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Holzmarkt wird attraktiv gestaltet: Gemeinderat beschließt Schwammstadt-Konzept

Archivbild: F.Enderle

Der Holzmarkt vor der Musikschule wird ab Frühsommer neu gestaltet. Acht Bäume mit Rundbänken sowie Sitzmöglichkeiten vor der Gastronomie und der Bäckerei sollen für einen attraktiven Platz sorgen, auf dem sich die Menschen gerne aufhalten. Gelegentliche Konzerte, kleinere Events und Marktstände sollen zur Belebung des Platzes beitragen. Wichtig bei allem ist das „Schwammstadt“-Prinzip als bedeutender Beitrag zur Klimafolgenanpassung und zur Abschwächung der Gefahren durch Starkregen.

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In seiner Sitzung am 26. Mai hat der Gemeinderat der Neugestaltung des Holzmarktes mit Entwürfen des Landschaftsarchitekturbüros 365° freiraum + umwelt aus Überlingen beschlossen. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf 1,75 Millionen Euro.

Zentrales Element des Entwurfs ist ein schattenspendender Baumhain, der aus acht Bäumen verschiedener Arten besteht. Sie sollen nicht nur den Platz verschönern, sondern auch die sommerliche Hitze durch Beschattung sowie Verdunstungskühlung abmildern. Damit tragen sie zu einer höheren Lebensqualität und einem besseren Stadtklima bei. Rundbänke um die Bäume bieten Sitzmöglichkeiten im Schatten.

Ein hohlraumreiches Mineralgemisch im Untergrund des Holzmarktes bildet den „Schwamm“: einerseits dient er als Wasserspeicher für die Bäume, andererseits auch als Wasserrückhalt bei Starkregen. Der Schwamm wird durch gefiltertes und gereinigtes Regenwasser aus der Dachfläche der Musikschule gespeist. Der Schwamm speichert das Wasser und gibt es den Bäumen über die Verdunstung wieder ab. Ein Notüberlauf leitet überschüssiges Wasser geregelt ab. Ist der Schwamm leer, können sogar Starkregenereignisse bis zum 50-jährigen Hochwasserereignis gepuffert werden. Weil der Schwamm Wasser aufnimmt, werden die Wassermengen nicht schlagartig in den Kanal eingeleitet. Das reduziert ein mögliches Versagen des Kanalsystems und belastet damit die Kapazitäten der Kläranlage nicht unnötig. Trocken- und Hitzephasen können mit dem Schwamm überdauert werden und die Bäume müssen im Normalfall nicht gewässert werden.

Ein weiteres Element des Gestaltungskonzepts auf dem Holzmarkt ist der sanierte Brunnentrog, der mit einer Spielmöglichkeit für Kinder ergänzt wird. Der Brunnen wird mit Trinkwasser gespeist, was angesichts der zunehmenden Hitze einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung leistet.

Nach derzeitigem Stand sollen die Bauarbeiten im Frühsommer 2025 beginnen und je nach Witterung etwa 18 Monate dauern. Standardmäßig werden im Bereich der Altstadt bei solchen Bauarbeiten auch archäologische Grabungen vorgenommen. Sie können den Zeitplan eventuell in die Länge ziehen, sollte etwas Interessantes im Boden auftauchen.

Zunächst verlegen die Technische Werke Schussental (TWS) Leitungen für Fernwärme, Breitband, Gas, Wasser und Strom. Sobald die darauf folgenden archäologischen Arbeiten abgeschlossen sind, kann mit dem Bau des Schwamms und der sichtbaren Oberflächengestaltung des Platzes und der Straße begonnen werden. Im Umfeld des Platzes werden zusätzlich neue Fahrradstellplätze erreichtet.

Zur Finanzierung des Projekts tragen verschiedene Förderprogramme bei. So werden Zuschüsse aus dem „Sanierungsprogramm Altstadt und Erweiterung“ in Höhe von etwa 130.000 Euro sowie aus dem KfW-Förderprogramm „444 – Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ in Höhe von rund 520.000 Euro erwartet. Der erste Bauabschnitt der Maßnahme wurde bereits im Vorfeld mit 500.000 Euro genehmigt.

„Der Gemeinderat hat mit dem Beschluss des Schwammstadt-Konzepts für den Holzmarkt die Weichen für eine nachhaltige, klimaresistente und attraktive Stadtentwicklung gestellt“, sagt Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp. Er freut sich auch auf die neue Gestaltung des Platzes: „Das bringt mehr Aufenthaltsqualität am nördlichen Marienplatz. Hier werden sich die Menschen gerne aufhalten.“