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Wenn unsere Träume laufen lernen 

Es ist ein ganz normaler Unterrichtsmorgen an der Kuppelnauschule in Ravensburg: Auch in der Schulaula herrscht Leben: Da werden im Chor Zischlaute geübt, werden Möbelstücke gerückt und Assoziationsspiele gespielt, wird laut gezählt, in die Hände geklatscht und zwischendurch immer wieder gelacht. „Wir spielen Theater – alle zusammen“, erklärt ein Junge und steigt auf die Bühne, um mit seinen Mitspielern Szenen aus dem Stück „Wie ich meinem Papa die Angst vor Fremden nahm“ zu proben. Die Schüler – Jugendliche mit Fluchterfahrungen – sind mit Begeisterung dabei. „Bitte etwas lauter“, ermuntert Theaterpädagoge Alexander Niess, der das Theaterprojekt führt, eine Sprecherin und er souffliert leise und geduldig, als sie ein bisschen mit dem deutschen Text hadert.

„Diese Theatergruppe ist Teil des Projekts ‚Wenn unsere Träume laufen lernen – Flüchtlingskinder setzen ihre Träume in Szene‘, das die Kinderstiftung an der Gemeinschaftsschule Kuppelnau in Ravensburg und der Talschule in Weingarten durchführt“, berichtet Ulrike Schreiner-Luik, Ehrenamtskoordinatorin der Kinderstiftung Ravensburg. Das Projekt stelle die Lebensumstände Jugendlicher mit Fluchterfahrungen, deren Sehnsüchte und Träume in den Mittelpunkt und biete Möglichkeiten, Eindrücke und Meinungen zum Ausdruck zu bringen. Die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen werde durch die Entfaltung der individuellen Kreativität genauso gefördert wie deren Sprach- und Ausdruckskompetenzen, so Ulrike Schreiner-Luik. Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Baden-Württemberg Stiftung im Rahmen von „Jugend-Kultur-Werkstatt: Wir machen Kultur, wie sie uns gefällt“.

„Die Jugendlichen zeigen eine tolle Entwicklung und bringen sich sehr stark in das Geschehen ein“, lobt Alexander Niess. Das Theaterstück, das in der Kuppelnauschule geprobt und später aufgeführt wird, hat der Theaterpädagoge selbst geschrieben. Es habe aber eine ganz eigene Dynamik entwickelt, betont er. Vielfach sind persönliche Erfahrungen und Empfindungen der jungen Akteure mit eingeflossen.

Neben dem Theaterspiel basiert das Projekt „Wenn unsere Träume laufen lernen“ auf einem zweiten kunstpädagogischen Teil, berichtet Ulrike Schreiner-Luik. Eindrücke und Bilder, die im Rahmen der Theaterstücke erarbeitet werden, sollen anschließend in „Traumkästchen“ festgehalten werden. Dies geschieht aktuell in der Talschule in Weingarten mit der Theatergruppe der Theaterpädagogin Jutta Klawuhn. Unter der Anleitung des Kunstpädagogen Marco Ceroli gestalten die Schüler handwerklich ihre ganz persönlichen „Traumkästchen“. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. So verschönern einige ihre bis zu 40 mal 50 Zentimeter großen Holzkästchen nach dem Zusammenbau mit bunter Klebefolie, andere wiederum bemalen sie mit Acrylfarben. „Zum Schluss werden die Kästchen bestückt“, berichtet Ceroli. Und auch hierbei lassen die Künstlerjunioren ihrem Ideenreichtum freien Lauf: Von Texten in der eigenen Muttersprache über Spielfiguren, Federn und Muscheln bis hin zu ganz persönlichen Gegenständen ist alles zu finden. „Jedes einzelne ‚Traumkästchen‘ erzählt eine kulturelle Geschichte und eigene Erlebnisse“, so Ceroli. Sie alle werden in einer Ausstellung in der Galerie der Caritas im Dezember dieses Jahres zu sehen sein. Das Holz für die Traumkästchen wurde von der Weingartner Firma Habisreutinger gespendet.

Auf der Internetseite der Kinderstiftung werden die Projekte dokumentiert: www.kinderstiftung-ravensburg.de   

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