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Neues Positionspapier zum Bodensee-Airport

Bild: Flughafen Friedrichshafen GmbH

Region Bodensee-Oberschwaben / Isny / Friedrichshafen: Mit überwältigender Mehrheit erteilten die Mitglieder der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) in ihrer Frühjahrssitzung in Isny dem neuen Positionspapier der IHK zum Bodensee-Airport Friedrichshafen große Zustimmung.

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Die bestehende Position zum Flughafen aus dem Jahr 2020 sei überarbeitet worden, berichtete IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Sönke Voss. Insbesondere die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Situation des Flughafens hätten sich seither verändert. Der Bodensee-Airport sei ein wesentlicher Bestandteil der regionalen Verkehrsinfrastruktur und strategischer Knotenpunkt für die Grenzregion Bodensee-Oberschwaben im Dreiländereck Deutschland-Österreich-Schweiz. „Für die ansässige Industrie, mittelständische Betriebe aller Branchen, die Messe Friedrichshafen und zahlreiche Forschungseinrichtungen ist der Flughafen ein entscheidender Standortfaktor“, betonte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Mit rund 45 Prozent Anteil des produzierenden Gewerbes an der regionalen Bruttowertschöpfung und einer Exportquote von etwa 50 Prozent der Industrie – im Bodenseekreis sogar über 60 Prozent – sei die Region „ein industrielles und innovationsgetriebenes Zentrum“. Zudem sei der Bodenseekreis einer der Hotspots der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, des Maschinenbaus und der Automobilzulieferindustrie. Die bestehende Anbindung über Straße und Schiene werde der Wirtschaftskraft der Region keineswegs ausreichend gerecht, so Voss.

„Der Flughafen ist daher ein wichtiger Baustein, um Infrastrukturlücken zu schließen.“
Infrastruktur, insbesondere die Verkehrsinfrastruktur, sei Aufgabe der öffentlichen Hand, nannte Voss eine der im neuen Positionspapier enthaltenen Kernforderungen. Mit dem „Förderverein Flughafen Friedrichshafen“ sowie mit dem von regionalen Unternehmen getragenen Treuhandmodell zur Anschubfinanzierung neuer innerdeutscher Verbindungen zeige sich ein besonderes Engagement der regionalen Wirtschaft. „Viele Unternehmen investieren Kapital und Ressourcen und gehen in Vorleistung – darauf sind wir stolz“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Eine verlässliche, planbare Finanzierung der Infrastruktur Flughafen durch die öffentliche Hand sei aber unabdingbar, um solche Initiativen zu stärken. Eine sachliche Diskussion über den Zuschussbedarf und die faire Verteilung der Lasten zwischen öffentlicher Hand und privaten Akteuren – mit dem Ziel, den Flughafen in seiner jetzigen Betriebsstruktur zu erhalten – sei daher eine weitere Kernforderung des Positionspapiers. „Infrastruktur ist kein Zuschussgeschäft, sondern Zukunftsinvestition“, so Voss. Es dürfe nicht vergessen werden, dass Regionalflughäfen wie Friedrichshafen ein Vielfaches ihrer eigenen Kosten an Wertschöpfung in der Region generieren. Diese Wertschöpfung sowie eine damit verbundene Strahlkraft für andere Branchen gelte es zu bewahren. Innerdeutsche Verbindungen müssten erhalten und ausgebaut werden, um einen nachhaltigen Flugbetrieb weiterentwickeln zu können.