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Unterstützung für Mütter in Not 

Immer wieder kursieren Nachrichten von Müttern, die sich alleingelassen fühlen und Angst haben, ihr Baby zu bekommen, die ihr Kind hilflos aussetzen oder schlimmstenfalls nach der Geburt sogar töten. „Solche Fälle sorgen in der Öffentlichkeit für kurze, heftige Aufregungen – dann aber wird es meist schnell wieder still um dieses Thema“, bedauert Christine Wienand, Katholische Schwangerschaftsberatung der Caritas Bodensee-Oberschwaben in Ravensburg. Dass es nahezu flächendeckend zahlreiche Anlauf- und Hilfestellen für Schwangere in Not gebe, werde eher selten kommuniziert.

In Deutschland sind rund zwei Millionen Frauen alleinerziehend. Aktuelle Untersuchungen gehen davon aus, dass etwa jede fünfte Frau bereits ihre Schwangerschaft ohne Partner erleben muss. „Die Frauen sind dann in einer Situation alleine, in der andere die Gemeinsamkeit besonders genießen“, gibt Christine Wienand zu bedenken. Ihr Mut, sich trotz aller Widrigkeiten für das Kind zu entscheiden, werde vom Umfeld nur selten honoriert. „Verzweiflung, Hilflosigkeit und Zukunftsangst sind bei diesen Frauen oft an der Tagesordnung.“

Auch in der Region Bodensee-Oberschwaben finden Mütter, die sich nicht vorstellen können, ihr Kind zu behalten, oder ihre Schwangerschaft aus Angst geheim halten möchten, Hilfe und Unterstützung. Wichtige Anlaufstellen für sie sind die Katholischen Schwangerschaftsberatungsstellen der Caritas in Ravensburg und Leutkirch. „Wir haben ein gut funktionierendes Netzwerk und können zum Beispiel auf die SINOVA Klinik für psychosomatische Medizin verweisen“, berichtet Elke Mayer von der Katholischen Schwangerschaftsberatung. Die Mitglieder des im Jahr 2013 gegründeten Arbeitskreises Peripartale Psychische Erkrankungen – dem neben der Caritas unter anderem diverse Beratungsstellen, psychosomatische und psychiatrische Kliniken, niedergelassene Psychotherapeutinnen, (Familien-) Hebammen, Jugendamtsmitarbeiterinnen sowie ambulante Pflegedienste angehören – unterhalten zudem persönliche Kontakte mit Ärztinnen der Oberschwabenklinik und des ZfP Südwürttemberg. „Eine rasche Diagnose und ein möglichst sofort bereitstehendes Behandlungs- beziehungsweise Beratungsangebot vor Ort sollen eine Mutter in Not zügig entlasten und schlimmere Folgen verhindern helfen“, so Elke Mayer. Bei den Schwangerschaftsberatungsstellen der Caritas können Frauen sich auf Wunsch auch anonym zu Beratungsgesprächen anmelden. „Uns ist es vor allem wichtig, sofern möglich den ersten Druck rauszunehmen und nach Ressourcen zu suchen, die der betreffenden Frau Halt und Unterstützung geben können.“

Schwangere, die ihr Kind nach der Geburt nicht behalten können oder wollen, haben die Möglichkeit einer sogenannten vertraulichen Geburt. Hierbei werde die Frau im Vorfeld durch die Schwangerschaftsberatungsstelle, die den Prozess steure, begleitet. „Es wird bei der Geburt ein Pseudonym hinterlegt und das Kind kann frühestens nach 16 Jahren seine Herkunft erfahren – oder schlimmstenfalls nie, wenn Leib und Leben der Mutter geschützt werden müssen.“ Bei einer anonymen Geburt machen die Frauen dagegen keinerlei Angaben und verlassen die Klinik gleich nach der Entbindung wieder, so Elke Mayer. Diese Möglichkeit der Entbindung widerspreche jedoch dem Recht des Kindes auf das Wissen um seine Herkunft und soll seit 1.5.2014 durch die vertrauliche Geburt möglichst verhindert werden.

Immer möglich ist auch die Freigabe des Kindes zur Adoption. Die Adoptionsvermittlungsstelle kann frei gewählt werden. „Die Caritas unterhält eine solche Stelle in Stuttgart, aber Frauen, die sich für eine Adoptionsfreigabe entscheiden, können natürlich auch zu uns in die Beratung vor Ort kommen“, betont Christine Wienand. Wenn verzweifelte Mütter alle diese Möglichkeiten scheuen, gebe es immer noch die Babyklappe, über die das Neugeborene anonym in professionelle Betreuung gegeben werden könne. Das Klinikum Friedrichshafen hat eine solche Babyklappe.

Kontakt: www.caritas-bodensee-oberschwaben.de

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