Am Donnerstagabend wurde das Kultur- und Kongresszentrum in Weingarten zum Ort einer klaren wirtschaftspolitischen Standortbestimmung. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, als der FDP-Bundesvorsitzende Christian Dürr über die wirtschaftliche Zukunft Baden-Württembergs sprach.
Eingeladen hatte Anja Widenmann, Landtagskandidatin im Wahlkreis Ravensburg und Spitzenkandidatin der Jungen Liberalen Baden-Württemberg. In ihrem Impuls zu Beginn des Abends betonte sie, dass Baden-Württemberg seine wirtschaftliche Stärke nicht verwalten, sondern aktiv erneuern müsse. Mittelstand und Handwerk bräuchten mehr Vertrauen, weniger staatliche Detailsteuerung und vor allem verlässliche Rahmenbedingungen. „Wer jeden Tag Verantwortung für Arbeitsplätze übernimmt, darf nicht durch immer neue Auflagen ausgebremst werden“, machte Widenmann deutlich.
Im Zentrum des Abends stand die Rolle von Mittelstand und Handwerk als tragende Säulen der baden-württembergischen Wirtschaft. Dürr unterstrich, dass gerade familiengeführte Betriebe, industrielle Kernunternehmen und das Handwerk für Innovationskraft, Ausbildung und regionale Wertschöpfung stehen. Ihre Wettbewerbsfähigkeit sei entscheidend für Wachstum und Wohlstand im Land.
Zugleich benannte er die aktuellen Belastungen: hohe Energiepreise, zunehmende Bürokratie, langwierige Genehmigungsverfahren und ein akuter Fachkräftemangel. Besonders das Handwerk leide unter administrativen Hürden, die Zeit und Ressourcen binden, statt Investitionen zu ermöglichen. Die staatlichen Rahmenbedingungen tragen erheblich zur gegenwärtigen wirtschaftlichen Stagnation, dem Wegfall kommunaler Steuereinnahmen und dem Abbau von Arbeitsplätzen bei.
Dürr forderte daher eine konsequente Entlastung von Mittelstand und Handwerk. Schlankere Verwaltungsprozesse, beschleunigte Planungsverfahren und eine investitionsfreundliche Steuerpolitik seien zentrale Voraussetzungen, um Baden-Württemberg wieder auf einen klaren Wachstumskurs zu bringen.


