Die Ravensburg Towerstars lieferten sich mit den Wölfen des EHC Freiburg wie erwartet ein enges Duell. Vor 2.694 Zuschauern in der CHG Arena setzte Mark Rassell erst in der Verlängerung den Schlusspunkt unter eine Partie, die bereits zuvor in beide Richtungen hätte kippen können.
Bei den Towerstars stand Torhüter Ilya Sharipov nach einer krankheitsbedingten Pause von einer Woche wieder zwischen den Pfosten. Zudem absolvierte Florin Ketterer nach überstandener Oberkörperverletzung sein erstes Spiel in dieser Hauptrunde. Noch bevor sich die Zuschauer auf den Rängen richtig eingerichtet hatten, bot sich den Towerstars bereits die erste Großchance. Knapp 50 Sekunden waren gespielt, als Matthew Struthers die Führung auf dem Schläger hatte. Doch Ex-Towerstars-Goalie Olafr Schmidt parierte ebenso wie beim nächsten Versuch von Robbie Czarnik. Auch die Gäste setzten früh ein Ausrufezeichen. Knapp eine halbe Minute später kam der an diesem Abend besonders auffällige Lynden McCollum im Slot frei zum Schuss. Ilya Sharipov lenkte den Puck jedoch mit der Stockhand über die Latte.
Auch danach ging es munter und schnell hin und her. Die Towerstars hatten optische Vorteile und lagen auch bei den hochkarätigen Torchancen leicht vorne. Freiburg blieb allerdings stets brandgefährlich: Ein unsauberer Pass genügte und schon sah sich die Ravensburger Abwehr einem Konter gegenüber. Trotz klarer Chancen auf beiden Seiten ging es torlos in die erste Pause. Bemerkenswert war zudem, dass sich beide Teams bis dahin keine einzige Strafzeit geleistet hatten.
Im zweiten Spielabschnitt änderte sich am engen Spielverlauf wenig und der erste Treffer ließ weiter auf sich warten. Zwar gab es in der 23. Minute die erste Strafzeit gegen die Gäste, doch diese verteidigten in Unterzahl äußerst effektiv. Rund fünf Minuten später schlug es dann auf der Gegenseite ein. Freiburg gewann ein Bully und legte den Puck sofort in die Halbdistanz zurück. Dort nahm Lynden McCollum die Scheibe direkt und traf unhaltbar zum 0:1.
Durch die Führung gewann der EHC Freiburg in den folgenden Minuten deutlich Oberwasser. Eine Strafzeit gegen Simon Sezemsky brachte die Hausherren zudem in Gefahr, weiter in Rückstand zu geraten. In der Schlussphase des Mitteldrittels kehrte jedoch wieder Ruhe in die Defensive ein, während der Angriff neuen Schwung aufnahm. Nun kassierten die Gäste mehrere Strafzeiten, darunter zwei kurz hintereinander kurz vor Ende des zweiten Spielabschnitts. So konnten sich die Towerstars in der Pause taktisch auf eine doppelte Überzahl vorbereiten.
Was auch immer Towerstars-Coach Johan Pennerborn auf die Taktiktafel gezeichnet hatte, es zeigte Wirkung. Nach nur 49 Sekunden nutzte Kapitän Robbie Czarnik den Raum in der Angriffszone und schob die Scheibe flach ins rechte Eck zum 1:1-Ausgleich. Die Towerstars blieben danach am Drücker, scheiterten jedoch immer wieder am glänzend aufgelegten Olafr Schmidt. Aber auch Freiburg kam weiterhin zu Großchancen und Ilya Sharipov konnte sich mehrfach auszeichnen.
Weitere Treffer fielen nicht mehr, sodass die Verlängerung über den Sieg und den Zusatzpunkt entscheiden musste. Dort war der „Spuk“ allerdings bereits nach 60 Sekunden vorbei. Odeen Tufto setzte den Freiburger Verteidiger Moritz Wirth hinter dem Freiburger Tor unter Druck und luchste ihm im Zweikampf den Puck ab. Mark Rassell lauerte bereits vor dem Tor und musste die Scheibe nur noch zum Siegtreffer einschieben.
Der Jubel auf den Rängen war groß: Zwei Punkte waren gesichert. „Freiburg war ein wirklich hartnäckiger Gegner, aber die Jungs haben wieder einmal Geduld gezeigt“, betonte Towerstars-Cheftrainer Johan Pennerborn nach dem Spiel. Besonders viel Lob gab es auch für die Disziplin an diesem Abend, denn nur ein einziges Mal hatte sich die Ravensburger Strafbanktür geöffnet.
Am Sonntag sind die Towerstars zu Gast in Weiden. Die Oberpfälzer kamen am Freitagabend in Dresden mit 1:5 unter die Räder und werden daher besonders entschlossen um Punkte und Wiedergutmachung kämpfen. Spielbeginn ist um 18.30 Uhr. Die Partie wird live auf Sporteurope.TV übertragen.

