Viele kennen sie: die Magen- oder Darmspiegelung zur Vorsorge. Doch die moderne Endoskopie kann heute weit mehr. Über natürliche Zugänge lassen sich inzwischen sogar komplexe Erkrankungen direkt behandeln – oft ohne Operation, ohne große Schnitte und mit deutlich kürzerer Erholungszeit.
Welche Möglichkeiten diese schonenden Verfahren bieten und was medizinisch heute im Körperinneren machbar ist, wird ein öffentlicher Vortrag am Dienstag, 17. März, um 18 Uhr im Foyer des St. Elisabethen-Klinikums Ravensburg deutlich machen. Dr. Christian Ansprenger, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin I und Spezialist für moderne therapeutische Endoskopie spricht zum Thema „Minimaler Eingriff, maximale Wirkung – moderne endoskopische Methoden in Speiseröhre, Magen und Darm“. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Dr. Ansprenger nimmt seine Vortragsgäste mit auf eine Reise in Speiseröhre, Magen und Darm. Anschauliche Fotos und kurze Videos aus realen, für Laien gut verständlichen Fällen geben dabei einen echten Einblick in die moderne „Schlüssellochmedizin“.
Neben den bekannten Spiegelungen stellt Dr. Ansprenger besonders innovative Verfahren vor, die nur an spezialisierten Zentren angeboten werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der sogenannten „Third Space Endoskopie“. Dabei arbeiten Ärztinnen und Ärzte nicht nur an der Oberfläche der Schleimhaut, sondern in einer feinen Gewebeschicht zwischen Schleimhaut und Muskulatur – gewissermaßen in einem „dritten Raum“ im Inneren der Organwand. So können krankhafte Veränderungen besonders präzise und schonend behandelt werden.
Zu diesen Techniken zählen zum Beispiel POEM (eine minimalinvasive Behandlung von Bewegungsstörungen der Speiseröhre) oder ESD (eine Methode, mit der frühe Tumoren oder größere Veränderungen im Magen-Darm-Trakt in einem Stück entfernt werden können). Eingriffe, für die früher oft eine Operation nötig war, sind heute häufig endoskopisch möglich.
Darüber hinaus erklärt der Gastroenterologe verständlich und praxisnah, wann eine solche Untersuchung sinnvoll ist, wie sie abläuft und welche Vorteile die schonenden Methoden für Patientinnen und Patienten haben. Ziel des Vortrags ist es, medizinisches Wissen greifbar zu machen, Fragen zu beantworten und mögliche Ängste vor endoskopischen Eingriffen abzubauen.
Im Anschluss besteht Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Der Vortragsabend ist Teil einer ganzjährigen Reihe von Patientenvorträgen, mit denen das St. Elisabethen-Klinikum Ravensburg im Jahr 2026 sein 125-jähriges Bestehen begleitet. In monatlich wechselnden Themenschwerpunkten informieren Expertinnen und Experten des Hauses über moderne Medizin, neue Therapien und bewährte Behandlungskonzepte – verständlich, praxisnah und im direkten Dialog mit der Bevölkerung.


