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Ravensburg

Probleme mit der Wirbelsäule – wann muss ich in die Neurochirurgie?

Dr. Gerhard Staimer. Bild: OSK

Rückenschmerzen sind das häufigste Gesundheitsproblem, das in der westlichen Welt zu Arbeitsunfähigkeit führt. Fast jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens davon betroffen. Doch wann sind Rücken- oder Nackenbeschwerden harmlos, wann sollten sie ärztlich abgeklärt werden – und in welchen Fällen ist eine Behandlung in der Neurochirurgie notwendig? Antworten auf diese Fragen gibt ein öffentlicher Patientenvortrag am Donnerstag, 22. Januar 2026, um 18 Uhr im Foyer des St. Elisabethen-Klinikum (EK) Ravensburg. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Referent des Abends ist Dr. Gerhard Staimer, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am EK. Unter dem Titel „Probleme mit der Wirbelsäule – wann muss ich in die Neurochirurgie?“ erläutert er verständlich und praxisnah, welche Ursachen Rückenschmerzen haben können und wann konservative Maßnahmen ausreichen – oder wann eine spezialisierte neurochirurgische Abklärung sinnvoll ist.

Dabei räumt Dr. Staimer mit weitverbreiteten Irrtümern auf. Ob jemand Rückenprobleme entwickelt, hängt nicht zwangsläufig von Beruf, Bewegung oder sportlicher Aktivität ab. „Wer dort eine Schwachstelle hat, hat sie – ähnlich wie bei Krampfadern“, erklärt der Neurochirurg. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen bessern sich die Beschwerden von selbst. Wärme, Bewegung, gezielte Gymnastik, Massagen oder eine kurzfristige Schmerztherapie helfen zudem häufig, ohne dass ein operativer Eingriff notwendig wird.

Es gibt jedoch Situationen, in denen fachärztlicher Rat entscheidend ist. Wenn Schmerzen die Lebensqualität dauerhaft stark einschränken oder neurologische Symptome wie Taubheitsgefühle, Kraftverlust oder Lähmungserscheinungen auftreten, sollte ein Spezialist aufgesucht werden. Ursache können unter anderem schwere Bandscheibenvorfälle, eine Einengung des Rückenmarkkanals oder andere Raumforderungen sein, die auf Nervenstrukturen drücken. „Je früher Patienten zu uns kommen, desto größer ist die Chance, dass sich neurologische Ausfälle wieder zurückbilden“, betont Dr. Staimer.

Besonders dringlich sind sogenannte Wirbelsäulen-Notfälle, etwa wenn plötzlich Inkontinenz auftritt. In solchen Fällen müssen eingeklemmte Nervenstrukturen umgehend entlastet werden, um bleibende Schäden zu verhindern.

Der Vortrag richtet sich an Betroffene, Angehörige und alle Interessierten, die ihre Rückenschmerzen besser einordnen möchten und wissen wollen, wann Geduld angebracht ist – und wann ärztliches Handeln notwendig wird. Fragen aus dem Publikum sind ausdrücklich willkommen.

Die Veranstaltung ist Teil einer ganzjährigen Reihe von Patientenvorträgen, mit denen das St. Elisabethen-Klinikum Ravensburg im Jahr 2026 sein 125-jähriges Bestehen begleitet. In monatlich wechselnden Themenschwerpunkten informieren Expertinnen und Experten des Hauses über moderne Medizin, neue Therapien und bewährte Behandlungskonzepte – verständlich, praxisnah und im direkten Austausch mit der Bevölkerung.