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Towerstars biegen 2:5 Rückstand in Derbysieg um

Die Towerstars haben in Memmingen definitiv alle Register gezogen. Archivbild: Kim Enderle

Das mit Spannung erwartete Derby gegen Memmingen nach 24 Jahren Pause hätte kaum ein dramatischeres Drehbuch parat halten können. Das Team von Johan Pennerborn siegte vor ausverkauften Rängen der Memminger KUTTER Arena mit 6:5 nach Verlängerung. Bis zur 32. Minute sah es bei einem 2:5-Rückstand allerdings alles andere als nach Punkten aus.

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Mit 3.700 Zuschauern war das Derby restlos ausverkauft. Dabei geholfen haben auch etwa 600 Ravensburger Fans, die gemeinsam mit dem Heimpublikum für eine fantastische Atmosphäre sorgten. Noch ein bisschen besser wurde die Laune auf den Gästerängen, als Nikita Kessler in der 5. Minute gemeinsam mit Louis Latta ein 2-gegen-1-Break erfolgreich zum 0:1 abschloss. Schon zuvor hatten die Towerstars für eine selbstbewusste Startphase gesorgt.

Allzu lange währte die Freude allerdings nicht, denn 64 Sekunden später glichen die gastgebenden Indians auch schon wieder aus. Nikita Krymskiy nahm trotz Bedrängnis im Slot einen Rückpass erfolgreich zum 1:1 ab. Es folgte ein offener Schlagabtausch mit zahlreichen Torszenen. Ein Chancenplus verbuchten dabei die Oberschwaben. An Indians-Torhüter Michael Bitzer gab es jedoch kein Vorbeikommen. Deutlich effektiver agierten die Hausherren, auch wenn dabei jeweils eine Ravensburger Strafzeit mithalf. Gleich zwei Gegentreffer kassierten die Towerstars zwischen der 12. und 15. Minute in numerischer Unterzahl. Ein 1:3-Rückstand nach 20 Minuten stand freilich nicht auf dem Zettel der Fans.

Auch nicht auf der Taktiktafel von Trainer Johan Pennerborn und seinem Assistenten Eeli Parviainen. Die Towerstars hielten das Tempo hoch, spielten geradlinig nach vorne und nach knapp dreieinhalb Minuten wurde das belohnt. Robbie Czarnik nahm in der Halbdistanz Maß und traf zum 3:2-Anschlusstreffer. Die Towerstars waren wieder im Geschäft und drückten weiter. Allerdings platzte nur drei Minuten später der nächste Gegentreffer ins Geschehen. Simon Thiel hämmerte den Puck zum 4:2 in die Maschen. Konrad Fiedler im Ravensburger Tor war auch hier machtlos. Wenig zu halten gab es auch beim erfolgreich abgeschlossenen Konter fünf Minuten später. Diesmal war Ex-Towerstars-Stürmer Ludwig Nirschl der Torschütze.

Auf der Anzeigentafel stand ein 2:5-Rückstand. Memmingen feierte. Den Towerstars-Fans schwante wenig später noch mehr Unheil. Rund 34 Minuten waren gespielt, als ein Memminger Stürmer durchbrach und vor dem Tor zu Fall kam. Die Unparteiischen werteten die Szene als ausreichend für einen Penalty. Es drohte die Vorentscheidung, doch Konrad Fiedler offenbarte keine Lücke und parierte. Noch mehr Hoffnung kam ins Spiel, als Mark Rassell in numerischer Überzahl einen Schuss von Simon Schütz noch leicht zum 5:3 abfälschte.

Für den Schlussabschnitt war also weiter Spannung im Spiel. Es musste aber ein schneller Anschlusstreffer her. Und der kam nach knapp drei Minuten. Memmingen wirkte nun nicht mehr ganz so frisch, musste unter Druck eine weitere Strafzeit ziehen und diesmal setzte Matthew Struthers das Spielgerät aus der Distanz zum 5:4 ins Netz. Die Gastgeber wirkten nun deutlich angeschlagen. Die Towerstars legten sofort nach. Nur eineinhalb Minuten nach dem direkten Anschlusstreffer stellte Denis Pfaffengut mit einem satten Schuss ins rechte Kreuzeck und dem 5:5 alle Uhren wieder auf Null. Bis zur Schlusssirene brannte dann nichts mehr an. Beide Teams hatten sich den einen Punkt wahrlich verdient.

In der anschließenden Overtime wirkten die Towerstars von Beginn an zielstrebiger und sorgten nach 77 Sekunden letztlich für die Entscheidung. Simon Sezemsky bediente Mark Rassell am linken Pfosten und der kanadische Stürmer überraschte den Indians-Torhüter mit der direkten Weiterleitung aus spitzem Winkel. Die Ravensburger Fans wurden in den kollektiven Siegestaumel versetzt – was für ein Finale dieses ersten Derbys.

„Als Trainer sieht man ein 11-Tore-Spiel natürlich nicht so gerne, aber Respekt an meine Jungs. Sie haben den Glauben an einen Erfolg nie verloren und sich für Kampf, Moral und Geduld wieder einmal belohnt“, sagte Towerstars-Coach Johan Pennerborn nach dem Spiel. Dank des 5-Punkte-Wochenendes konnten sich die Towerstars auf den fünften Tabellenplatz vorschieben.