Die Ravensburg Towerstars haben gegen den erwartet unangenehmen Gegner Lausitzer Füchse einen Heimsieg eingefahren und ihre Ambitionen auf Platz 4 untermauert. Die Cracks von Coach Bo Subr mussten zwar einen späten Ausgleichstreffer der Gäste einstecken, dieser war jedoch nach nur 18 gespielten Sekunden in der Overtime alsbald vergessen.
Vor 2.718 Zuschauern legten die Oberschwaben selbstbewusst los und verbuchten bereits in der Startminute die ersten Torszenen. Füchse-Torhüter Lennart Neiße machte dabei schnell klar, dass er einen starken Abend erwischen sollte. Quer durch alle Sturmreihen gab es im Verlauf des Startabschnitts gute Einschussmöglichkeiten, Treffer blieben allerdings Fehlanzeige. Meist durch schnelle Gegenstöße kam auch Weißwasser zu hochkarätigen Chancen, doch auch Ilya Sharipov im Ravensburger Tor hielt seinen Kasten zunächst sauber.
Im zweiten Spieldrittel wechselten sich schnell vorgetragene Phasen und zerfahrene Szenen ab, verbissen wurde um jeden Zentimeter Eis gekämpft. Wenn die Towerstars Raum in der neutralen Zone bekamen, wirbelte vor allem die erste Sturmreihe, doch erneut blieben die besten Chancen ungenutzt. In der 33. Minute hatten sich die Ravensburger Cracks erneut an der gegnerischen Abwehr aufgerieben und verpassten prompt auf der Gegenseite die Defensivarbeit. Ex-Towerstars-Stürmer Alexander Dosch stand völlig frei vor dem Tor und konnte die Scheibe beim 1:2 durchaus sehenswert über die Linie tippen. Der Treffer in der 33. Minute tat den Towerstars in den nachfolgenden Wechseln zunächst nicht gut. Weißwasser spielte selbstbewusst nach vorne und checkte früh vor, der eine oder andere Pass ins Leere war die Folge. Aus dem Durchhänger kamen die Towerstars jedoch rund vier Minuten später wieder heraus. Dreieinhalb Minuten vor Schluss bediente Thomas Reichel den auf halbrechts mitgelaufenen Marvin Schmid, dessen Handgelenkschuss dem Füchse-Torhüter über die Schulter ins linke Kreuzeck zischte. Mit dem 1:1-Ausgleich dreieinhalb Minuten vor der zweiten Pause ließ sich der Schlussabschnitt etwas beruhigter angehen.
Im dritten Spieldrittel änderte sich am Spielverlauf nicht allzu viel. Die Towerstars hatten deutlich mehr Spielanteile, konnten diese jedoch nicht in Tore ummünzen. Immer wieder musste Coach Bo Subr seine Schützlinge auf der Bank eindringlich ermahnen, nicht zu anfällig für Konter zu sein. Zu einer Schlüsselszene kam es dann in der 53. bis 55. Minute. Für einen Bandencheck kassierte Gäste-Verteidiger Kyle Havlena eine Strafzeit und die Towerstars zogen ihr Powerplay auf, doch zunächst sollte sich keine klare Einschussmöglichkeit finden. Sieben Sekunden, nachdem sich die Strafbanktür wieder geöffnet hatte, stand Thomas Reichel jedoch goldrichtig. Nach einer zunächst unübersichtlichen Situation schaltete er am schnellsten und drückte die Scheibe entschlossen zum 2:1 in die Maschen.
Die Folgeminuten schienen den Towerstars vermeintlich souverän aus den Händen zu laufen, doch dieser Eindruck trügte. Zweieinhalb Minuten standen noch auf der Uhr, als in der eigenen Zone die Defensivarbeit vernachlässigt wurde und Lennard Nieleck, vor dem Torraum postiert, nicht am 2:2-Ausgleich gehindert werden konnte. Bis zur Schlusssirene passierte dann nichts mehr, die Punkte wurden geteilt und die Verlängerung musste über den Zusatzpunkt entscheiden. Dort drängten die Towerstars rekordverdächtig schnell auf den wohlverdienten Feierabend. Nach einem weiten Pass von Julian Eichinger auf Mark Rassell kam dieser zur Abschlusschance, den vom Füchse-Keeper abgeprallten Puck verwertete Kapitän Robbie Czarnik schließlich sicher zum 3:2. Gerade einmal 18 Sekunden waren in der Verlängerung gespielt.
„Natürlich sind wir froh über die zwei wichtigen Punkte gegen den unangenehmen Gegner. Wir haben aber wieder einmal zu viele gute Chancen liegen lassen, und mit einem so knappen Vorsprung wiegen Fehler wie beim 2:2-Ausgleich leider schwer“, betonte Towerstars-Coach Bo Subr nach dem Spiel.
Dank des Fünf-Punkte-Wochenendes konnten die Towerstars auf direkter Tuchfühlung mit Platz 4 bleiben. Regensburg ist punktgleich, hat jedoch das bessere Torverhältnis. Die nächste Chance, in die Top 4 zu springen, gibt es für die Oberschwaben bereits am Dienstag. Dort wartet mit dem Gastspiel beim Tabellenachten Crimmitschau jedoch eine äußerst schwere Aufgabe. Spielbeginn ist um 19.30 Uhr, Sporteurope.TV überträgt die Partie live.


