Schnelles Internet durch Glasfaserkabel wird immer wichtiger – für Unternehmen und Schulen ebenso wie für den privaten Bereich. Auch in Ravensburg kommt der Breitbandausbau voran. In den Stadtgebieten kümmern sich privatwirtschaftliche Telekommunikationsunternehmen um den Ausbau. Unterversorgte Gebiete außerhalb der Kernstadt will die Stadt in den nächsten Jahren im Rahmen des Weiße-Flecken-Programms mit Glasfaser ausstatten. Dafür hat sie sich mit anderen Kommunen zum Zweckverband Breitbandversorgung im Landkreis Ravensburg zusammengeschlossen.
Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp hat sich für den weiteren Ausbau eingesetzt und die dafür notwendigen Abstimmungen vorangetrieben. Er ist froh, dass das Thema weiter Fahrt aufnimmt: „Wir brauchen in jedem Winkel von Ravensburg schnelles Internet. Das ist für Privathaushalte und für unsere Unternehmen von hoher Bedeutung.“
Der Zweckverband hat das Ziel, Wohngebiete, in denen Telekommunikationsunternehmen keine Glasfaseranschlüsse legen, mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen zu versorgen. Dafür erhält er Fördergelder bis zu 90 Prozent von Bund und Land über das Weiße Flecken-Programm des Bundes. Bei den unterversorgten Gebieten handelt es sich vornehmlich um Gebäude oder Gehöfte in Weilern mit sehr langsamem Internet – konkret: mit einer Übertragungsrate von maximal 30 MBit pro Sekunde. Ermittelt wird diese geringe Downloadrate anhand verschiedener Markterkundungsverfahren.
In Ravensburg sollen vier große Bereiche, sogenannte Cluster, in den nächsten vier bis fünf Jahren Schritt für Schritt Glasfaser erhalten: Hinzistobel, Schmalegg – inklusive eines Randbereichs der Kernstadt, Taldorf und Eschach. Die Bürgerinnen und Bürger erhalten dabei einen für sie völlig kostenlosen Anschluss direkt bis ins Gebäude. Die Kosten von rund 35 Mio. Euro für alle vier Cluster werden zum großen Teil durch Fördergelder finanziert.
Noch in diesem Jahr sollen im Cluster Hinzistobel Kabel für schnelles Internet verlegt werden. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 24. Februar beschlossen. Die Gesamtkosten dafür betragen fast zwei Millionen Euro – rund 15 Prozent davon trägt die Stadt selbst. Derzeit wird auch das Cluster Schmalegg inklusive eines Randbereichs der Kernstadt vorbereitet. Noch diesen Herbst soll dort mit den Bauarbeiten begonnen werden. Rund eineinhalb Jahre kann es dauern, bis alle Leitungen verlegt sind.
In Taldorf können betroffene Bürgerinnen und Bürger noch im Februar mit einem Anschreiben zum Breitbandausbau rechnen und in Eschach in der zweiten Jahreshälfte 2025. In Eschach wurde teilweise schon ein Ausbau der TWS zusammen mit der Teledata vorangetrieben. Insbesondere ist in der Tettnanger Straße Glasfaser verlegt worden. Dabei handelt es sich um eine eigenständige Maßnahme.
Die Stadt bittet für die nun anstehenden Maßnahmen, die Bürgerinnen und Bürger um eine zeitnahe Rücksendung der Unterlagen, die mit den Anschreiben versendet werden. Dann kann mit den Tiefbauarbeiten rasch begonnen werden. Wichtig zu wissen: Der bereits unterschriebene Hausanschlussvertrag kann jederzeit vor Ausführung der Bauarbeiten gekündigt werden.
Wer sein Einverständnis an die Stadt geschickt hat, bei dem meldet sich ein externer Dienstleister zur Hausbegehung, um sich die Örtlichkeit genau anzusehen. Das dient als Grundlage für die genaue Planung der Leitungen auf den Privatgrundstücken und ihrem Verlauf bis ins Hausinnere.
Die großen Hauptleitungen über Land werden aus wirtschaftlichen Gründen überwiegend auf Privatflächen, in der Regel nahe der öffentlichen Straßen, verlegt. Sämtliche Leitungen müssen grundbuchrechtlich über Gestattungsverträge gesichert werden. Die Eigentümerinnen und Eigentümer dieser Grundstücke werden direkt von der Stadtverwaltung kontaktiert.
Die Breitbandversorgung mit Glasfaser im Kernstadtgebiet wird derzeit durch unterschiedliche private Telekommunikationsunternehmen erschlossen. Die Firma OXG trifft bereits Vorbereitungen, um Privathaushalte in der Ravensburger Nordstadt, Südstadt und Weststadt mit Glasfaserleitungen auszustatten. Wer dem Anschluss jetzt zustimmt, dem wird zunächst eine kostenfreie Leitung gelegt. Kosten entstehen erst, wenn man das schnelle Internet nutzt und sich für einen Anbieter (Provider) entscheidet. Haus- oder Wohnungseigentümer, die sich erst zu einem späteren Zeitpunkt zum Glasfaseranschluss entschließen, werden die Erschließungskosten dafür dann selber tragen müssen.
In der Weststadt verlegt das Unternehmen OXG derzeit Leitungen. Der Spatenstich war bereits im vergangenen Jahr. Die Arbeiten dauern vermutlich noch bis zum Jahresende an. In der Südstadt, in Weißenau sowie einem Teil der Nordstadt soll noch im Lauf dieses Jahres mit dem Bau begonnen werden. Viele Anwohner wurden bereits von OXG kontaktiert. Weitere Firmen, die Teile des Stadtgebiets mit Breitband versorgen wollen, sind Teledata und die Telekom.
Schnelles Internet wird immer wichtiger: Homeoffice, Videokonferenzen und –seminare, Streaming und Gaming: Sie alle erhöhen die Datenmengen im Netz und benötigen mehr Bandbreite und stabile Verbindungen. Für Unternehmen ist eine leistungsfähige Internetverbindung ein wichtiger Standortfaktor. Glasfaser schafft mit einer Highspeed-Geschwindigkeit von bis zu 1 Gbit/Sekunde die notwendigen Voraussetzungen. Zudem verringert dieses Breitbandkabel durch seinen minimalen Energieverbrauch den CO2-Ausstoß.


