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Psychotherapie: Demonstation gegen Honorarkürzungen

Bild: Made Hoeld

Die zum 1. April in Kraft getretene Kürzung der psychotherapeutischen Honorare sorgt bundesweit für Kritik und Demonstrationen. Auch in Ravensburg regt sich Widerstand. Auf eine private Initiative hin haben sich circa 130 Menschen auf dem Marienplatz versammelt, um dagegen zu protestieren.

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Die Kritik der Versammelten beschränkte sich dabei jedoch nicht auf die aktuellen Honorarkürzungen. Auch eine gesicherte Finanzierung der Ausbildung angehender Therapeut:innen, eine Anpassung des Lohnniveaus von Therapeut:innen an das anderer Facharztgruppen sowie eine insgesamt Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgungslage durch ein erweitertes Angebot an Therapieplätzen gehörten zu den Forderungen.

Nicht nur Therapeut:innen engagieren sich
Aktiv beteiligt an der Kundgebung waren sowohl Psychologinnen, aber auch Paul Frank (SPD) und Lukas Eickhoff (Die Linke) als Vertreter der Lokalpolitik. Dr. Erik Nordmann drückte im Namen der Landespsychotherapeutenkammer ebenfalls Solidarität aus. Es wurde aber auch die Lebensrealität Betroffener mit einbezogen. So wurde beispielsweise die Botschaft einer Mutter verlesen, die seit langem für ihr Kind einen Therapieplatz sucht. Zwei Schauspielerinnen der Improvisationstheatergruppe „Manege“ stellten außerdem ihre Interpretation der Therapieplatzsuche szenisch dar.

Deutliche Verschlechterung der Versorgungslage befürchtet
Am 11. März hatte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen eine Absenkung der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen um 4,5 Prozent beschlossen. Therapeut:innen wie Patient:innen befürchten nun eine weitere Verschärfung der ohnehin angespannten Versorgungslage. Mitten hinein in die Reihe daraus resultierender bundesweiter Demonstrationen wurde nun der Bericht der Finanzkommission Gesundheit veröffentlicht – mit Vorschlägen für weitere Sparmaßnahmen, auch im psychotherapeutischen Bereich.