Die Notaufnahmen der Oberschwabenklinik in Ravensburg und Wangen waren auch in der Silvesternacht und am Neujahrsmorgen 2025/2026 gefordert. Auch wenn die Zahl der silvesterbedingten Fälle überschaubar blieb, erschreckt ein Fall. So musste im EK ein dreijähriges Kind in der Nacht an der Hand operiert werden, nachdem es beim Hantieren mit einem Feuerwerkskörper offensichtlich einen Unfall gab.
Unabhängig vom Jahreswechsel versorgen die Teams in Ravensburg und Wangen täglich eine große Zahl von Patientinnen und Patienten mit akuten internistischen, chirurgischen und neurologischen Notfällen. Diese dauerhaft hohe Auslastung ist Ausdruck seit Jahren kontinuierlich steigender Fallzahlen und prägt die Arbeit in den Notaufnahmen auch an Feiertagen.
Von dieser allgemeinen Situation klar zu unterscheiden sind die direkt silvester- beziehungsweise neujahrsbedingten Behandlungsanlässe. Dazu zählen insbesondere Alkoholmissbrauch, Verletzungen durch Feuerwerkskörper, Stürze im Zusammenhang mit Feiern sowie körperliche Auseinandersetzungen. Diese klassischen Silvesterfälle bewegen sich auch zum Jahreswechsel 2025/2026 insgesamt auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und kommen zusätzlich zur regulären Notfallversorgung hinzu.
Im Westallgäu-Klinikum Wangen wurden in der Silvesternacht und am Neujahrsmorgen insgesamt 13 silvesterbedingte Fälle behandelt. Dabei handelte es sich überwiegend um minderschwere Verletzungen und Erkrankungen, darunter alkoholbedingte Behandlungsanlässe, mehrere Stürze sowie Verletzungen durch Feuerwerkskörper. Schwere oder lebensbedrohliche Verletzungen traten in Wangen nicht auf, alle Patientinnen und Patienten konnten vor Ort medizinisch versorgt werden.
In der Kindernotaufnahme des St. Elisabethen-Klinikum Ravensburg wurden zum Jahreswechsel insgesamt 11 silvester- beziehungsweise neujahrsbedingte Fälle registriert. Diese setzten sich aus Fällen von Alkoholkonsum, Stürzen sowie Verletzungen durch Feuerwerkskörper oder Verbrennungen sowie weiteren sonstigen Behandlungsanlässen zusammen. Die große Mehrheit der betroffenen Kinder und Jugendlichen konnte mit leichten bis mittelschweren Verletzungen oder Beschwerden behandelt werden. In einem Fall musste jedoch ein dreijähriges Kind noch in der Nacht operiert werden, nachdem es sich beim Hantieren mit einem Feuerwerkskörper eine schwerere Verletzung an der Hand zugezogen hatte.
Martin Riester, der am Neujahrstag in der Kindernotaufnahme in Ravensburg diensthabende Oberarzt, mahnt eindringlich: „Feuerwerkskörper sind kein Spielzeug und gehören grundsätzlich nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen. Gerade kleine Kinder können die Gefahren überhaupt nicht einschätzen.“
Der Vater des betroffenen Kindes wollte noch eingreifen – und erlitt selbst Verletzungen. Er wurde in der Erwachsenen-Notaufnahme des St. Elisabethen-Klinikums behandelt und musste ebenfalls operiert werden.
In der Erwachsenen-Notaufnahme des St. Elisabethen-Klinikums Ravensburg wurden in der Silvesternacht insgesamt sieben direkt silvesterbedingte Fälle behandelt. Dabei handelte es sich um sechs Verletzungen durch Feuerwerkskörper oder Verbrennungen sowie einen Behandlungsfall infolge einer Schlägerei. Weitere silvesterbedingte Behandlungsanlässe traten dort nicht auf. Auch hier entfiel der überwiegende Teil der Arbeit auf reguläre Notfälle ohne Bezug zum Jahreswechsel.
Prof. Dr. Oliver Rentzsch, ärztlicher Leiter der Oberschwabenklinik, ordnet die Situation insgesamt ein: „Unsere Notaufnahmen stehen seit Jahren unter einer sehr hohen und weiter zunehmenden Belastung. Die Zahl der Patientinnen und Patienten steigt kontinuierlich. Die Teams in Ravensburg und Wangen leisten unter diesen Voraussetzungen Tag für Tag Außergewöhnliches. Die zusätzlichen silvester- und neujahrsbedingten Fälle kommen zu dieser ohnehin hohen Grundbelastung noch hinzu.“


