Wie können künftig alle Ansprüche an die endliche Fläche bestmöglich erfüllt werden? Dieser Frage will der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben in den nächsten Jahren genauer nachgehen. Er hat im Programm „RegioStrat – Strategische Regionalentwicklung“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) eine Förderzusage für das Projekt „Wir machen Zukunft! Flächennutzung Bodensee-Oberschwaben 2045“ erhalten. Unter 41 Projektanträgen haben 12 eine Förderzusage erhalten.
„Der vielerorts vorhandene Flächendruck zeigt sich in unserer Region besonders stark. Unser Regionalplan 2023 hat deshalb schon wichtige Weichen gestellt. Ihn gilt es jetzt auf die Probe zu stellen und ggf. strategisch weiterzuentwickeln“, freut sich Verbandsvorsitzender Thomas Kugler über die Förderzusage.
Für Natur- und Klimaschutz ist die Region Bodensee-Oberschwaben besonders wertvoll – vor allem wegen ihrer hohen Dichte an Moorböden. Hervorzuheben sind dabei das Pfrunger-Burgweiler Ried sowie das Wurzacher Ried, dessen Kernbereich als das größte intakte Hochmoor Mitteleuropas gilt. Gleichzeitig steigt der Flächenbedarf durch die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Innovations- und Wirtschaftsstärke sowie die laufende wirtschaftliche Transformation führen zu wachsendem Flächenbedarf. Auch auf dem Wohnungsmarkt spüren viele Gemeinden die Folgen von Zuwanderung und steigender Nachfrage. Flächenbedarfe ergeben sich zudem durch den Rohstoffabbau und die Landwirtschaft. Hinzu kommen neue Herausforderungen durch die Energiewende, Wind- und Solarenergie nehmen auch Flächen in Anspruch.
Verbandsdirektor Dr. Wolfgang Heine betont: „Die Herausforderung liegt darin, bestehende und künftige Flächennutzungskonflikte auszutarieren. Bei der Erarbeitung des Strategischen Regionalentwicklungs-konzepts wollen wir zusammen mit einer Vielzahl an Akteuren Szenarien zur künftigen Flächennutzung der Region Bodensee-Oberschwaben erarbeiten. Es soll ein Zukunftsbild für eine lebenswerte Region Bodensee-Oberschwaben im Jahr 2045 entstehen, in der alle Ansprüche an die Fläche bestmöglich erfüllt werden und ihre wichtigsten Funktionen erhalten bleiben. Anschließend werden Projekte und Maßnahmen definiert, die zu einer optimalen Nutzung der begrenzten Fläche und einer künftig lebenswerten Region beitragen.“
„Der Erfolg des Förderantrags ist insbesondere der großen Bereitschaft zur Unterstützung des Projekts der regionalen Akteure zu verdanken“, zeigt sich Verbandsvorsitzender Thomas Kugler überzeugt. Die drei Landkreise der Region – der Bodenseekreis sowie die Landkreise Ravensburg und Sigmaringen – haben zugesagt, ihre fachliche Expertise in den Prozess einzubringen. Ebenso die LEADER-Aktionsgruppen der Region, die mit der Aufgabe der Regionalentwicklung betraut sind. Auch viele Städte und Gemeinden sowie die IHK Bodensee-Oberschwaben, weitere Kammern und Verbände haben Bereitschaft zur Mitwirkung am Projekt signalisiert. Nicht zuletzt wollen die übergeordneten Behörden, die höhere Raumordnungsbehörde beim Regierungspräsidium Tübingen sowie das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen das Projekt unterstützen.
Weitere Informationen zum Projekt und zum Projektfortschritt sind auf der Homepage des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben zu finden: https://www.rvbo.de.


