriffen und künstlerisch verarbeitet. Vier Frauen und zwei Männer werden in ihren Texten die Anliegen am Internationalen Frauentag aufgreifen und Impulse für den Kampf um Frauenrechte geben. Der Poetry Slam ist nahezu ausverkauft, mit Glück gibt es noch Restkarten an der Abendkasse.
Das Bündnis Internationaler Frauentag lädt zu diesem Abend ein. Ihm gehören zehn Institutionen und Vereine an: DGB – Büro Ravensburg, Evangelische Frauen in Württemberg, Frauen und Kinder in Not e.V., Katholischer Deutscher Frauenbund, Kontaktstelle Frau und Beruf Ravensburg-Bodensee-Oberschwaben, pro Familia Ravensburg, Tavir e.V. – Vielfalt im Schussental, ver.di Bezirk Ulm – Oberschwaben und die Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis Ravensburg. Seit 2009 organisiert das Bündnis jedes Jahr eine Veranstaltung zum Internationalen Frauentag.
Der Gedenk- und Aktionstag fordert seit über 100 Jahren weltweit Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter ein. Er bleibt aktuell, denn bis heute haben Frauen noch immer nicht die gleichen Chancen und Möglichkeiten wie Männer. Trotz vieler Fortschritte in den letzten Jahrzehnten gibt es nach wie vor erhebliche Ungleichheiten, etwa bei Einkommen, Karrierechancen oder der Verteilung unbezahlter Sorgearbeit. So verdienen Frauen im Durchschnitt immer noch deutlich weniger als Männer, selbst wenn sie die gleiche Arbeit verrichten: Der bereinigte „Gender Pay Gap“ (die Lohnlücke bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit) liegt immer noch bei 6 Prozent laut Statistischem Bundesamt.
Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Elternteile
Für bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedarf es ausreichend und verlässlicher Kita-Plätze, die Akzeptanz von Elternzeit und Väterjahren, neue Arbeitszeitmodelle und Möglichkeiten für Führungspositionen in Teilzeit für Männer und Frauen. Ziel ist, die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit abzuschaffen und damit verbunden die Auswirkungen auf die Rente von Frauen. Denn: Altersarmut ist meist weiblich.
In Unternehmensvorständen, in der Politik und in anderen einflussreichen Positionen sind Frauen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert.
Weitere Themen am Internationalen Frauentag sind der Schutz vor Gewalt und Diskriminierung: Frauen sind immer noch häufig Opfer von häuslicher Gewalt, sexueller Belästigung und anderen Formen der Diskriminierung. Auch die Frage der Selbstbestimmung über den eigenen Körper bleibt: Eine von vielen zivilgesellschaftlichen Verbänden und Institutionen geforderte Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs wurde vom letzten Bundestag abgelehnt.


