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Wirtschaft und Business

Gemeinsam die Innovationskraft der Region stärken

Edith Köchel vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg stellt bei der IHK die Leitlinien der Landesregierung für den aktuellen RegioWIN-Prozess vor. Bild: IHK/Photoart

WEINGARTEN
Die Weltmärkte sind in grundlegendem Wandel. Staaten wie China oder die USA treiben ihre kompromisslose Industriepolitik voran. Die Konsequenzen im internationalen Wettbewerb bekommen auch die Unternehmen in der Region Bodensee-Oberschwaben zu spüren. „Der wirtschaftlichen Innovationskraft auf allen Ebenen kommt eine herausragende Bedeutung bei der Bewältigung dieser Herausforderung zu“, sagt Professor Dr.-Ing. Peter Jany, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK), und ergänzt: „Die politischen und wirtschaftlichen Akteure müssen sich deshalb intensiver als bisher mit den Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des regionalen Innovationssystems auseinandersetzen.“

Mit der Konferenz bei der IHK wurde nun genau dieser strategische Prozess eingeleitet. Beteiligt daran waren das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg sowie zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und weiterer Institutionen. Unterstützungsangebote für Unternehmen, die Innovationsinfrastruktur sowie regionale Initiativen zur Innovationspolitik sollen im Zuge des vom Wirtschaftsministerium des Landes begleiteten „RegioWIN“-Prozesses analysiert, bei Bedarf optimiert und durch neue Angebote ergänzt werden.

Edith Köchel, Referatsleiterin Clusterpolitik, regionale Wirtschaftspolitik beim Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, verdeutlichte hierbei die Leitlinien der Innovationsstrategie des Landes: „Die Sicherung der strukturellen Stärke Baden-Württembergs ist kein Selbstläufer. Zur Bewältigung der verschiedenen Herausforderungen sollen in Baden-Württemberg innovative Lösungen unter Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten des Landes entwickelt werden. In diesem Zusammenhang soll Baden-Württemberg als Standort industrieller Produktion sowie wirtschaftsnaher und sozialer Dienstleistungen sowie eines leistungsfähigen Handwerks gestärkt werden. Die Regionen und die regionalen Akteure spielen dabei eine zentrale Rolle. Denn die Wurzel der Leistungsfähigkeit des Landes, liegt in der Leistungsfähigkeit der Regionen mit seinen Unternehmen“

Im Zuge dieses „RegioWIN“-Prozesses übernimmt die IHK Bodensee-Oberschwaben die Koordinierungsrolle für die Region. Bis zum Jahresende werden die vorhandenen Unterstützungsangebote für Unternehmen ebenso analysiert wie die regionale FuE-Infrastruktur, die Innovationsfreundlichkeit des Wirtschaftsstandorts sowie Wechselwirkungen mit Themen wie Bildung oder Fachkräftegewinnung. Daraus soll eine regionale Strategie entwickelt werden. Im kommenden Jahr sollen dann hieraus mögliche Optimierungen oder erforderliche Ergänzungen durch weitere Angebote und Maßnahmen abgeleitet werden. Zudem sollen die Ergebnisse aus dem Strategieprozess als Grundlage für eine Bewerbung um Fördergelder von EU und Land über den RegioWIN-Wettbewerb genutzt werden. Hierüber können im Erfolgsfall ein oder mehrere herausragende Leuchtturmprojekte gefördert werden. „Wir begrüßen diese strategische Zusammenführung zur Förderung der regionalen Wirtschaft ausdrücklich. Die erheblichen Ressourcen, die in die verschiedenen Projekte und Initiativen fließen, dienen letztendlich ja einem gemeinsamen Ziel: die Unternehmen in Bodensee-Oberschwaben bestmöglich zu unterstützen, damit sie sich an den Märkten auch künftig behaupten können“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Jany abschließend.

Hintergrundinformation RegioWIN:
Über den vorherigen RegioWIN-Wettbewerb ab dem Jahr 2013 wurden drei Projekte aus der Region Bodensee-Oberschwaben gefördert. Mit den Projekten #bodenseeinnovativ, InnoCamp Sigmaringen sowie RITZ Friedrichshafen fließen knapp 16 Millionen Euro EU- und Landesgelder in die Region. Für Unternehmen sind hierdurch zahlreiche Unterstützungsangebote rund um Forschung, Entwicklung und Innovation entstanden, zudem stärken die Projekte die jeweiligen Standorte. Für das Jahr 2020 wurde seitens des Landes Baden-Württemberg ein erneuter RegioWIN-Wettbewerbsaufruf angekündigt. Zahlreiche regionale Institutionen streben in diesem Zusammenhang eine gemeinsame Bewerbung der Region Bodensee-Oberschwaben unter Koordination der IHK an. Alle interessierten Akteure sind aufgerufen, sich an diesem Prozess zu beteiligen. Weitere Informationen unter www.weingarten.ihk.de (Nr. 84229).