Immer mehr junge Frauen entscheiden sich für eine Ausbildung im Handwerk. Im Gebiet der Handwerkskammer Ulm sind inzwischen 21 Prozent der Auszubildenden weiblich. Allein im Jahr 2025 haben 603 junge Frauen zwischen Ostalb und Bodensee eine handwerkliche Lehre begonnen (Vorjahr: 586). Damit wächst ihr Anteil weiter – auch in Berufen, die lange als männerdominiert galten. So sind aktuell über alle Lehrjahre hinweg 61 Schreinerinnen, 54 Zimmerinnen, 80 Kfz-Mechatronikerinnen und 51 Malerinnen in den regionalen Handwerksbetrieben tätig.
Gleichzeitig gibt es Berufe, in denen Frauen besonders stark vertreten sind: Im Konditorenhandwerk liegt ihr Anteil bei rund 90 Prozent, bei den Kauffrauen für Büromanagement bei 81 Prozent und bei den Augenoptikerinnen bei 77 Prozent. Katja Maier, Präsidentin der Handwerkskammer Ulm, sagt dazu: „Das Handwerk bietet Frauen hervorragende Karrierechancen. Von der Ausbildung über den Meistertitel bis hin zur eigenen Betriebsgründung oder -übernahme. Immer mehr junge Frauen nutzen diese Möglichkeiten und gestalten die Zukunft des Handwerks aktiv mit.“
Mentoring stärkt Frauen beim Einstieg ins Handwerk
Um junge Frauen in der Ausbildung gezielt zu unterstützen, bietet die Handwerkskammer Ulm mit dem Mentorinnen-Netzwerk eine weitere Möglichkeit für ein gutes Onboarding im Handwerk: Berufserfahrene Handwerkerinnen begleiten dabei weibliche Auszubildende über einen festgelegten Zeitraum und beraten diese zu Fragen rund um Berufseinstieg, Karriere und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Angebot wird im Rahmen des Projekts „Frauen im Handwerk“ vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg gefördert.
Immer mehr Betriebe in Frauenhand
Auch bei der Unternehmensführung wächst der Anteil von Frauen weiter. Aktuell werden knapp 4.600 der fast 21.000 Handwerksbetriebe im Ulmer Kammergebiet von Frauen geführt. Im vergangenen Jahr lag der Anteil weiblicher Gründungen bei rund 550 von insgesamt etwa 2.000 neu eingetragenen Betrieben. Besonders häufig haben sich Frauen 2025 in Gewerken wie dem Kosmetikerhandwerk (236 neue Betriebe), dem Änderungsschneiderhandwerk (133), dem Gebäudereinigerhandwerk (89) sowie im Fotografenhandwerk mit 87 Betrieben selbstständig gemacht. Maier weiter: „Uns stellt sich die Aufgabe, veraltete Rollenbilder im Handwerk immer weiter aufzuweichen. Frauen können in allen Bereichen eine feste Größe sein – ob als Auszubildende, Betriebsinhaberinnen oder qualifizierte Fachkräfte.“
Weiblich geführte Handwerksbetriebe nach Landkreisen:
Ulm: 380 Betriebe
Alb-Donau-Kreis: 579 Betriebe
Heidenheim: 371 Betriebe
Ostalbkreis: 1042 Betriebe
Biberach: 608 Betriebe
Ravensburg: 933 Betriebe
Bodenseekreis: 645 Betriebe


