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Towerstars bekommen in Kassel nichts ernten

Am Kampf und Einsatz hatte es freilich nicht gelegen. Hier muss Ilya Sharipov gar seinen Helm opfern . Bild: F.Enderle

Die Reise nach Kassel endete für Ravensburg leider ohne Punkte. Das Team von Coach Bo Subr unterlag dem DEL2-Topfavoriten mit 2:5. Neben individuellen Fehlern bei den Gegentoren wurde auch die mangelhafte Chancenauswertung zum letztlichen Problem.

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Die Towerstars, die neben dem verletzten Matej Mrazek auch auf den angeschlagenen Philipp Mass verzichten mussten, hatten trotz sechsstündiger Busreise einen guten Start ins Spiel. Erik Karlsson prüfte den gegnerischen Torhüter Philipp Maurer bereits nach 53 Sekunden. Allzu lange dauerte es jedoch nicht, ehe auch die Gastgeber erstmals gefährlich vor dem Ravensburger Tor auftauchten. In der 3. Minute rettete sogar die Latte für Towerstars-Keeper Ilya Sharipov. Auch in der Folgezeit wurden die Towerstars durch die temporeichen Angriffe der Nordhessen stark beschäftigt. Zu eigenen Chancen kamen sie aber durchaus – vor allem dann, wenn es zuvor gelang, den Puck im gegnerischen Drittel zu kontrollieren.

Bis zur 11. Minute sah das Spiel für die Oberschwaben weitgehend solide aus, doch dann passte vor dem eigenen Tor die Zuordnung nicht und einen zunächst zur Seite abgewehrten Puck brachte Dominic Turgeon zum 1:0 für Kassel im Tor unter. Der Gegentreffer zeigte auch danach Wirkung, denn nur 71 Sekunden später musste Ilya Sharipov den Puck zum zweiten Mal aus seinem Netz holen. Diesmal ließen sich die Towerstars durch einen Diagonalpass durch den Slot erwischen; Tyler Benson brauchte auf halblinker Position nur die Kelle hinzuhalten. Strafzeiten nahmen dem Spiel danach auf beiden Seiten den Fluss, bis zur ersten Pause brannte daher nichts mehr an.

Im zweiten Spieldrittel mussten die Towerstars zunächst eine Strafzeit gegen Nicolas Schindler überstehen, danach erarbeiteten sich die Oberschwaben eine hochkarätige Chance nach der anderen. Zunächst scheiterte Robbie Czarnik bei einem 3-gegen-1-Konter per Direktabnahme im Slot, zweieinhalb Minuten später war es erneut die erste Sturmreihe, die in Person von Erik Karlsson aus kurzer Distanz den Anschlusstreffer auf dem Schläger hatte. Auch Thomas Reichel hatte wenig später auf halblinker Position das erste Tor vor Augen.

Weitere zwei Zeigerumdrehungen später hatte Kassel mehr Glück im Abschluss – wobei der Treffer in der Hitparade der kuriosesten DEL2-Tore wohl ganz weit oben stehen dürfte. Andrew Bodnarchuk zog von der blauen Linie ab, traf den Puck aber nicht einmal ansatzweise richtig. Dennoch rutschte die Scheibe im Schneckentempo durch Freund und Feind hindurch zum 3:0 am ahnungslosen Ilya Sharipov vorbei. Als knapp zwei Minuten später Florin Ketterer von der Strafbank aus zusehen musste, wie die Kollegen das 4:0 schlucken mussten, war das Spiel endgültig auf die falsche Bahn geraten.

Doch die Towerstars rackerten sich ins Spiel zurück, denn auch Kassel leistete sich den einen oder anderen Patzer. Alex-Olivier Voyer schlenzte in der 36. Minute die Scheibe mit Hilfe eines dazwischen gehaltenen Huskies-Schlägers zum 4:1 in die Maschen und ganze 48 Sekunden später verkürzte Mark Rassell mit einem eiskalten Rückhandschuss unter die Latte gar auf 4:2. Erik Karlsson hatte zuvor die Scheibe dank starkem Vorchecking in der gegnerischen Zone erkämpft.

Der Spielstand sah nun deutlich freundlicher aus und schürte Hoffnungen für den Schlussabschnitt. Diese bekamen nach der Pause jedoch alsbald einen Dämpfer. Kassels Topstürmer Hunter Garlent drückte die Scheibe im Slot zum 5:2 ins Tor – ganze 88 Sekunden waren da erst gespielt. Danach verwaltete Kassel das Spiel weitgehend solide, spannend hätte es aber durchaus noch einmal werden können. In der 53. Minute kam es zu einem Gestocher am Huskies-Torraum, anschließend jubelten die Towerstars. Die Unparteiischen entschieden zunächst auf Tor, revidierten die Entscheidung nach Beratung mit den Linesmen jedoch und sahen sich den Videobeweis an. Zum Leidwesen der Ravensburger Bank und der mitgereisten Fans wurde der Treffer wegen angeblicher Torhüterbehinderung zurückgenommen. Letztlich brannte in den Schlussminuten nichts mehr an – es blieb beim 5:2.

„Wir haben ganz gut angefangen und hatten auch im zweiten Drittel einige sehr gute Chancen. Allerdings haben uns individuelle Fehler geleitet, die man sich gegen ein Topteam einfach nicht leisten darf“, sagte Towerstars-Coach Bo Subr nach dem Spiel.

Aufgrund des Bad Nauheimer Sieges in Weiden rutschten die Towerstars wieder unter den roten Strich der Playdown-Zone. Die nächste Möglichkeit, dies wieder zu ändern, haben die Towerstars am Sonntag im Derby gegen Kaufbeuren. Die Buron Joker übernahmen durch eine 2:8-Heimniederlage gegen Rosenheim die „Rote Laterne“ der Liga. Einfach wird es dadurch für die Towerstars allerdings nicht. Spielbeginn ist um 18.30 Uhr. Tickets gibt es im Fanshop in der Marktstraße, online unter tickets.towerstars.de sowie an der Abendkasse. Das Spiel wird auch live auf Sporteurope.TV übertragen.