In einer bewegenden Feierstunde gedachten die Stadt Ravensburg und der Volksbund auf dem Hauptfriedhof der Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft. VDK-Vorsitzender August Schuler: „Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, wir gedenken aller Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt Opfer geworden sind. Wir gedenken der Opfer von Terrorismus und Extremismus, Antisemitismus und Rassismus in unserem Land und in Europa.“
Der Volkstrauertag bleibe aktueller denn je, ein Mahntag für Frieden, Freiheit, Menschlichkeit und für eine wehrhafte Demokratie, so Schuler. „Die endlosen Reihen der Soldatengräber aus vielen Ländern weisen unmissverständlich auf die Folgen nationaler Irrwege und mahnen uns zur Versöhnung. Der Volksbund sorgt dafür, dass sie als Zeugnisse erhalten bleiben. Er schafft Raum für Begegnungen und fördert die Erinnerung an gemeinsam geteilte Geschichte. Diese VDK-Arbeit ist Arbeit für den Frieden. Und dieser Frieden braucht Mut,“ betonte der VDK-Vorsitzende. Das Totengedenken des Bundespräsidenten wurde gesprochen von Jakob Rottmaier (Spohn-Gymnasium), die Gedenktexte wurden von den Schülerinnen Cecile Liehr und Alina Reiter (Gemeinschaftsschule Ravensburg) einfühlsam vorbereitet und vorgetragen.
Der Liederkranz mit Chorälen und das Stadtorchester mit Stadtmusikdirektor Harald Hepner umrahmten die Feierstunde auf gewohnt hohem musikalischen Niveau. Nach den gemeinsamen Gebeten mit Monsignore Pfarrer Harald Kiebler von den katholischen Kirchengemeinden legten Oberbürgermeister Daniel Rapp und VDK-Vorsitzender August Schuler die Kränze der Stadt, des Volksbundes, der Feuerwehr und des Sozialverbandes vdk nieder. Unterstützt wird die Friedensarbeit des Volksbundes Ravensburg und die Organisation des Volkstrauertages von verschiedenen Institutionen und Vereinen: der Stadt Ravensburg, den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, dem Roten Kreuz, der Feuerwehr, der Kyffhäuser-Soldatenkameradschaft von 1840 e.V., der Reservisten-Kameradschaft und der Bürgergarde, dem Sozialverband vdk, der deutsch-französischen Gemeinschaft sowie dem Historiker Ralf Reiter. Gemeinsam für den Frieden und für die Versöhnung lauten die Grundsätze des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. als eine humanitäre Organisation.
Der Volksbund (VDK) widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, Kriegstote im Ausland zu suchen und zu bergen, sie würdig zu bestatten und ihre Gräber zu pflegen. Er betreut Angehörige und berät öffentliche und private Stellen in Fragen der Kriegsgräberfürsorge, auch international. Er engagiert sich in der Erinnerungskultur und fördert die Begegnung und Bildung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten. Der Volksbund in Zahlen: über 5,5 Millionen erfasste Kriegstote und Vermisste, mehr als 830 Kriegsgräberstätten in 46 Ländern in Europa und weltweit, vier europäische Jugendbegegnungszentren und 28 internationale Jugendprojekte, über 230 000 Förderer und Unterstützer.


