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Veranstaltungsreihe zum Reformationsjahr 2017 

Der Thesenanschlag Martin Luthers im Jahr 1517 bildete den Auftakt zur Reformation, einem Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung. 500 Jahre danach wird das Reformationsjubiläum 2017 in Ravensburg erstmals gemeinsam gefeiert: von den evangelischen und katholischen Gesamtkirchengemeinden und der Stadt Ravensburg.

Die Reformation war einer der großen Wendepunkte in der Geschichte des Abendlandes und auch in der Geschichte Ravensburgs. Ein großer Teil der Handwerker in der Stadt begeisterten sich seit 1544 offen für die revolutionären Ideen der Reformatoren und deren neue Lehre. Sie haben der Reformation zum Durchbruch verholfen. 1546 wurde Ravensburg als eine der letzten Reichsstädte in Deutschland schließlich evangelisch. Das Nachsehen hatten die einflussreichen katholischen Kaufleute und die katholischen Rebleute.

Als es auf Reichsebene zu militärischen Auseinandersetzungen um den richtigen Glauben kam und sich die Mehrheitsverhältnisse in der Stadt veränderten, schlug Ravensburg einen Kurs der Verständigung ein. Um allen Bürgern in Religionssachen gerecht zu werden, setzte die Reichsstadt früh auf religiöse Neutralität, auf eine Gleichberechtigung zwischen Protestanten und der anfangs katholischen Minderheit in der Stadt, auf eine Vilefalt des religiösen Lebens. Neben den ansonsten rein evangelischen oder katholischen Städten wurde es zum Sonderfall in der Geschichte. Die 1555 festgelegte Bikonfessionalität und seit 1648 festgesetzte Parität, bestimmte bis weit in das 20. Jahrhundert hinein das Leben in Ravensburg.

In den vergangenen Jahrhunderten war das Reformationsgedenken eine rein evangelische Angelegenheit. Heute, im Zeitalter der Ökumene, wird der Reformation in Ravensburg erstmals gemeinsam gedacht: von den evangelischen und katholischen Gesamtkirchengemeinden und der Stadt Ravensburg.

So bietet das gemeinsame Gedenken die Gelegenheit, die Gemeinschaft zwischen Katholiken und Lutheranern zu vertiefen und auch den Teil der Stadtgesellschaft mit einzubeziehen, der keiner oder einer anderen Religionsgemeinschaft angehört. Heute sind in Ravensburg 50 Prozent der Bürger katholisch, 19 Prozent evangelisch und 31 Prozent gehören anderen oder gar keinen Religionsgemeinschaften an.

Zusammen möchten die evangelischen und katholischen Gesamtkirchengemeinden und die Stadt Ravensburg das Jubiläum zum Anlass nehmen, Formen und Möglichkeiten religiöser Koexistenz in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufzuzeigen und zu diskutieren.

Aus der Geschichte und der gelebten Ökumene sollen mögliche Antworten und Lösungen für ein friedliches Zusammenleben von Konfessionen und Religionen in der Zukunft gewonnen werden.

Neben einer Ausstellung zur Reformation im Museum Humpis-Quartier, einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Marienplatz, Führungen zu den Schauplätzen der Reformation und einer Luthernacht bietet das Programm viele interessante Informations- und Diskussionsangebote im Laufe des Jahres 2017.

Die einzelne Veranstaltungen finden Sie in einem Flyer, den Sie hier als PDF downloaden können.

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