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Vieles spricht für die natürliche Geburt 

Um knapp zehn Prozentpunkte hat die Geburtshilfe am Krankenhaus Wangen im vergangenen Jahr die Kaiserschnittrate im Vergleich zum Vorjahr gesenkt. Deutschlandweit liegt sie bei inzwischen 35 Prozent, in Wangen nur noch bei 28 Prozent. Der Erfolg basiert auf der guten Zusammenarbeit in der geburtshilflichen Abteilung im Krankenhaus Wangen, sagte Chefarzt Dr. Elmar Mauch beim erstmals veranstalteten Wangener Geburtshilfesymposium.

Der Chefarzt hatte alle, die mit der Geburt eines Kindes zu tun haben, in den „Schwarzen Hasen“ nach Beutelsau eingeladen. Die Berufsgruppen sollen in zwangloser Atmosphäre miteinander in Kontakt kommen und Schranken, so sie bestehen, überwinden, lautet das Ziel des Chefarztes. Das Wangener Geburtshilfesymposium soll deshalb auf Wunsch vieler Teilnehmer auch keine Eintagsfliege bleiben, sondern zur regelmäßigen Einrichtung werden.

Noch bevor die natürliche Geburt auch Thema einer landesweiten Aufklärungskampagne des Sozialministeriums wurde, hatte Dr. Elmar Mauch das Symposium geplant. Niedergelassene Frauenärzte und in der Klinik tätige Gynäkologen folgten der Einladung genauso wie niedergelassene und in der Klinik tätige Hebammen, Stillberaterinnen und Pflegekräfte der Wochenstation des Krankenhauses. Über 100 Teilnehmer sorgten dafür, dass der Auftakt zum Wangener Geburtshilfeforum rundum gelungen ist.

Eine gute Rundumversorgung der Mutter mit aufklärenden Gesprächen und Angeboten von Beginn der Schwangerschaft an, kann den Frauen die Sicherheit geben, sich gegen einen geplanten Kaiserschnitt (sog. Wunschkaiserschnitt) zu entscheiden. So gab es an diesem Abend die verschiedensten Vorträge, die deutlich machten, wie vielfältig eine Geburt und die Betreuung davor sein können. Höhepunkt war der Vortrag von PD Dr. Frank Reister von der Universitätsfrauenklinik Ulm zum Thema „Was spricht heute noch für die normale Geburt? – Vieles!“

Nicht immer sei die hohe Kaiserschnittrate medizinisch zu erklären, meinte der Mediziner. Im Zeitalter des Internets werde jungen Frauen und werdenden Müttern die Möglichkeit gegeben, sich über Schwangerschaft und Geburt auf vielen Kanälen zu informieren. Der Geburtsschmerz und andere Begleiterscheinungen einer natürlichen Geburt würden dort oft verzerrt und übertrieben dargestellt, so dass sich viele Frauen für einen geplanten Kaiserschnitt entscheiden. Reister plädierte dafür, die Zusammenarbeit der Berufsgruppen zu stärken und den Frauen die bestmögliche Aufklärung zukommen zu lassen. „Mit erfahrenen Teams ist eine normale Geburt auch bei Zwillingsgeburten und Beckenendlage durchaus möglich“, so PD Dr. Reister.

Auch die weiteren Themen drehten sich um Geburt und Betreuung. Über Geburtseinleitung und die Überwachung des Kindes bei Übertragung berichtete Dr. Maria Brunet, über Bonding im OP als erste Kontaktaufnahme zwischen Mutter und Kind nach einem Kaiserschnitt sprach Dr. Kathrin Köberle. Über Neues vom Stillen informierte Stillberaterin Daniela Kübler. Die Ärztinnen Melanie Kaiser und Kathrin Deubler bestätigten mit ihrem Vortrag noch einmal das Absenken der Kaiserschnittrate im Krankenhaus Wangen.

Einen regen Gedankenaustausch gab es auch nach den Vorträgen. Noch lange saßen Hebammen, Ärzte und Schwestern gemeinsam zusammen und diskutierten über die Vorträge. Bei einem waren sich alle einig: die Möglichkeit der Frau, ihr Kind natürlich auf die Welt bringen zu können, muss gefördert werden. „Denn es gibt nichts Natürlicheres als die natürliche Geburt“ so Dr. Mauch.

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