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Masterplan des Landes bestätigt TWS-Strategie für Trinkwasser

Trinkwasseranlagen wie der Hochbehälter in Schmalegg der TWS Netz sichern die Versorgung. Der Masterplan Trinkwasser Baden-Württemberg untersucht die langfristige Absicherung der Trinkwasserversorgung. Bild: TW

Mit dem Masterplan Wasserversorgung hat das Land Baden-Württemberg untersucht, wie sich der Klimawandel auf das Trinkwasser auswirkt. Die TWS Netz GmbH hat die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen des Umweltministeriums nun für ihr Trinkwasserversorgungsgebiet vorliegen. In die landesweite Analyse des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sind auch Daten aus dem Kreis Ravensburg eingeflossen, um die Entwicklung des Trinkwasserbedarfs langfristig bewerten zu können.

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„Die Handlungsempfehlungen decken sich weitgehend mit der Entwicklungsstrategie für unsere Trinkwassernetze bis 2050 und bestätigen unsere Weichenstellung für die sichere Versorgung der Zukunft“, ordnet Michael Scheible, Bereichsleiter Technik bei der TWS Netz, ein. Das Unternehmen versorgt rund 13.300 Haushalte und Betriebe in Ravensburg, Weingarten und Eschach mit Trinkwasser und betreibt zudem die Wassernetze der Kommunen Bad Schussenried, Wolpertswende, Fronreute, Berg, Wilhelmsdorf und Grünkraut. Der vom Land Baden-Württemberg beauftragte Masterplan untersucht die Trinkwasserversorgung bis 2050 und bewertet, wie sich Bevölkerungsentwicklung, verändertes Verbrauchsverhalten sowie klimatische Veränderungen wie häufigere Hitzeperioden, längere Trockenphasen und Starkregenereignisse auf die Grundwasserbildung und die Versorgung auswirken.

Grundlage der Analyse ist eine landesweite Erfassung von Wasserressourcen, Leitungsnetzen, Brunnen, Quellen und Speichern sowie der Vernetzungsgrad von Wasserversorgern und Zweckverbänden untereinander. Auf dieser Basis leiten Experten im Auftrag des Umweltministeriums Handlungsempfehlungen ab. Für das Schussental nennen sie dabei unter anderem Maßnahmen zur Senkung von Wasserverlusten im Netz, zur Überprüfung bestehender Genehmigungen für die Wassergewinnung sowie zur zusätzlichen Absicherung der Versorgung über vertraglich geregelte Wassermengen aus anderen Netzen.

 Zusammenspiel von Bedarf, Infrastruktur und Klimaentwicklung
Für das Versorgungsgebiet der TWS Netz zeigt der Masterplan auf, wo die Trinkwasserversorgung gut aufgestellt ist und in welchen Bereichen künftig zusätzlicher Handlungsbedarf entstehen kann, etwa durch weitergehende Untersuchungen im Rahmen von Strukturgutachten oder durch zusätzliche Absicherung über Verbundlösungen. Die TWS Netz überführt die Empfehlungen des Masterplans nun in ihre Zielnetzplanung des Trinkwassernetzes und priorisiert das Vorgehen für die kommenden Jahre. „Ziel ist, die Versorgung weiterhin stabil und leistungsfähig zu halten. Dafür prüfen wir Maßnahmen im Zusammenhang von Bedarf, Infrastruktur und langfristiger Entwicklung im Rahmen eines Strukturgutachtens. So stellen wir sicher, dass Investitionen gezielt dort ansetzen, wo sie die Versorgungssicherheit dauerhaft stärken“, erläutert Daniel Eibler, Strategischer Assetmanager Wasser bei der TWS Netz. Das Strukturgutachten für das eigene Wassernetz wird außerdem Aufschluss darüber geben, wie sich Fördermengen, Bevölkerungsentwicklung und Großabnehmer auch in Zeiten des Klimawandels für die kommenden Jahrzehnte in Einklang bringen lassen. Ergebnisse liegen voraussichtlich 2027 vor. Auch die Beratung und Unterstützung der Kommunen, die die TWS Netz mit dem Betrieb ihrer Trinkwassernetze beauftragt haben, gewinne mehr Bedeutung, betont Daniel Eibler.

 Softwarebasiertes Monitoring von Wasserverlusten
Eine Reduzierung von Wasserverlusten im Netz auf ein Minimum ist eine der Handlungsempfehlungen des Masterplans. Für Ravensburg, Weingarten und Eschach setzt die TWS Netz bereits seit Jahren auf ein softwarebasiertes Monitoring, um Wasserverluste frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Dazu sind Sensoren an neuralgischen Punkten des Netzes integriert, die Fließgeschwindigkeit und Durchfluss per Ultraschall erfassen und ins System rückmelden. „Die Kolleginnen und Kollegen können softwarebasiert etwa auffällige Durchflüsse im Netz erkennen, die auf Ereignisse wie eine hohe Wasserentnahme oder einen Rohrbruch hinweisen. So lassen sich Reparaturen einplanen, noch bevor es zu einem größeren Leck kommt“, informiert Daniel Eibler, und ergänzt: „Vor dem Hintergrund der weiteren Digitalisierung prüfen wir auch eine Verdichtung oder Erweiterung dieses Monitorings.“